Intrapreneurship Beitragsbild - Brauchen wir Intrapreneure?

Intrapreneurship – Der Mitarbeiter als Entrepreneur

Filiz Scarcella Allgemein 2 Comments

Stimmst Du zu? Bekanntes sollte dem Unbekanntem vorgezogen werden. Einfache, bewährte Lösungen sollten gegenüber unsicheren, neuen favorisiert werden. So drehen sich die Unternehmensrädchen stetig und gleichmässig weiter. Jeder weiss, was zu tun ist, jeder hat seine Aufgabe, seinen Schreibtisch, seine Routinen. Nur einer sticht heraus – nennen wir ihn Alex. Er ist Intrapreneur, ein Rebell, einer der’s anders machen will.

Was ist Intrapreneurship?

Jeder von kennt den Begriff Entrepreneurship – er ist in aller Munde. Ein Entrepreneur ist ein Unternehmer, nicht jeder Unternehmer ist aber gleichzeitig ein Entrepreneur.

Eigenverantwortung, Risikobereitschaft, Selbstständigkeit, Ideenreichtum und Lust auf Innovation – alles Eigenschaften die sowohl ein Entre- als auch ein Intrapreneur besitzt.

Beide haben also vieles gemeinsam.

Was ist der Unterschied zwischen einem Entrepreneur und einem Intrapreneur?

Der Unterschied:
Ein Intrapreneur ist ein Mitarbeiter, der wie ein Unternehmer handelt. Er sucht nach innovativen Lösungen, geht über das „geforderte” hinaus, behält aber immer die Kosten und das grosse Ganze im Blick. Ihm oder ihr wird die Freiheit und die finanzielle Absicherung zugesagt, um neue Produkte, Dienstleistungen und Strategien zu entwickeln. Das Konzept und die Spannung des Entrepreneurship kommt zur Anwendung – mit mehr Mitteln, mehr kreativen Köpfen aber weniger Risiko.

Ein Intrapreneur ist also ein Mitarbeiter, der gleichzeitig Mitunternehmer ist. Intrapreneurship ist eine Unternehmenskultur, die innovative und selbstständig denkende Mitarbeiter unterstützt und deren Stärken fördert. Es ist eine Atmosphäre, in der sich jeder entfalten kann und in dem jeden die benötigten Ressourcen zur Verfügung stehen.

Zitat Intrapreneurship - Wir brauchen Intrapreneure und Entrepreneure.

Sind Intrapreneure Einzelkämpfer?

Du willst als Führungskraft etwas in Deinem Unternehmen verändern? Super! Nun brauchst Du natürlich Mitstreiter, Menschen, die Deine Ideen teilen oder daran interessiert sind, sich weiterzuentwickeln. Wo findest Du sie? Schau Dich einfach mal um! Auch Dein Mitarbeiter haben sicherlich viel Potential, von dem Du nie wusstest.

Leute wie Alex, engagierte und innovative Mitarbeiter eines Unternehmens, sind diejenigen, die den Facebook „Like”-Button erfinden, die Post-It Notizzettelchen und die Sony PlayStation. Sie hatten eine Idee, erhielten Freiräume, Zeit und Ressourcen ihres Unternehmens und verfolgten selbst gesetzte Ziele. Nicht immer müssen es Einzelkämpfer sein.

Lässt ein Unternehmen Intrapreneurship zu, können sich ganze Teams zusammenfinden und Grossartiges schaffen. So zum Beispiel eine kleine Gruppe an Mitarbeitern rund um Steve Jobs. Sie zogen sich aus dem alltäglichen Unternehmensgeschehen zurück, dachten neu, dachten über die traditionellen Regeln und Strukturen hinaus und entwickelten den Apple Macintosh Computer.

Ein Intrapreneur hat die Ideen, die das Unternehmen weiterbringen.Nicht jeder von uns ist aber zum Intrapreneur geboren. Wir haben alle unsere Stärken und Kreativität, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit lassen sich nur schwer in einem Workshop vermitteln. Andere Eigenschaften wiederum, wie unternehmerisches Denken, Selbstständigkeit und Kommunikation können erlernt werden. Bist Du Intrapreneur?

Lässt Dein Unternehmen Intrapreneurship zu?

Eine Marketing-, eine Personal-, eine Buchhaltungsabteilung – sie sind aus den Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Wie sieht es aber mit einer Innovations- oder Entwicklungsabteilung aus? Wollen Unternehmen ständig wachsen und neue Wege gehen, so müssen sie das Finden dieser Pfade und auch ab und an das Fallen über Stolpersteine zulassen – auch das gehört zu Entwicklung.

5 Tipps für Intrapreneurship in Deinem Unternehmen

  • Haben Mitarbeiter Ideen, dann höre zu!

    Eine offene Unternehmenskultur setzt voraus, dass jeder das Gefühl hat, sagen zu können, was er möchte und Ideen vorzubringen. Werden zum Beispiel in einem Meeting neue Strategien entwickelt, so sollten sie protokolliert und weitergedacht werden. Triffst Du dann auf Hürden, so sollten gemeinsam Wege gefunden werden, um diese zu meistern, statt Ideen gleich abzuwürgen. Bringt ein Projekt dem Unternehmen jedoch keinen Nutzen, musst Du Dir dies auch eingestehen können. Wird eine Idee doch abgelehnt, so sollte dies nachvollziehbar begründet werden.

