Beitragsbild für den Blog zum Thema Mentoring - Von Mentoren lernen und gemeinsam erfolgreich werden.

Mentoring – Lieber gemeinsam statt einsam

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Du hast eine Frage? Kein Problem. Smartphone raus, Google öffnen und ein paar Schlagwörter eingeben. Tipp, Tipp, Tipp … Nur Sekunden später hast Du Deine Antwort. Du willst eine Lampe installieren, Gitarre spielen lernen oder Schweizer Äplermagronen zubereiten? Kein Problem. YouTube zeigt Dir, wie’s geht. Nun stellen wir uns aber einmal vor, Du willst über Deine Herausforderungen sprechen, hast eine innovative Idee, die Du mit jemanden diskutieren möchtest oder fühlst Dich in Deinem neuen Job überfordert. An wen wendest Du Dich? Reicht Dir die Anonymität von Online-Foren aus? 

Mentoring ist so populär, weil Wissenstransfer am besten von Mensch zu Mensch funktioniert.

Auch wenn manch es manch einer in Zeiten der Digitalisierung vergessen haben mag: Wissenstransfer funktioniert doch immer noch am besten von Mensch zu Mensch, von Lehrer zu Schüler und von Mentor zu Mentee. 

Ich habe es mir selbst zum Ziel gesetzt, mehr Persönlichkeit, Leichtigkeit und Inspiration in unsere schnelle, unvorhersehbare Arbeitswelt zu bringen. Der Mensch mit all seinen Stärken, Bedürfnissen und Erfahrungen soll wieder in den Mittelpunkt rücken. Um genau dies zu erreichen, müssen wir voneinander lernen und miteinander arbeiten wollen. Welchen besseren Weg gibt es da als Mentoring?

Was ist Mentoring? 

Im klassischen Sinne verstehen wir unter Mentoring eine Art Patenschaft. Eine erfahrene Person gibt Wissen an einen Mentee weiter, berät und unterstützt ihn damit und dient als Vorbild. Ein guter Mentor gibt über einen längeren Zeitraum hinweg Feedback, kritisiert, wenn es angebracht ist und fungiert als eine Art Sparringpartner in Diskussionen. 

Beim Mentoring unterstützt ein Mentor einen Mentee und beide stehen im regelmässigen Austausch.

Es gibt aber noch weitere Arten des Mentoring, jeweils mit unterschiedlicher Dauer und verschiedenen Anforderungen:

  • Reverse Mentoring – Geht es um digitales Wissen, um den Umgang mit Apps und die sozialen Netzwerke, haben viele junge Mitarbeiter den Älteren etwas voraus. Natürlich gibt es auch viele „alte Hasen”, die digital und virtuell absolut fit sind. Beim Reverse Mentoring sollen die „jungen Hüpfer” den älteren Kollegen jedoch nicht nur die Technik, sondern auch die Haltung und das Mindset der neuen Generationen vermitteln. Viele Unternehmen setzen junge Mentoren ein, um Arbeitsprozesse und -strukturen für die Zukunft fit zu machen. Die Rollen des klassischen Mentoring werden also getauscht, um so einen Perspektivenwechsel zu erzeugen. Wie bei allen anderen Arten des Mentoring ist Offenheit und der Wille, etwas vom anderen zu lernen, Voraussetzung für den Erfolg des Programms.
  • Onboarding – In vielen Firmen begleitet ein „alter Hase” die neuen Kollegen für eine Weile, zeigt ihnen welche Software im Unternehmen genutzt wird und erleichtert ihnen so den Einstieg.
  • Interdisziplinarität – Arbeiten wir eine Weile in einem Unternehmen, können wir auch schon mal fachblind werden. Wir kennen die Kollegen aus den anderen Abteilungen abgesehen vom „Hallo” an der Kaffeemaschine kaum und wissen nicht woran sie arbeiten. Der Austausch von Mitarbeitern verschiedener Abteilungen kann für Firmen äusserst hilfreich sein. Begleite Deine Kollegen doch mal für eine Weile bei seiner täglichen Arbeit!
  • Interkulturelles Mentoring – Hat Dein Unternehmen verschiedene Standorte, kann Dich ein Erfahrungsaustausch mit den ausländischen Kollegen weiter bringen.
  • Fachbezogenes Mentoring – Auch wenn Du Dich selbst für einen Experten in Deinem Fach hältst, ist es sehr bereichernd einen Wissensaustausch mit einem anderen Spezialisten zu starten.


