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Network Leadership – Die Kraft des Netzwerks

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Eines ist klar: Keiner von uns ist allwissend! Trotzdem wird in vielen Unternehmen auch heute noch autoritär geführt. Delegiert wird von oben nach unten und wirklich nur dass, was man den Mitarbeitern auch zutraut. Die Führungskraft an der Spitze hat das Ruder in der Hand und navigiert das Boot so, wie er es für richtig hält. Diejenigen, die rudern, haben Angst ihre Meinung zu sagen. Lieber Kopf runter, so wenig wie möglich auffallen und den Druck aushalten. Kann so wirklich langfristige Leistungssteigerung entstehen? Nein!

Der autoritäre Führungsstil dankt ab – langsam, bewegt durch einen Generationenwechsel aber stetig. Wer den Druck unter einem Tyrannen nicht mehr aushalten will und kann, der kündigt. Hohe Mitarbeiterfluktuation kann sich allerdings in Zeiten des Fachkräftemangels wirklich niemand mehr leisten.

Network Leadership löst den autoritären Führungsstil ab.

Ein sehr gegensätzliches und gleichzeitig eines der aussichtsreichsten Führungsmodelle wird als Network Leadership bezeichnet.

Was ist Network Leadership?

Jeder von uns gehört einer Vielzahl von Netzwerken an. Die Lieblingskollegen bei der Arbeit, mit denen Du Dich über das beste Katzenfutter unterhältst, das Volleyball-Team, mit dem Du jeden Samstagmorgen trainierst und nicht zuletzt auch Deine virtuellen, sozialen Netzwerke. Niemand zwingt uns dazu, diesen Netzwerken beizutreten. Sie formen sich einfach so, weil alle Mitglieder ähnliche Interessen, Ansichten oder einfach Sympathie für einander haben. In der Regel führt dies dazu, dass innerhalb der Gruppen mehr Motivation und eine höhere Akzeptanz füreinander besteht. (Facebook, Instagram & Co. von dieser Annahme einmal ausgenommen.)

Wie kann dieser Grundgedanke der sozialen Netzwerke nun in der Unternehmensumgebung genutzt werden?

Beim Network Leadership gibt es keinen allmächtigen Vorgesetzten, sondern bunt gemischte Teams, die an Projekten arbeiten und miteinander vernetzt sind. Geführt werden sie immer von demjenigen, der zu dem Thema, um das es geht, die meiste Kompetenz besitzt. Prinzipiell könnte das jeder der einzelnen Mitarbeiter sein und sich auch im Laufe des Prozesses ändern.

Network Leadership nutzt die Netzwerke, in denen Menschen sich eh bereits befinden.

Die Teams beziehungsweise Netzwerke werden nicht von einem Aussenstehenden anhand bestimmter Kriterien zusammengestellt, sondern entsteht ganz natürlich und von allein. So entsteht ein Wir-Gefühl und dieses Bild des Unternehmens wird auch nach aussen hin transportiert. Junge Talente, die nach dieser Art von Freiheit und Zugehörigkeit suchen, werden angesprochen und fühlen sich in dieser Umgebung wohler. Generation X und Y werden durch ein erfülltes Arbeitsleben stärker motiviert als durch hohe Löhne und Statussymbole.

Worauf kommt es beim Network Leadership an?

Es gibt ein paar Grundlagen, ohne die das Prinzip des Network Leadership nicht funktionieren kann.

  1. Jeder muss die eigenen Stärken kennen.
    Jeder von uns hat Stärken. Nur wissen viele nicht, was genau sie gut können. In meinem Artikel „Stärkenorientierung” erfährst Du, warum es so wichtig ist, die eigenen Stärken zu kennen und wie Du überhaupt herausfindest, was sie sind.  

  2. Das Unternehmen muss seinen Mitarbeitern vertrauen.
    Der wohl wichtigste Punkt überhaupt: Vertrauen. Führungskräfte wollen Aufgaben nicht delegieren, weil sie der Meinung sind „sie wären die einzigen, die das richtig machen” und Mitarbeiter trauen sich nicht Ideen mit ihren Vorgesetzten zu teilen. Network Leadership funktioniert nicht ohne Vertrauen!

