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Führungskompetenz: 7 Soft Skills, die jede Führungskraft braucht

Filiz Scarcella Allgemein 2 Comments

Hast Du Führungskompetenz?

Weisst du nicht genau? Betrachten wir zuallererst Deine Hard Skills, also Deine berufstypischen Qualifikationen. Was kannst Du? Welchen Abschluss hast Du? Welche Zertifikate? Bestens ausgebildet? Prima!

Um was es aber beim Führen eines Teams viel mehr geht, sind Deine sogenannten “Soft Skills”. Hierbei handelt es sich um persönliche Kompetenzen und emotionale Intelligenz. Es geht zum Beispiel um die Fähigkeit, mit verschiedenen Persönlichkeiten, introvertierten und extrovertierten Menschen und Konflikten klarzukommen. Es geht darum, selbst auszustrahlen, was Du in anderen sehen willst. Es geht um Führungskompetenz auf positiver, emotionaler Ebene!

Keine Sorge: Soft Skills lassen sich trainieren. Wie? Im Folgenden zeige ich Dir, welche Soft Skills eine gute Führungskraft beherrschen sollte und wie Du sie entwickeln kannst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Selbstverständnis
  2. Einfühlungsvermögen
  3. Vertrauenswürdigkeit
  4. Kommunikationsfähigkeit
  5. Motivationsfähigkeit
  6. Richtiges Delegieren
  7. Feedback geben & annehmen

Führungskompetenz: Diese 7 Soft-Skills braucht jeder Manager

Gesundes Selbstverständnis – Wer bin ich?

Selbstverständnis bzw. Selbstwahrnehmung ist die wichtigste Führungskompetenz überhaupt, auf der alles andere aufbaut.

Wer in der Schule gut ist, wer schnell rechnen und logisch denken kann, der ist intelligent und der wird es im Leben zu etwas bringen. Nicht unbedingt!

In den 90er Jahren wurde von Psychologen ein Begriff eingeführt: Emotionale Intelligenz. Beschrieben wird damit die Fähigkeit Gefühle fremder Menschen und sich selbst bewusst wahrzunehmen und entsprechend auf sie zu reagieren. Um erfolgreich zu sein, braucht es beides: die Kompetenzen, die man mit dem klassischen Intelligenzbegriff verbindet und emotionale Führungsfähigkeiten.

Im Kern emotionaler Intelligenz steht die Selbstwahrnehmung. Nur wenn Du weisst, wo Deine Stärken liegen, wie Du auf andere wirkst und ob Du mit Dir und Deinem Job zufrieden bist, wirst Du auch in der Lage sein, diese Faktoren in anderen zu erkennen. Dich selbst zu kennen, hilft Dir dabei die Wirkung Deines Handelns richtig einzuschätzen.

Eine gute Führungskraft versteht die Gefühle der Mitarbeiter, weil sie oder er die eigenen Gefühle versteht.

Weisst Du, was Dir wichtig ist, kannst Du Dir Deine Zeit entsprechend einteilen. Du weisst, worauf Du Deine Energie verwenden willst und kannst hinter Entscheidungen stehen, die Du triffst.

Menschen mit einer gesunden Selbstwahrnehmung sind selbstbewusster und entspannter.

Wie kannst du zu mehr oder besserem Selbstverständnis gelangen?

  1. Ehrlichkeit
    Nimm Dir Zeit für Dich selbst und besinne Dich auf all die Dinge, die Dir wichtig sind. Sei ehrlich zu Dir selbst, gestehe Dir ein, wenn etwas nicht gut lief und höre auch ab und zu mal auf Deinen Bauch!

  2. Kommunikation
    Bist Du im Gespräch mit Deinem Team. so achte auf deren Kommunikation – Körper- und eigentliche Sprache – Dir gegenüber. Kannst Du hieraus Feedback ziehen?

    Du bist mutig? Prima! Dann frag einfach deine Kollegen direkt, was sie meinen, Du könntest verändern.

  3. Reflektion
    Du kommst gerade aus einem Gespräch mit einem Mitarbeiter und hast so gar kein gutes Gefühl? Hast Du Dich über Aussagen des anderen geärgert?

    Lass jeden Abend den Tag noch einmal Revue passieren! Was wirst Du morgen anders machen?

  4. Positivität
    Wenn Du selbst jeden Tag nörgelnd und schlecht gelaunt durchs Büro stolperst, so kannst Du von Deinen Kollegen nichts anderes erwarten.

