Welche Performance wird von Führungskräften erwartet?

Du MUSST einfach abliefern!

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Gastbeitrag: Brunello Gianella – Agilitator | Autor | Transformer | bei brunello.online

Damit muss jetzt Schluss sein.

Wir alle müssen heute abliefern. Besonders in agilen, digitalen Zeiten haben wir es in unserem Alltag mit ständige Veränderungen und Herausforderungen zu tun: Neue Produkte und Dienstleistungen erobern den Markt, unbekannte Wettbewerber tauchen aus dem Nichts auf, Fusionen drehen Altbewährtes auf den Kopf, Mitarbeiter kommen und gehen, die Führungsspitze wird ausgewechselt, politische Interventionen schotten vielversprechende Märkte ab. Das Wirtschaftsleben ändert sich ständig. Und auch Kulturen und Herausforderungen verändern sich immer schneller. Neue Generationen leben und gestalten andere Kulturen und setzen auf andere Werte. 

Auch damit sehen wir uns als Leader konfrontiert. Performance im hier und jetzt wird erwartet. Und zwar eine, die überzeugt und zur Herausforderung und Kultur passt. Und wenn der Fall eintritt, dass wir nicht überzeugen, gehen andere selbstverständlich davon aus, dass mit uns „irgendwas nicht stimmt“ . Nur, weil man es nicht besser weiss, geht man also davon aus, dass die schlechte Performance an den Kompetenzen des Leaders liegt. Aber nicht nur in den grossen Konzernen wird die Verantwortlichkeit den Führungskräften zugeschrieben. In kleineren und mittleren Unternehmen ist das genau so.

Führungskräfte müssen immer ihre beste Leistung abliefern.

Die Lösung liegt tiefer

Was wird nun unternommen? Wir werden Reparaturmassnahmen unterzogen! Es wird an uns „herumgecoacht“, damit wir unsere „mangelnden Kompetenzen“ wieder ausgleichen können. Dürfen wir Dir mal etwas verraten? Wenn es sich nur um mangelnde Kompetenzen und Skills handeln würde, wäre die ganze Angelegenheit viel harmloser. Kompetenzen lassen sich ausbügeln, ausbauen, weiterentwickeln. Das Problem, welches der momentane „Underperformance“ zugrunde liegt, sitzt viel tiefer.

Übrigens, leider fängt der Reparaturbetrieb oft bereits in der Familie, im Kindergarten, in der Schule an. Was ist „falsch“ bei Margrit oder Philippe, fragen sich Eltern, Erzieher, Lehrer und oft auch Kollegen. Mit oft verheerenden Folgen für das Individuum, wenn er mit einer regelrechten Reparaturindustrie konfrontiert wird.

Alles ist in ständiger Veränderung. Deswegen ist es absolut gängige Praxis und deswegen scheint es vollkommen in Ordnung, Menschen in einen Reparaturbetrieb zu stecken und gar „kaputt zu reparieren“. Nein, das ist es nicht. Dieses Vorgehen hat seine Ursache in einem weit verbreiteten Vorurteil, das noch immer fest in unseren Köpfen verankert ist. Wenn eine Situation und ein Mensch aufeinandertreffen, ist nicht wie angenommen der Mensch die Unbekannte, sondern die Situation. Meistens haben sich die Situation, die Herausforderung, die Ziele, die Werte stark und schnell verändert oder verändern sich gerade. Da ist nicht Reparatur gefragt, sondern eine Neubeurteilung der Lage.

Ist der Mensch, der bis dato erfolgreich, leistungswillig und fähig war, auch für die neue Zeit/Situation/Challenge der Richtige?

Wir sprechen hier von Fitting zwischen Persönlichkeit (personal fit), Unternehmenskultur/Situation (cultural/situational fit) und Herausforderungen der Rolle (role fit).

Die Führungskraft muss sich der Situation anpassen können.

Lass uns an dieser Stelle also bitte festhalten: Wenn Situation und Mensch aufeinandertreffen, ist in dieser Konstellation der Mensch die Konstante und die Situation die Unbekannte.

Nur die eigene Persönlichkeit ermöglicht nachhaltige Performance

Unsere Kultur ist auf die Idee, dass ein Mensch sich immer wieder „neu erfinden“ kann, geradezu fixiert. Es gehört zu unserem Alltag, den Wohnort zu wechseln, eine neue Partnerschaft einzugehen, einen anderen Beruf zu erlernen, in eine neue Rolle zu schlüpfen – heute mehr noch als früher. Wir können als Menschen zwar unser Verhalten ändern/anpassen, nicht aber unsere Persönlichkeitsstruktur.

Das Ganze lässt sich aber auch positiv ausdrücken: Wir leben in sehr spannenden Zeiten und spannende Zeiten waren noch nie etwas für Couch-Potatoes. Wir müssen runter vom Sofa, denn die Digitalisierung macht die Aufmerksamkeit der Menschen zu einem raren Gut – und der, der ist wie alle anderen, geht im Meer des Digitalen unter.

