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Persönliches Engagement – Hast Du den Flow?

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Ich liebe das Segeln. Der Wind in den Haaren, das Adrenalin und das Gefühl der Freiheit, das es mir gibt. Von der Pieke auf, wollte ich schon immer die Segel selbst setzen, die Knoten machen und das Ruder bedienen. Ich machte meinen Segelschein, lernte die Theorie und die Praxis. Einmal angefangen habe ich mich verpflichtet gefühlt, das ganze auch durchzuziehen.

Ich habe mich für mein persönliches Ziel engagiert und tue es immer noch. Es fühlt sich gut an, ist aber auch heute noch eine Herausforderung. Vielleicht tut es mir gerade deswegen so gut. Ich betrete ein Segelboot, lege ab und vergesse alles. Meine Hände bedienen das Ruder, ich denke an nichts und doch wieder an so vieles – all das was mir meine Tätigkeit, das Segeln, jetzt und hier abverlangt. Dann kommen wir an eine ruhigere Stelle, ich entspanne und geniesse.

Persönliches Engagement kann für jeden anders aussehen. Engagement ist wichtig.

Engagement als wichtiger Faktor für Dein Lebensglück

Martin Seligman, den wir wohl als den Vater der Positiven Psychologie bezeichnen können, definierte fünf Elemente, die zu einem gelingendem Leben beitragen. Desto erfüllter eine Person, in all diesen Bereichen ist, desto glücklicher ist sie auch.

Er bezeichnet sie als die PERMA-Faktoren, die sich auch im Führungsansatz des Positive Leadership wiederfinden:

  • Positive Gefühle
  • Engagement
  • Relationship (Beziehung)
  • Meaning (Sinnhaftigkeit)
  • Accomplishment (Ergebnisse)

Mir geht es um den zweiten Punkt – Engagement. Es geht um den intensiven persönlichen Einsatz für eine Sache, sei es eine Tätigkeit, ein Ziel, eine Vision oder auch einen Menschen oder eine Gruppe von Personen. Es geht um die eigene Verpflichtung etwas zu ändern/anzupacken/zu lösen. Engagement ist das Gegenteil von Nichts-tun, von passiv sein.

Engagement entsteht immer nur dann, wenn das Ziel zu Dir selbst, Deiner Persönlichkeit und Deinen Stärken passt.

Engagement heisst aktiv werden für etwas, an dass du glaubst.

5 Gründe, warum persönliches Engagement so gut tut:


  • Sinnhaftigkeit:

    Wir alle streben nach Sinnhaftigkeit. Wir wollen, dass unser Tun, unsere Arbeit irgendeinem grossem Ganzen beiträgt. Wie kommst Du dahin? Indem Du aktiv wirst und Dich für etwas engagierst. Es ist unglaublich befriedigend, das Gefühl zu haben, die eigenen Handlungen hätten einen Sinn, es motiviert intrinsisch.

  • Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein:

    Wenn Du nicht aufstehst und los gehst, wirst Du nie herausfinden, wozu Du wirklich in der Lage bist. Du wirst Deine Stärken nicht kennenlernen, wenn Du Dich nicht zuerst in verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen engagierst.

  • Herausforderung, persönliches Wachsen und Spass:

    Es macht unser Leben so spannend, wenn wir immer und immer wieder vor (überwindbare) Herausforderungen gestellt werden. Was macht mehr Spass – Herumsitzen oder anpacken und etwas erreichen? Auch nichts zu tun kostet Energie, nämlich dann, wenn Dich Deine eigene Trägheit oder Lustlosigkeit frustriert. Diese Kraft kann auch besser eingesetzt werden!

  • Zwischenmenschliche Beziehungen:

    Im Team erreichen wir mehr. Engagieren sich mehrere Menschen für ein gemeinsames Ziel, so werden unweigerlich Beziehungen geformt. Wir können voneinander lernen und sogar zu noch mehr persönlichen Engagement motiviert werden.

  • Mehr Positivität:

    Manche sitzen da, motzen und machen alles und jeden mies – “Ich kann doch eh nichts ändern”, “Der andere dort drüben macht nichts gegen dieses Problem, also mache ich auch nichts.” – andere packen es an und verändern. Aktivität schafft Positivität.

Von persönlichem Engagement zu Flow

Wie ich zuvor beschrieb, kann ich mich voll und ganz im Segeln vergessen. Stunden fühlen sich wie Minuten an. Ich bin voll und ganz bei der Sache.

So manch einer empfindet dieses Gefühl am Arbeitsplatz.

Es ist 17 Uhr. Du hättest doch eigentlich schon seit einer halben Stunde Feierabend. Wo ist die Zeit nur wieder hin? Du warst so in Deiner Aufgabe vertieft, wolltest das Problem lösen, den Text vollenden, die Präsentation erstellen. Mihály Csíkszentmihályi widmete sich genau diesem Zustand, diesem Tätigkeitsrausch und gab ihm einen Namen: Flow.