Einfühlungsvermögen – Kann ich mich in andere hineinversetzen?

Empathie ist eine Führungskompetenz und zählt zu den wichtigen Soft Skills von Führungskräften.

Quelle: https://www.adp.com/boost/articles/2017/10/empathy-in-leadership-is-not-only-important-but-also-entirely-achievable.aspx#

Egal, ob Du eine Führungskraft bist oder nicht, Einfühlungsvermögen ist eine der wichtigsten sozialen Fähigkeiten.

Mitarbeiterzufriedenheit wird durch verschiedene Faktoren hervorgerufen. Wirst Du selbst oder Deine Arbeit nicht respektiert und wertgeschätzt, so ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Du in Deinem Job unglücklich bist. Du willst verstanden werden, Du willst Anerkennung erhalten.

Einfühlungsvermögen baut auf gesundem Selbstverständnis auf. Ich kann andere gut behandeln, wenn ich weiss, wie ich selbst behandelt werden möchte.

Wie kannst Du Einfühlungsvermögen trainieren?

  1. Höre zu! Es gibt eine Redewendung, die besagt “Wir haben zwei Ohren und einen Mund, damit wir doppelt so viel zuhören wie wir sprechen.”

  2. Versetze Dich in Deine Angestellten und Teamkollegen hinein! Welche Voraussetzungen haben andere? Welche persönlichen Umstände?

Vertrauenswürdigkeit – Vertrauen mir andere?

Vertrauenswürdigkeit ist eine wichtige Führungskompetenz. Wenn Mitarbeiter einer Führungskraft vertrauen, so ist die Arbeit im Team effektiver und offener.

Triffst Du eine Person zum ersten Mal, stellst Du Dir vielleicht auch die folgenden beiden Fragen:

  • Kann ich meinem Gegenüber vertrauen?
  • Kann ich mein Gegenüber respektieren?

Viele mögen denken, dass es im professionellen Berufsleben wichtiger ist, respektiert zu werden. Wir wollen schliesslich clever und erfolgreich wirken.

Ausschlaggebend ist aber, dass man uns vertraut. Selbst wenn Du die intelligenteste Person im Raum bist, wenn ich Dir nicht vertraue, kann ich Dich auch nicht vollkommen ernst nehmen.

Wie kannst Du das Vertrauen Deiner Mitarbeiter gewinnen?

  1. Werde persönlich!
    Du bist auch nur ein Mensch. Du hast eine Geschichte. Teile etwas davon mit deinen Angestellten und lerne jeden einzelnen persönlich kennen.

  2. Verbringe Zeit mit Deinem Team!
    Triff Dich mit Deinem Kollegen beim Mittagessen, organisiere ein Event, sprich mit ihnen – Desto nahbarer Du scheinst, desto mehr wird Deine Nähe gesucht.Mund, damit wir doppelt so viel zuhören wie wir sprechen.”

  3. Versetze Dich in Deine Angestellten und Teamkollegen hinein! Welche Voraussetzungen haben andere? Welche persönlichen Umstände?

Kommunikationsfähigkeit – Sprechen, zuhören, handeln

Kommunikationsfähigkeit wird als Führungskompetenz und Soft Skill in Führungskräften angesehen.Ohne oder mit schlechter Kommunikation kommt es zu Missverständnissen, zu Konflikten und über kurz oder lang zu Unzufriedenheit im Team.

In welchen Situationen ist Kommunikationsfähigkeit eine wichtige Führungskompetenz?

  • Motivation von Mitarbeitern – Teilen einer Vision
  • Feedback richtig geben und annehmen
  • Konflikte lösen
  • Information an das Team, wenn jemand…
    • gekündigt hat
    • befördert wurde
    • in längeren Urlaub geht

Die Liste kann noch um so einiges erweitert werden. Kommunikation ist wichtig, sehr sogar!

Wie kannst Du Deine Kommunikationsfähigkeit verbessern?

  1. Achte auf Deine Körpersprache, sie verrät viel mehr über Deine Gedanken und Gefühle als Du ahnst.

  2. Vermeide Füllworte und Weichmacher wie zum Beispiel “vielleicht”, “eigentlich” und “sollten”.

  3. Achte auf Deine Worte!

Motivationsfähigkeit – Intrinsische Motivation schaffen

Es gibt zwei Arten von Motivationsfaktoren – intrinsische und extrinsische.