Wer sich nicht als Person zu erkennen gibt, wird von den Algorithmen des Digitalen gnadenlos in den Mainstream eingespeist. Wer in Zukunft Menschen führen will, muss daher sichtbar sein, aus der Masse heraustreten. Also das genaue Gegenteil von dem tun, was bisher als gut und nützlich galt. In Zukunft müssen Führungskräfte sichtbar sein, wenn sie Menschen führen möchten. Dabei darf Sichtbarkeit nicht mit laut oder marktschreierisch verwechselt werden. Es geht schon lange nicht mehr um „gute Führung“, es geht um wirkungsvolles „Leadership“. Nur wer ein echter Leader ist, also glaubhaft ist in dem, was er tut, hat Follower und durch sie Einfluss.

Das Fatale aber ist: Follower folgen nur freiwillig. Niemand kann sie zwingen, dem Vortänzer zu folgen. Der Vortänzer muss durch seine Persönlichkeit überzeugen.

Meine Persönlichkeit, mein Erfolgsgarant!

Was hat das nun mit der Performance einer Führungskraft zu tun? Sehr viel. Denn in den „Reparaturbetrieben“ wird versucht, den Menschen in seiner Persönlichkeit zu verändern und zu verbiegen. Damit soll erreicht werden, dass er wieder erfolgreicher ist. Ein neues Fitting muss her! Leider wird meistens nur ein „Outfitting“ geleistet. Aber: Das Problem ist nicht die Persönlichkeit, sondern das Setting, in dem sie performen soll. Nutzen wir unser inneres ICH, unsere Persönlichkeit wirklich?

Die Unwissenheit über das eigene Ich haben wir in unzähligen Beratungen von Spitzenmanagern immer wieder erstaunt zur Kenntnis genommen. Vergegenwärtigt man sich jedoch den ungeheuren Druck in der Familie, Schule, Wirtschaft oder Gesellschaft, möglichst konform zu agieren, verwundert es nicht. Dieses Sich-Verhalten, obwohl wir tief im Inneren etwas anderes spüren, kommt einer jahrelangen Selbstverleugnung gleich. Eine Selbstverleugnung, die nur mit viel Disziplin kurzfristig aufrechterhalten werden kann. Das kostet viel Kraft, weil oft gegen das eigene Naturell agiert wird und so wichtige Bedürfnisse, deren Quelle in unserer Persönlichkeit liegen, keine Befriedigung finden. So entstehen Spannungen, Unzufriedenheit, Süchte. Doch wer Jahrzehnte innen wie aussen den „blauen Anzug“ tragen musste, weiss irgendwann nicht mehr, wer er ist und wofür er steht.

Um es ganz deutlich zu sagen: Jemand, der derart im Ungleichgewicht lebt, kann kein Leader sein, dem Menschen begeistert folgen. Betreibt die Führungskraft die eigene Selbstverleugnung zu lange, wird  er zum Spielball von Interessengruppen im Unternehmen. Dann erlischt das „innere Feuer“, die Konflikte mit der Geschäftsleitung, seine Kollegen, seine Mitarbeiter und seinem Team über die richtige Strategie häufen sich. Das bindet Kräfte, im operativen Geschäft ist er daher seit Langem nicht mehr präsent. Plötzlich treffen wichtige Entscheidungen andere. Die Führungskraft spürt, dass sie nicht mehr funktioniert. Seine Autorität ist angekratzt. Er ist angreifbar geworden. Oft wird er dann nur noch geduldet, bis er sich von selbst entsorgt oder am Ende einfach abgesetzt wird. Nicht selten mündet so etwas in psychischen Krisen, die vom Burn-out bis hin zur Selbstaufgabe alle möglichen Variationen der Selbstzerstörung auslösen können.

Deswegen sagen wir: Unternehmen müssen aufhören, Menschen in Reparaturbetriebe zu stecken, sofort! Es geht also nicht darum, als Leader seine Führung zu verändern, sondern in ein Setting zu kommen, in der dieser Führungskraft mit seiner individuellen Art erfolgreich sein Potenzial nutzen kann. Dazu muss zum einen mit dem oben genannten Vorurteil aufgeräumt werden, dass der Mensch verändert werden muss.

Führungskräfte sollten die Situationen finden, die zu ihnen passen.

Wenn Mensch zur Situation passt

Kommen wir in Situationen, die zu unseren Motiven, Zielen und Emotionen passen, in denen wir auf unser individuelles implizites Wissen zurückgreifen können oder darin gestärkt werden „unserem Warum“ nachzugehen, schlägt sich das blitzschnell in der Performance nieder. Wir sind in der Lage, unsere Leistung wie gewohnt abzurufen. Nicht nur – wir lernen dabei und werden immer besser, leistungsfähiger. Wir wachsen von innen nach aussen. Wir werden als Persönlichkeit wahrgenommen. Resultate stellen sich wie von alleine ein, wir befinden uns im Flow. Da beginnt sehr oft eine positive Spirale in der Leistungsbereitschaft – die sich auf die Umwelt, die Mitarbeiter, Kunden und Organisation ausdehnt.