Es geht nicht allein um die Vermittlung von Fachwissen, sondern vor allem um eine positiv ausgerichtete psychische und mentale Unterstützung. Fühlt sich der Mentee bei einem Konflikt oder einer Herausforderung überfordert, sollte sich der Mentor empathisch zeigen und in die Ängste des Schützlings hineindenken können. 

Wer eignet sich als Mentor oder Mentee? 

Grundsätzlich kann jeder Mentor sein, denn schliesslich weiss jeder von uns etwas, das der andere nicht weiss. Welche Person als Mentor für Dich geeignet ist, oder wen Du als Mentee unterstützen kannst, hängt natürlich ganz von Deinen Interessen und Zielen ab. Willst Du mehr über den Umgang mit Führungsaufgaben erfahren, sind spezifische Fachkenntnisse weniger gefragt, als Leadership-Erfahrungen. Willst Du Dich fachlich weiterbilden, ist eine Person, die in Deiner Branche arbeitet, besser geeignet. Letztere muss keine Führungsverantwortung haben und es ist sehr gut möglich, dass ein Mitarbeiter für eine Weile als Mentor für eine neue Führungskraft agiert. 

Mentoring - Was sind die Rollen eines Mentors und was sind die Aufgaben eines Mentees?

Die Voraussetzung für ein Mentoring ist, dass Du Ziele hast. Diese müssen nicht endgültig sein und der Mentor kann Dich auch bei der Orientierung unterstützen. Dafür solltest Du den gewissen Ehrgeiz und die entsprechende Selbstmotivation mitbringen. Auch solltest Du wissen, wo Du jetzt stehst und Deine Selbstwahrnehmung immer und immer wieder auf den Prüfstand stellst. Die letzte und wohl wichtigste Voraussetzung: Du bist wirklich bereit von einer anderen Person zu lernen!

Was sind die Vorteile von Mentoring?

Mentoring ist keine Einbahnstrasse, sondern ein Geben und Nehmen. Mentoring ist ausserdem kein Monolog, ganz im Gegenteil. 

Ein Mentor, der junge, ehrgeizige Führungskräfte unterstützt, die gerade ihren Uni-Abschluss hinter sich haben, kann sein Fachwissen auf den neuesten Stand bringen. Wer an seinen sozialen Kompetenzen arbeiten will, der hat die Möglichkeit diese regelmässig mit einer anderen Person zu schulen und sich Feedback einzuholen. Wer Erfahrung hat und diese gern teilt, der freut sich über ehrliche Wertschätzung

Der Mentee hat grundsätzlich natürlich die Chance von seinem Mentor zu lernen. Er bildet sich dadurch persönlich weiter. Durch regelmässiges, offenes Feedback schulst Du Deine Selbstwahrnehmung und wirst im Bezug auf Deine Fähigkeiten, Talente, Stärken und Potential selbstbewusster. Ein Mentorship-Programm kann zudem die eigene Orientierung erleichtern.

Für Unternehmen ist die Attraktivität von Mentorship-Programmen offensichtlich: Junge, talentierte Führungskräfte und Mitarbeiter werden gefördert und lernen von den erfahrenen Kollegen. Im Bezug auf andere Arten des Mentoring ist dieser Vorteil ganz ähnlich.
Findet das Mentoring unternehmensintern statt, kann obendrein eine gewisse Verbundenheit zur Firma aufgebaut werden. Der grösste Nutzen, den Unternehmen von diesen Programmen haben, sind die Chancen für Innovation, für neue Ideen und verbesserte Prozesse. Durch Mentoring wird ein Austausch angeregt und wo Menschen kommunizieren, entsteht Grossartiges. Im Brainstorming kommen plötzlich Gedanken auf, die im day-to-day-business nie möglich gewesen wären. Vorgehensweisen werden hinterfragt und die soziale Kompetenz eines jeden gefördert. 