Führungskompetenz ist es, herauszufinden, was jeden Mitarbeiter individuell motiviert. Intrinsische und extrinsische Motivationsfaktoren spielen eine Rolle.

Boni, ein neuer Firmenwagen, die Party, wenn das Unternehmensziel erreicht wurde. All dies sind Faktoren, die von aussen kommen und anregen sollen, besser und schneller zu werden und mehr zu verkaufen. Eine Weile lang mag das auch funktionieren aber extrinissche Motivation ist nicht von Dauer. Sehr bald werden all die schönen Dinge, die uns antrieben, zum Standard und wir erwarten mehr.

Intrinsische Motivation hingegen kommt von innen, aus dem Mitarbeiter selbst heraus. Sie wird durch Sinnhaftigkeit ausgelöst, dadurch, dass der Angestellte die Vision des Unternehmens teilt und das Gefühl hat Teil des grossen Ganzen zu sein.

Die positive Psychologie beschäftigt sich damit, Menschen glücklicher zu machen, indem positive Gefühle im Hinblick auf eine Sache oder eben den eigenen Job aufgebaut werden. Eine Führungskraft muss sich also die Frage stellen: “Was kann ich machen, damit Motivation und Arbeitsglück in meinen Mitarbeitern entsteht?”

Wie kannst Du
Motivationsfähigkeit lernen?

  1. Autonomie stärken
    Mitarbeiter wollen aktiv an Entscheidungen und der Gestaltung der Unternehmensziele beteiligt sein. Als Führungskraft bedeutet dass, den Kollegen Vertrauen zu schenken und sie Herausforderungen selbstständig meistern zu lassen.

  2. Sinnhaftigkeit
    Die Frage nach dem Sinn beschäftigt den Menschen seit jeher. Wir wollen alle, dass was wir tun, einen Zweck erfüllt, dass wir stolz auf unsere Arbeit sein können und unsere Stärken einsetzen.

  3. Zwischenmenschliche Beziehungen stärken
    Deine Mitarbeiter sind motivierter, nehmen sie Dich als Vertrauensperson und Coach wahr. Lerne Deine Kollegen kennen und zeigen ihnen, dass Du sie und ihre Arbeit wertschätzt.

Delegieren – Die Kunst richtig abzugeben

Eine Führungskompetenz ist es, richtig zu delegieren und den Mitarbeitern Vertrauen zu schenken.

Es gibt da zwei Typen: Die einen geben einfach alles, was auf ihrem Schreibtisch landet an die Kollegen weiter, anderen fällt es schwer loszulassen.

Aussagen wie “Das Erklären dauert jetzt zu lange, da mach ich es lieber gleich selbst.” oder “Das kann niemand ausser mir” sind nicht selten, lenken aber vom Wesentlichen ab und sind für Mitarbeiter alles andere als motivierend.

Es ist gar nicht mal so einfach den gesunden Mittelweg zu finden aber äusserst wichtig.

Warum?

  • Mehr Zeit für das Wesentliche, wenn Routinearbeiten von den Mitarbeitern übernommen werden können
  • Bessere Ergebnisse, da mehr Zeit und Fokus für eine Aufgabe verwendet werden kann
  • Motivation der Mitarbeiter durch:
    • Neues lernen
    • Vertrauen erhalten
    • Einblick in Aufgaben der Führungsebene
    • Mehr Autorität
  • Training der Sozial- und Führungskompetenz

Um eine Aufgabe ordentlich an einen Kollegen zu übertragen ist jede Menge klare Kommunikation von Nöten. Beschreibe das Ziel, das es zu erreichen gilt genau und biete Deine Hilfe an, ohne in Mikromanagement zu verfallen. Deine Mitarbeiter werden sich wertgeschätzt und motiviert fühlen, wenn sie die Chance bekommen, etwas Neues zu lernen und Erfolgserlebnisse haben.

Wie lernst Du richtiges Delegieren?

  1. Lerne loszulassen!
    Delegiere wichtige Teilaufgaben und verstehe diesen Prozess nicht als Verlust von Kontrolle sondern als Jobmodifikation. Du hast nun mehr Zeit für Deine Wesentlichen Aufgaben als Führugnsperson.