  • Gib Deinen Intrapreneuren Freiräume um kreativ zu werden!

    Neben ihren alltäglichen, also den in der Stellenbeschreibung festgelegten Aufgaben, sollten Intrapreneuren Freiraum für Ideenfindung und – Entwicklung gegeben werden. Vielleicht könnte jeden zweiten Tag ein Innovationsmeeting stattfinden, in dem sich darüber ausgetauscht wird, wie alle gemeinsam, das Unternehmen weiterbringen können. Vielleicht könnte ein besonders kreativer und motivierter Mitarbeiter aber auch einige seiner Aufgaben delegieren und so mehr Zeit für Ideenprojekte bekommen. Die Ressourcen und die Zeit für Experimente zu haben, ist eine Voraussetzung für Intrapreneurship.

  • Den Geist des Intrapreneurships vorleben!

    Wie immer, beginnt jede Massnahme bei der Führungskraft selbst. Du solltest Intrapreneurship selbst vorleben, mit Deinen Mitarbeitern über Neuerungen diskutieren und unnötige und komplizierte Bürokratie oder Mikromanagement vermeiden. Gestehe ausserdem ein, wenn etwas schief geht und mache klar, dass alle Fehlern lernen können.

  • Verändere Deine Unternehmenskultur!

    Oft werden diejenigen, die sich mit neuen Ideen statt den Aufgaben ihrer Stellenbeschreibung beschäftigen, als Rebellen, als Individualisten angesehen. Es wird nicht offen kommuniziert und am Ende sind die Kollegen neidisch, dass Alex statt der Arbeit an Excel-Tabellen, im Konferenzraum am Whiteboard kreativ werden darf. Diese Einstellung muss sich ändern: Offene Kommunikation statt Vermutungen und Getuschel. Vertrauen statt Mikromanagement. Zusammenarbeit statt Wettbewerb und Konkurrenzdenken zwischen den Kollegen.

  • Verändere Deine Fehlerkultur!

    Fehler passieren. So ist das einfach. Statt aber zu fragen: „Wer hat das vermasselt?” könntest Du nach dem Grund für das Scheitern eines Projektes suchen. Was können wir beim nächsten Mal besser machen? Es ist weitaus schädlicher für Dein Unternehmen, wenn Fehler aus Angst vor Konsequenzen verschwiegen werden.

Nun kannst Du aber nicht morgen ins Büro spazieren und sagen: „Ab heute haben wir hier Intrapreneurship.” So einfach ist das ganze dann wirklich nicht. Neben der Rahmenbedingungen, die durch das Unternehmen und die Führungskraft selbst geschaffen werden können, muss es natürlich auch mindestens einen Mitarbeiter geben, der motiviert, kreativ und engagiert ist.

Warum brauchen wir Intrapreneurship so dringend?

Intrapreneurship Infografik - Warum brauchen wir Intrapreneure?

Vor allem grosse Unternehmen stecken häufig in bequemen Routinen fest. Es gibt für alles veraltete Prozesse, viel zu viel Bürokratie und viel zu wenig Kreativität. Intrapreneurship wiederum sorgt für einen ständigen Fluss an neuen Ideen, die Probleme lösen oder Innovationen darstellen. Die Welt um uns herum steht nicht still – im Gegenteil, sie dreht sich immer schneller und ungewisser. Wir sollten hierbei nicht auf der Strecke bleiben, sondern engagiert, mit neuen Ideen wachsen und uns anpassen.

Bist Du Intrapreneur?

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Comments 2

  1. Ciao Filiz,

    wenn ich eine Arbeit mit Leidenschaft ausübe, egal ob im privaten oder im geschäftlichen Bereich, dann wird man automatisch zu einem Intrapreneur. Denn während der Ausführung der Arbeit lassen sich Dinge erkennen die man besser machen kann. Im privaten lässt sich dieses recht schnell umsetzen, wohingegen im geschäftlichen man nicht immer gleich ein offenes Ohr für Verbesserungen hat, da gilt meist immer noch der Spruch: „Das haben wir früher schon so gemacht, also machen wir es heute auch noch so.“. Man braucht also den passenden Chef dazu und wie du schon geschrieben hast, Zeit um es umzusetzen. Meiner Meinung ist / kann jeder Mitarbeiter(in) der mit Leidenschaft seine Arbeit ausübt ein Intrapreneur sein. Viele Firmen bieten Ideenprogramme an, in dem sie die Ideen / Verbesserungen von den Mitarbeitern(innen) sammeln, auswerten und ggf. umsetzen. Die Mitarbeiter deren Ideen / Vorschläge umgesetzt warden, bekommen dann eine Prämie.

    1. Hi Volker
      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich sehr, Erfahrungen verschiedener Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu hören. Ich stimme Dir absolut zu: Wer Leidenschaft für den eigenen Job hat, sucht ganz automatisch nach Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Veränderung. Die Motivation dazu kommt ganz aus dem inneren heraus, ist also intrinsisch und wird nicht von äusseren Einflüssen bestimmt.

      Hast Du denn selbst schon einmal eine Arbeit mit dieser Leidenschaft ausgeübt, die Du beschreibst?

      Liebe Grüsse
      Filiz

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