Mentoring hat für alle Parteien nur Vorteile - den Mentor, den Mentee und das Unternehmen

Netzwerke sind zum Teilen da

In der Arbeitswelt spielen Netzwerke eine wichtige Rolle. Darüber sind wir uns sicher einig. Bist Du Teil eines Mentorship-Programmes – egal in welcher Funktion – so kannst Du von Netzwerken profitieren. Als Mentor befindest Du Dich in der Gesellschaft anderer Mentoren. Als Mentee hast Du in den meisten Fällen Zugang zum Netzwerk Deines Mentors. Trotzdem sollte ein solches Programm nicht lediglich als einfaches Karrieresprungbrett angesehen werden. Im Endeffekt geht es immer um die persönliche Weiterentwicklung, nicht um den definitiv sicheren Job am Ende des Mentorings. 

Meine Tipps zum Thema Mentoring

Mentoring ist immer sehr individuell und der Ablauf hängt stark von den beiden beteiligten Personen ab. Aus genau diesem Grund möchte ich diesen Beitrag heute nicht mit „To-Do’s” oder „Must-Have’s” abschliessen, sondern fünf Tipps, die Du für Euch anwenden kannst … 

 

  • Die Hauptarbeit liegt beim Mentee

    Auch wenn die Beziehung zwischen Mentor und Mentee, der eines Lehrers und Schülers gleicht, ist der Schützling der Chef im Ring. Er sollte die eigene Mentoring-Zeit proaktiv gestalten, Notizen machen und sicherstellen, dass er alles verstanden hat. Natürlich muss der Schützling aber auch akzeptieren, wenn er vom Mentor herausgefordert wird.

  • Nicht immer gleicher Meinung aber immer mit Respekt

    Sympathie und Vertrauenswürdigkeit sind – wie bei jeder anderen Beziehung auch – die Voraussetzung für ein gutes und zielführendes Miteinander. Wer persönlich nicht miteinander harmoniert und „nicht die gleiche Sprache” spricht, der wird als Duo nicht erfolgreich werden. Hier ist Augenhöhe ein Muss. Respekt dem anderen gegenüber ist wesentlich und ein „Dankeschön” hört doch wohl jeder gern. Die Rollen im Mentoring-Tandem sind nicht fix und können jederzeit neu definiert werden. In bestimmten Themenbereichen weiss vielleicht der Mentee besser Bescheid und kann dem Mentor neues Wissen vermitteln.

  • Mentoring ist kein Monolog

    Mentoring ist ein Dialog. Fragen sollten von links nach rechts, von oben nach unten und wieder zurückfliegen. Eine Unterhaltung funktioniert aber nie ohne aktives Zuhören.

  • Ohne Kritikfähigkeit geht’s nicht

    Wer lernfähig ist, kann Kritik annehmen und mit ihr umgehen. Ein Mentoring-Tandem sollte durch ständiges Feedback angetrieben werden. Wenn Kritik geübt wird, dann immer konstruktiv und wertschätzend.

  • Zuverlässigkeit und Konsequenz auf beiden Seiten

    Beide Seiten – sowohl der Mentor als auch der Mentee – investieren Zeit für ein Mentorship-Programm und dies sollte wertgeschätzt werden. Auch wenn Du gerade viel zu tun hast: Sei immer pünktlich und halte Dich an Vereinbarungen.

Was sind Deine Erfahrungen?

Nun möchte ich Deine Erfahrungen hören! Warst oder bist Du Teil eines Mentorings? Auf welche Herausforderungen bist Du gestossen und wie bist Du mit ihnen umgegangen?

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Filiz Scarcella ist eine energiegeladene, inspirierende und out of the Box denkende Business Coach|in, Buch-Autor|in und kreative Macherin. Sie zeigt Führungskräfte, Manager, Projektleiter und Unternehmer, wie sie mit ihrer Persönlichkeit punkten, wie sie sich selbst besser vermarkten und wie sie ihre Mitarbeiter zu Mitunternehmer machen.

Dazu hat sie verschiedene Coaching und Mentoringprogramme entwickelt und u.a. das Buch: Vorbildlich Führen geschrieben. Das Ganze wird unterstützt durch Mental-Selfness-Power, was in der Kombination im deutschsprachigen Raum einmalig ist.

Durch ihre Arbeit verhilft sie zu mehr Spass, Erfolg und Sinnhaftigkeit. Stärkenorientiertes Führen ist der Schlüsselfaktor für die neue Arbeitswelt. Filiz hat eine Mission – Sie unterstützt Menschen darin; positiver, selbstbestimmter und leistungsfähiger zu sein und dabei mehr Herz und Mut ins Businessleben zu bringen. Lerne Filiz Scarcella bei einem virtuellen Kaffe kennen. 

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