Seine Definition:

“A state in which people are so involved in an activity that nothing else seems to matter; the experience is so enjoyable that people will continue to do it even at great cost, for the sheer sake of doing it.”  – Csikszentmihalyi

Flow ist also der mentale Zustand, den eine Person erlebt, wenn sie vollkommen in eine Tätigkeit versinkt, wenn sie fokussiert und energiegeladen ist und wenn sie eine gewisse Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit fühlt. Er ist wie ein magischer Moment, in dem unsere Produktivität auf Höchstform läuft und wir einfach “in the zone” sind.

Der Glücksforscher Csíkszentmihályi, der auch Unternehmensführung an der Claremont Graduate University in Kalifornien lehrte, entwickelte seine Flow-Theorie nach zahlreichen Beobachtungen und Interviews von Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen.

Laut seinen Forschungen erreichen manche diesen Zustand schneller, andere langsamer. Dies ist abhängig von der Persönlichkeit des Einzelnen aber vor allem auch von der Tätigkeit, die Du ausführst. Ob bei der Erschaffung von Kunst, beim Spielen oder eben auf der Arbeit – Flow kann theoretischerweise immer und überall entstehen.

Welche Tätigkeit versetzt Dich in Deinen Flow?

Infografik zu Flow und Persönliches Engagement - Wann erreicht man Flow

Laut Csíkszentmihályi geht es um die Balance. Bist Du mit einer Aufgabe überfordert, so kannst Du Dich leicht in Stress und Angst versetzt 

fühlen. Bist Du wiederum unterfordert, verfällst Du in Langeweile. Der Flow-Zustand liegt genau in der Mitte, nämlich dort, wo Deine Fähigkeiten, Deine Stärken, Dein Wissen mit der Tätigkeit in Balance sind, die Du gerade ausführst.

Erreichen wirst Du ihn nur, wenn Du genau der Aufgabe Deine volle Konzentration widmest, also zum Beispiel Aufmerksamkeits- und Zeitfresser wie Smartphones verbannst (für die Zeit der Tätigkeit zumindest).

Wie realistisch ist Flow im Arbeitsalltag?

Diese Frage ist ganz klar an Dich gerichtet!

Für die eigene Produktivität, für die eigene Zufriedenheit, sogar für das eigene Arbeitsglück ist es natürlich ideal, wenn Deine Arbeit Dich, zumindest ab und an, in Flow versetzt.

Verschiedene Führungsansätze beschäftigen sich mit genau diesem Thema. Können Führungskräfte den Flow-Zustand für ihre Mitarbeiter herbeiführen? Nein! Können sie die Voraussetzungen schaffen? Ja! Wie? Indem die Stärkenorientierung in den Fokus rückt. Wer die eigenen Stärken und Fähigkeiten einsetzen kann und wem dann Herausforderungen in Form von Meilensteinen gesetzt wird, der findet sich ganz schnell zwischen den zwei blauen Linien in unserer Grafik wieder – im Flow.

Jetzt denk aber mal ganz genau über Deinen Arbeitsalltag nach!

Du widmest Dich einer Aufgabe, hast Dich gerade eingelesen und willst beginnen, PING! poppt eine E-Mail auf. Der Betreff klingt wichtig, also liest Du sie fix. Das sollte besser gleich beantwortet werden. Dann kommt der Kollege, dann schreibt Dir die Freundin auf Facebook und das kleine rote Symbol erscheint auf Deinem Smartphone. Die Aufgabe war eh zu kompliziert, um sie jetzt gleich zu erledigen, dann machst Du das halt morgen.

Oder vielleicht sind all Deine Aufgaben bereits Routine und fordern Dich nicht mehr genügend? Vielleicht bist Du aber auch dauergestresst und nicht in der Lage Dich lange auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, weil Dir währenddessen einfach zu viele andere Dinge im Kopf herumschwirren.

Wie kommt Flow und persönliches Engagement zusammen?

Die folgende Grafik zeigt, dass persönliches Engagement die Grundlage für Flow ist. Wenn Du Dich für etwas einsetzt, etwas aktiv und ohne Ausreden angehst, dann kannst Du auch ganz in dieser Tätigkeit versinken und Deine volle Tiefe an Produktivität ausnutzen.

Durch persönliches Engagement kannst du in deinen Flow kommen.
Jetzt bist Du dran. Wofür engagierst Du Dich? Was bringt Dich in Deinen Flow?

 

Positive Leadership Coaching für Führungskräfte, Unternehmer und Projektleiter

Filiz Scarcella ist eine kreative Macherin mit Leidenschaft und aus vollem Herzen heraus. Mit ihrer Can-Do-Einstellung unterstützt Sie Führungskräfte, Unternehmer und Projektleiter zu mehr Spass, Erfolg und Mitarbeiterzufriedenheit. Sie wirbt für stärkeorientiertes Führen. Ihr Ziel ist es aus routinierten Mitarbeitern starke Mitunternehmer zu machen. Denn motivierte Mitunternehmer übernehmen schneller Verantwortung und können Entscheidungen gezielter treffen. Lerne Filiz bei einem virtuellen Kaffe kennen.

 

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