  2. Finde die Idealbesetzung für jede Aufgabe und motiviere Deine Mitarbeiter zu Experten in diesem Gebiet zu werden. Wer weiss, vielleicht kannst Du ja bald schon etwas von ihnen lernen.

  3. Gib Deinen Mitarbeitern alle Informationen an die Hand und stelle sicher, dass sie sich nicht davor fürchten, Dich bei Rückfragen zu kontaktieren.

  4. Verfalle nicht in Mikromanagement!
    Biete Deine Hilfe an, gib aber auch Freiraum für eigene Entscheidungen und Entwicklung Deiner Kollegen.

  5. Lerne konstruktives Feedback zu geben!
    Kein Meister fiel vom Himmel. Vielleicht braucht es ein oder zwei Anläufe, bis der Mitarbeiter die delegierte Aufgabe selbstständig und richtig erledigen kann. Ordentliches Feedback ohne Anschuldigungen hilft hierbei ungemein.

Feedback geben und annehmen – Positiv und konstruktiv

Konstruktives Feedback zu geben, will gelernt sein und zählt als eine Führungskompetenz, die ein Manager unbedingt trainieren sollte.

Dinge gehen schief. Das ist einfach so und das ist nicht schlimm. Ordentlich und konstruktiv Feedback geben zu können ist eine wichtige Führungskompetenz, die erlernt werden kann.

Ziel ist es, die Stärken einer Person auszubauen, sie besser werden zu lassen, statt sie zu bestrafen. Es geht nicht darum, Frust loszuwerden, sondern ehrlich zusammenzuarbeiten, um der Vision des Unternehmens, dem Grossen und Ganzen näher zu kommen.  

Warum zählt “Feedback geben und annehmen” zu den wichtigen Soft Skills von Führungskräften?

Jeder Mensch ist anders und jeder geht mit Kritik unterschiedlich um. Die einen sind sehr sensibel, sagen aber nichts, andere fühlen sich leicht angegriffen und begeben sich gleich in eine Abwehrhaltung. Für Dich als Manager ist es wichtig, Deine Mitarbeiter zu kennen und Dich in sie hineinversetzen zu können. Selbstverständnis, die Fähigkeit die wir zuerst erwähnten, kommt auch hier wieder zum Einsatz.

Auch Du willst dich (sicherlich) weiterentwickeln und konstruktives, ehrliches Feedback hilft Dir auf diesem Weg.

Fühlen sich Mitarbeiter in der Lage Dich zu kritisieren? Wenn nicht, solltest Du Dir überlegen, woran das liegt? Vertrauen sie Dir nicht genug?

Wie lernst Du richtig
Feedback zu geben?

  1. Übe! Gib Feedback und höre Dir Feedback zu Deinem Feedback an.

  2. Bewege dich immer auf Positives hin, finde Lösungen! Alle Mitarbeiter Deines Unternehmens sollten ein gemeinsames Ziel verfolgen und Dein Feedback hilft dabei, dieses zu erreichen.

  3. Frage im Team aktiv nach Feedback!

Filiz Scarcella arbeitet nach der Positive Leadership – Methode und wirbt für stärkeorientiertes Führen. Sie inspiriert Führungskräften, Unternehmer und kreative Macher, wie sie ihre Ziele, Kommunikation und Wertschätzung vereinen können, dass Flow, Erfolg und mehr Sinnhaftigkeit in ihr Arbeitsleben tritt. Sie hilft die persönlichen Grenzen
zu sprengen und motiviert für mehr Verantwortung, Perspektive und Augenhöhe. Lerne Filiz bei einem virtuellen Kaffe kennen.

 

Comments 2

  1. So manchem Menschen möchte ich dies mitgeben. Sie gehen in Weiterbildung. Und kommen wie vorher zurück.
    Haben sie angst etwas auszuprobieren ?

    Ich nehme dies auf und probiere es, in mein Leben zu integrieren. Es ist ein lebenslanges arbeiten an mir selber.

    1. Liebe Rita,

      danke für Deinen Kommentar. Das ist ja gerade das schöne, dass wir das Privileg haben lebenslang an uns und für uns selbst zu arbeiten und uns weiterzuentwickeln.

      Die Menschen die in Weiterbildungen gehen und gleich zurück kommen, haben weniger Angst es auszuprobieren. Ich nenne sie Seminartouristen, die sich einen schönen Tag machen.

      Wünsche Dir damit viel Freude beim ausprobieren.
      Beste Grüsse
      Filiz

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