Mach Schluss mit Ausreden. Hier findest Du Tipps.

Anpacken statt Rausreden – Warum wir ständig nach Ausreden suchen

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Mit Karnevalsende begann sie wieder: Die Fastenzeit. Manch einer verzichtet auf Schokolade, der andere aufs Fernsehen, ich hatte mir letztes Jahr vorgenommen Ausreden zu fasten. Keine Ausreden. Nicht einmal „Ich hatte keine Zeit, ich war so beschäftigt“, nicht einmal „Das bringt doch sowieso nichts…“ und noch nicht einmal „Dafür bin ich nicht gut genug …“. Hab ich mein Vorhaben – Zero Excuses – durchgezogen? Nein. Da bin ich ganz ehrlich. Solche einschlägigen Änderungen im Mindset funktionieren doch nur selten, wenn wir versuchen sie zu erzwingen. Oder ist das gerade wieder nur eine Ausrede?

Jeder von uns sucht ab und an nach Ausreden.

Warum suchen wir ständig nach Ausreden?

  • Konflikte vermeiden
    Stellen wir uns vor, Deine Kollegin lädt Dich am Sonntag zu sich nach Hause ein. Du willst Deinen freien Nachmittag lieber in Jogginghose auf der Couch, statt in Bluse am Kaffeetisch verbringen und schreibst ganz fix eine Nachricht: „Sorry, Mutti braucht Hilfe im Garten. Das hatte ich ihr schon letzte Woche versprochen. Ich kann heute leider nicht.“ Die Wahrheit würde Deine Kollegin möglicherweise verletzen, diese kleine Notlüge sicher nicht. Konflikt vermieden, Du kannst auf Deinem Sofa bleiben, Frieden bewahrt – Ausreden sei Dank. Viele von uns leiden geradezu unter Harmoniesucht.

Was ist Deine Ausrede um etwas nicht zu tun?

  • Konsequenzen vermeiden
    Die Präsentation ist nicht fertig geworden, weil der Rechner zickte. Du bist zu schnell gefahren, weil die Wehen bei Deiner schwangeren Frau eingesetzt haben. Du bist zu spät, weil wieder mal ach so ein Stau in der Stadt war. Wenn es um Ausreden geht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wir versuchen uns mit Ausreden aus unangenehmen Situationen herauszuwinden und die Schuld von uns zu schieben. Die Verantwortung für eine Situation, die Du verbockt hast zu übernehmen, wäre zwar ehrlicher, dafür aber auch eine ganze Spur unbequemer.
  • Selbstbild bewahren
    Jeder von uns hat Glaubenssätze, jeder eine andere Einstellung zum Leben und somit auch eine eigene Wirklichkeit. Deine Realität sieht anders aus als meine. Vor allem wenn es um uns selbst geht, sind wir wahre Meister der Täuschung. Mit Hilfe unserer Erfahrungen erschaffen wir unser Ego und somit ein Wunsch-Selbstbild. Statt Fehler einzugestehen, rücken wir lieber die Realität ab und an ein wenig zurecht – „Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“.

    Kennst Du die Fabel vom Fuchs und den (sauren) Trauben?
    Der hungrige Fuchs kam an einem Weinstock vorbei. So sehr er sich auch anstrengte, mit aller Kraft in die Höhe sprang und wand, er konnte die Reben einfach nicht erreichen. Er gab auf, streckte seine Nase in die Luft und sagte „Die Trauben sind noch nicht reif. Eine saure Traube möchte ich nicht verzehren.“ Hochmütig stolzierte er zurück in den Wald.

Ausreden finden - Die Fabel vom Fuchs und den sauren Trauben


Der Fuchs konnte sein Ziel nicht erreichen, will es sich aber nicht eingestehen. Obwohl diese Fabel bereits vor langer, langer Zeit verfasst wurde, wirst Du Dich oder andere auch heute noch darin wiedererkennen. Auch uns selbst gegenüber sind wir einer Ausrede nie verlegen. Je öfter der Fuchs den anderen Tieren nun einredet, die Trauben seien sauer, desto mehr werden auch sie daran glauben. Möglicherweise werden sie den Fuchs sogar für sein Wissen hochloben. Glaubenssätze lassen sich so leicht auch auf andere übertragen. Der Fuchs wird dadurch in seinem Selbstbild nur bestätigt.