Die folgenden fünf Tipps bringen Dich weiter: 

  • Sei ein Vorbild!

    Nicht Organisation ist es, was die Unternehmen von heute und morgen am Leben hält, sondern Personen, die Visionen und Werte haben und diese glaubhaft vorleben. Menschen, die als Vorbild dienen. Echte Leader.

  • Übernimm Verantwortung!

    Das, was den Kern unserer Persönlichkeit ausmacht, entscheidet darüber, ob wir bestimmten Aufgaben gewachsen sind oder ob wir scheitern. Deswegen sollten wir uns selbst besser kennen und uns die richtigen Aufgaben suchen. Dann wird Deine Arbeit von Erfolg gekrönt sein.

  • Lebe Deine Identität!

    Jede Persönlichkeit ist ein Unikat, eine Perle. Suche für Dich Personen, Situationen, Herausforderungen, die zu Deinem inneren Kern passen. Verlasse Räume, Personen, Situationen die Dich einengen. Deine Identität braucht einen Anfang, eine Herkunft, eine Geschichte und eine Tradition, die zu Dir passt. Wer nicht weiss, woher er kommt (Persönlichkeit), weiss auch nicht wohin er gehen soll. Ansonsten ist das Ganze nicht glaubwürdig. Ohne Glaubwürdigkeit kannst Du einpacken. Identität schreit nach Authentizität. Identität muss echt sein.

  • Ehrlichkeit zahlt sich aus!

    Merke: Eine Identität, die uns nicht entspricht, ist die perfekte Vorlage für unzufriedene Partner, Mitarbeiter, Kunden. Und letztendlich für Konflikte. Eine solche „übernommene oder angepasste“ Identität funktioniert einfach nicht. Es gibt uns der Lächerlichkeit preis. Schliesslich gilt: nur mit Glaubwürdigkeit formt sich aus der Persönlichkeit es eine stabile Identität. Dann ist das Bild stimmig. Das merken auch Kunden und Geschäftspartner.

  • Lasse Deine Emotionen zu!

    Deine Emotionen sind einmalig und eng verbunden mit Deiner Persönlichkeit. Emotionen zeigen Dir, dass Du lebst! Lerne damit umzugehen, nehme sie wahr, nutze sie. Dein Gehirn fühlt, bevor es zum Handeln auffordert. Menschen, die mit ihren Emotionen nicht umgehen können, sie nicht einmal mehr wahrnehmen, haben in digitalen Zeiten ausgedient. Wir müssen uns endlich eingestehen: Wir Menschen sind in erster Linie nicht rationale Wesen, sondern emotionale Wesen. Die Ratio ist Diener der Emotion, nicht umgekehrt.

Fazit – Individuell führen heisst mit Emotionen führen

Egal ob Du eine Führungsposition inne hast oder nicht, egal ob Du am Anfang Deiner Karriere stehst oder schon im Hamsterrad steckst, Emotionen sind eine wichtige, persönliche Energiequelle. Wer die eigenen Emotionen erkennt, situationsgerecht einsetzt und für sich die passenden Herausforderungen und Rollen sucht, der lebt selbstbestimmt. Der lebt seine Identität, lernt, wird immer besser, leistungsfähiger und bleibt gesund.

Vielen Dank lieber Brunello Gianella für diesen wunderbaren Gastbeitrag. Alles was Brunello geschrieben hat unterschreibe ich 1 zu 1. Wenn er Dich zum Nachdenken angeregt hat, dann teile ihn bitte in Deinem Netzwerk und hinterlasse uns einen Kommentar.

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Filiz Scarcella ist eine energiegeladene, inspirierende und out of the Box denkende Business Coach|in, Buch-Autor|in und kreative Macherin. Sie zeigt Führungskräfte, Manager, Projektleiter und Unternehmer, wie sie mit ihrer Persönlichkeit punkten, wie sie sich selbst besser vermarkten und wie sie ihre Mitarbeiter zu Mitunternehmer machen.

Dazu hat sie verschiedene Coaching und Mentoringprogramme entwickelt und u.a. das Buch: Vorbildlich Führen geschrieben. Das Ganze wird unterstützt durch Mental-Selfness-Power, was in der Kombination im deutschsprachigen Raum einmalig ist.

Durch ihre Arbeit verhilft sie zu mehr Spass, Erfolg und Sinnhaftigkeit. Stärkenorientiertes Führen ist der Schlüsselfaktor für die neue Arbeitswelt. Filiz hat eine Mission – Sie unterstützt Menschen darin; positiver, selbstbestimmter und leistungsfähiger zu sein und dabei mehr Herz und Mut ins Businessleben zu bringen. Lerne Filiz Scarcella bei einem virtuellen Kaffe kennen. 

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