  3. Jeder muss Lust haben, Teil eines oder mehrerer Netzwerke zu werden.
    Wer kein Interesse an den Kollegen hat, eigentlich viel lieber daheim auf der Couch sitzen würde und wer nur nach einem Weg sucht, um den nächsten Urlaub zu finanzieren, der ist möglicherweise in einem Unternehmen mit Network Leadership nicht gut aufgehoben. Alle Mitarbeiter müssen sich einbringen wollen und Verantwortung übernehmen damit die Rechnung aufgeht.

  4. Jeder muss das Gefühl der Selbstständigkeit lieben.
    Viele von uns brauchen Struktur, klare Ansagen und einen Plan. In Netzwerken, in denen die Richtung nicht immer von vorn herein klar ist, kann es schon mal chaotisch werden.

Was sind die Vor- und Nachteile von Network Leadership?

Vorteile Network Leadership - Plus ZeichenDamit ein Modell wie das des Network Leadership funktionieren kann, muss jedes Netzwerk-Mitglied die eigenen Stärken kennen und kommunizieren. Wenn jeder von den Talenten der anderen weiss, können Potenziale vollkommen ausgeschöpft werden. Stehst Du vor einer Herausforderung und kommst nicht weiter? Weisst Du, wen Du um Hilfe bitten kannst? Bist Du zu einem Thema derjenige mit der meisten Kompetenz, wird Dir zumindest für die Dauer eines Projektes die Leader-Rolle zugeschrieben.

So entsteht Innovation, so bewegt sich was. In unserer VUCA-Welt ändern sich Anforderungen ständig: Immer mehr Informationen, mehr Komplexität. Wenn die Aufgabe, die Herausforderung, das Ziel bestimmt, wo es langgeht, statt einer Person oder klassischen hierarchischen Strukturen, dann kann auf neue Anforderungen viel flexibler reagiert werden. Netzwerke entstehen, so wie sie gerade gebraucht werden.


Jeder hat die Chance, sich selbst zu beweisen und genau das zu tun, was ihm oder ihr Spass macht. So wird dem Einzelnen in der Theorie zumindest, auch bewusster, welchen Beitrag er zum Gesamterfolg geleistet hat. Ergebnisse zu erzielen und das Gefühl zu haben, etwas beizutragen, spielt für unser Glücksempfinden eine grosse Rolle.

Nachteile Network Leadership - Minus ZeichenBei einer solch engen Zusammenarbeit kann es aber auch schnell zu Konflikten kommen. Die sind grundsätzlich nichts schlechtes, doch müssen sie konstruktiv gelöst werden um nicht langfristig zwischenmenschliche Beziehungen zu gefährden. Hierzu gehört eine grosse Portion offener und transparenter Kommunikation. Zudem können die flachen oder gar nicht vorhandenen Hierarchien dafür sorgen, dass der ein oder andere die Orientierung verliert. Die Richtung ist einfach nicht immer von vornherein klar.

Könnte Network Leadership in Deinem Unternehmen funktionieren?

Mittlerweile gibt es eine ganze Menge an Führungsmodellen – Positive Leadership, Adaptive Leadership, Situativ, Agile, die Liste hört gar nicht mehr auf. Jedes Unternehmen ist anders, hat andere Mitarbeiter und unterschiedliche Kunden. Was genau für Dich und Deine Kollegen „passt”, das müsst Ihr selbst herausfinden. Teste verschiedene Strategien und beobachte, wie sich alle Beteiligten dabei fühlen.

Wichtig ist es immer, Veränderungen nicht von heute auf morgen durchboxen zu wollen. Vor allem der Aufbau einer radikal anderen Führungsstruktur braucht Zeit und Planung. Die Gehe mit Deinem Vorhaben transparent um und beziehe Deine Mitarbeiter immer in den Änderungsprozess ein.

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Mit meiner Can-Do-Einstellung unterstützt ich Dich als Führungskraft zu mehr Eigenverantwortung, Perspektive und Positivität. Ich bin für stärkenorientiertes Führen und möchte Dir helfen, Deine Mitarbeiter zum Mitunternehmer zu machen. Motivierte Mitunternehmer übernehmen schneller Verantwortung und können Entscheidungen gezielter treffen. 
Für Deine Zufriedenheit und persönlichen Erfolg unterstütze ich Dich bei Herausforderungen im Führungs- und Karrierealltag. Lerne mich bei einem virtuellen Kaffe kennen. Ich freue mich auf Dich.
Deine Filiz Scarcella

 

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