  • Dinge vor uns herschieben
    „Irgendwann sollte ich mal mein eigenes Unternehmen gründen, eigentlich könnte ich der Freundin aus der Schulzeit mal eine SMS schreiben, irgendwann sollte ich meine Oma mal wieder besuchen, irgendwann müsste ich mal aufhören zu rauchen … nur nicht heute. Nächste Jahr vielleicht. Jetzt bin ich noch nicht soweit.“
    Wir wissen es gibt da diese Dinge, diese Aufgaben, die wir anpacken, die Träume, die wir realisieren sollten. Und da ist er auch schon, der böse Konjunktiv. Könnte, sollte, müsste mal. Hinzu kommen die Wörtchen „eigentlich“ und „aber“, sehr gern auch in Verbindung miteinander. Bist Du zum Beispiel mit Deinem Gehalt nicht zufrieden kannst Du entweder kündigen oder aber Ausreden und Entschuldigungen suchen. „Zwar hätte ich gern mehr Geld, aber eigentlich ist die Arbeit ja nicht sehr anstrengend …“
    Sich nicht festzulegen, bedeutet keine Verantwortung zu übernehmen, nicht zu handeln sondern nur zu reagieren. Was ich jetzt habe, wo ich jetzt bin, weiss ich, was Veränderungen mit sich bringen allerdings nicht. Unverbindlichkeit ist doch viel bequemer.

Sprichst Du immer im Konjunktiv? Höre auf, nach Ausreden zu suchen.

  • Bekommen, was wir wollen
    Für manche Menschen sind Ausreden geradezu ein Mittel zum Zweck um immer genau das zu bekommen, was sie wollen. Sie begeben sich ganz bewusst in die Opferrolle um Mitleid bei anderen zu erzeugen oder sie geben vor, etwas nicht zu können, ganz einfach damit es ein anderer macht.

Was Deine Ausreden mit Dir machen

Nun habe ich lang und breit darüber geschrieben, warum wir nach Ausreden suchen. Ehrlich gesagt, all diese Punkte – Konsequenzen und Konflikte vermeiden, Selbstbild bewahren und so weiter – klingen doch gar nicht so schlecht. Warum sollten wir aufhören uns rauszureden, wenn es uns doch scheinbar das Leben leichter macht?

Macht es das wirklich? Bist Du glücklich damit? Bringen Dich all die Ausreden weiter? Ich glaube kaum.

Ausreden machen Dein Leben nicht leichter, ganz im Gegenteil. Sie hindern Dich. Sie beeinflussen Dein Selbstwertgefühl und bringen Dich nicht weiter.

Du hast dieses eine Bild von Dir. Was bist Du? Was ist Dein Ziel? Vielleicht hast Du auch gar keines. Das ist auch in Ordnung. Niemand kann Dir sagen, wie Du sein musst (solange Du Gesetze einhältst ;)). Trotzdem wird es jeder versuchen. Deine Erfahrungen, die Erwartungen, die an Dich gestellt werden, lassen Dich Glaubenssätze entwickeln. Vielleicht wurde Dir oft gesagt, Du seist zu laut. Na gut, dann wurdest Du eben leiser. Vielleicht wurde Dir oft gesagt, Du könntest etwas nicht. Na gut, dann hast Du eben aufgehört es zu probieren.  Je mehr Du diesen Glaubenssätzen und irgendwann auch all diesen Ausreden glaubst, die durch sie hervorgerufen werden, desto mehr sinkt auch Dein Selbstbewusstsein. Du machst Dich selbst klein, lernst nicht, Konflikte und Herausforderungen zu meistern.

Was Deine Ausreden mit anderen machen

Faule Ausreden lassen Dich unsympathisch und faul wirken.

Gehen wir noch einmal zurück zur Situation mit unserer Arbeitskollegin und der Einladung zum Kaffeetrinken. Wir haben ihr eine kleine Gartenarbeit-mit-der-Mutti-Notlüge aufgetischt und fühlen uns ziemlich gut damit. In der Annahme den Konflikt (und einen Sonntag weit weg von der eigenen Couch) aus dem Weg gegangen zu sein, verstehen wir dann am Montag im Büro so gar nicht warum uns die Kollegin aus dem Weg geht.  

Überleg mal! Möglicherweise hat Dein Gegenüber Deine Notlüge als genau das durchschaut, was sie ist – eine schlechte Ausrede. Nun hast Du genau das Gegenteil von dem erreicht, was Du eigentlich wolltest. Der Konflikt ist da, das Vertrauen missbraucht und die nächste Einladung zum Kaffeetrinken wortwörtlich vom Tisch.

All die faulen Ausreden machen Dich nicht gerade sympathisch. Sie lassen Dich feige wirken und früher oder später wird Dir niemand mehr Verantwortung und Verabredungen anbieten wollen.  

Schluss mit den Ausreden – 5 Tipps gegen die Sucht nach den Ausreden

  • Werde Dir Deiner Ausreden bewusst!

    Konzentriere Dich heute ganz bewusst auf Deine Worte! Wann suchst Du nach Ausreden? Wann kommen sie ganz automatisch geschossen? Schreib Dir heute ganz aktiv all Deine Ausreden auf!

  • Setze Dir klare, erreichbare Ziele!

    Nun weisst Du, wo und wann Du Dich herausredest und konntest wahrscheinlich auch beobachten, wie Du Dich dabei gefühlt hast. Was wirst Du verändern? Was musst Du heute tun, um Dein Vorhaben in die Tat umzusetzen? Was ist der erste Schritt?

  • Suche Dir ein Vorbild!

    Hast Du Kollegen, die mutig ihre Meinung sagen? Kennst Du Menschen, die Deinen Traum bereits leben? Kinder, die hinfallen, wieder aufstehen? Bekannte, die Grossartiges geschafft haben? Du kannst von anderen lernen, Du darfst nachfragen! Umgebe Dich mit positiven Leuten, die Dir das Gefühl geben, nach Grösserem streben zu wollen.

  • Verlasse Deine Komfortzone Schritt für Schritt!

    Nun kannst Du sicherlich eine ganze Weile damit verbringen, Dir Ziele aufzuschreiben und grossartige Menschen zu googeln. Heute Abend nimmst Du Dir vor etwas zu ändern, morgen früh es ist schon wieder vergessen. Schluss mit den Träumereien. Jetzt wird gemacht! Jetzt wird angepackt! Übernimm Eigenverantwortung und setze Dein Vorhaben ganz gewissenhaft in die Tat um! Anfangs braucht es Überwindung Deine Komfortzone zu verlassen Du wirst sehen; Es lohnt sich.

  • Mache Dir bewusst, was Du alles schaffst

    Oft sehen wir nur das Negative, das was heute schlecht lief und schief ging. Dabei leisten wir alle jeden Tag so viel Grossartiges. Fang doch einfach damit an, ein Erfolgstagebuch zu führen! Was war heute so richtig, richtig gut? Was hast Du geschafft? Deine Antwort darfst Du auch gern hier in den Kommentaren hinterlassen.

Keine-Ausreden-Kultur

Im Job erschweren Ausreden die Zusammenarbeit. Drückt sich jeder vor Verantwortung, hält sich keiner an Zeitvorgaben und Absprachen, hat jeder immer nur eine Ausrede parat, dann nervt das schlichtweg. Einem Ziel kommen wir so nicht näher.

Führe als Führungskraft eine Keine-Ausreden-Kultur ein! Wie? Indem Du nachfragst und zuhörst.

Sagt Dir ein Mitarbeiter zum Beispiel, er hätte keine Zeit gehabt, ein Projekt fertigzustellen, dann frage, was alles wichtiger war. Seit wann wusste der Kollege, dass er den Liefertermin nicht einhalten könne und wäre es angebracht gewesen, von vornherein die Arbeitslast besser zu kommunizieren? Es geht nicht darum den anderen Vorwürfe zu machen. Du zeigst nicht mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf Deinen Mitarbeiter sondern versuchst lediglich die Zusammenarbeit zu verbessern. Denk immer daran: Der Ton macht die Musik!

Aktiv begründete Rückzieher sind in Ordnung, Drückebergerei und Unverbindlichkeit allerdings nicht. Ausreden werden dann von vornherein unnötig, wenn eine gesunde, konstruktive Fehlerkultur herrscht.

Mache Deine Erwartungen klar und halte Dich selbst konsequent an Absprachen. Willst Du vorbildlich führen, kannst Du von anderen nur erwarten, woran Du Dich auch selbst hältst. Willst Du Deine Kompetenzen ausbauen und zu einer authentischen Führungspersönlichkeit werden, empfehle ich Dir mein Buch „Vorbildlich Führen”, welches in Kürze erscheint. Melde Dich bereits heute dafür an und werde einer der Ersten, die es erhalten!

 

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Mit meiner Can-Do-Einstellung unterstützt ich Dich als Führungskraft zu mehr Eigenverantwortung, Perspektive und Positivität. Ich bin für stärkenorientiertes Führen und möchte Dir helfen, Deine Mitarbeiter zum Mitunternehmer zu machen. Motivierte Mitunternehmer übernehmen schneller Verantwortung und können Entscheidungen gezielter treffen. 
Für Deine Zufriedenheit und persönlichen Erfolg unterstütze ich Dich bei Herausforderungen im Führungs- und Karrierealltag. Lerne mich bei einem virtuellen Kaffe kennen. Ich freue mich auf Dich.
Deine Filiz Scarcella

 

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