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Positive Ausstrahlung – Wie kommst Du an?

Filiz Scarcella Allgemein 2 Comments

„Mensch Mädel, Du musst doch ordentlich aussehen. Der erste Eindruck zählt.“, sagte meine Oma, zupfte an meinen Haaren herum, schloss den obersten Knopf meiner Bluse und brachte mich dann in die Schule. Es war mein erster Tag als Schulkind.

Viele, viele Jahre später kamen mir die Worte meiner Grossmutter wieder ins Gedächtnis. Ich stand vor dem Spiegel im Flur, Nervosität im Bauch und konnte mich einfach nicht mit meinem Outfit anfreunden. Es war mein erster Tag als Leiterin eines neuen, grossen Projektes und ich wusste: „Der erste Eindruck zählt.“ Als ich meinen Lippenstift zum dritten Mal an diesem Morgen nachzog, fragte ich mich, ob das wirklich so ist und was denn eigentlich zu diesem „ersten Eindruck“ dazugehörte. Geht es um die Klamotten, um die Frisur oder eigentlich um etwas ganz anderes?

Was macht den ersten Eindruck aus?

… auf den ersten Blick

Lernen wir eine neue Person kennen, bilden wir uns in nur einer Zehntelsekunde ein Urteil über unser Gegenüber. Kann ich dem anderen vertrauen? Über diese Frage entscheidet unser Gehirn immer ganz zu Beginn. Evolutionstechnisch hat das auch alles so seinen Sinn. Es war damals überlebenswichtig in kurzer Zeit darüber zu entscheiden, ob der Fremde es gut mit einem meint oder etwas im Schilde führt.

Wie finden wir das heraus – gut oder böse? Zuerst betrachten wir das Äussere eines Menschen. Klingt erst einmal ziemlich oberflächlich. Klar, darauf mag es nicht einzig und allein ankommen aber keiner von uns kann behaupten, es würde für den ersten Eindruck keine Rolle spielen.

Die Kleidung kann viel über den sozialen Status und die Einstellung einer Person aussagen. Sie kann provozieren und bewusst Aufmerksamkeit generieren. Auch das Alter, das Geschlecht, der Bekanntheitsgrad, die Körperproportionen – all diese Eigenschaften sind für die Beurteilung einer anderen Person von Bedeutung. Sind wir doch mal ehrlich: Wir fühlen uns zu schönen Menschen und Dingen ganz einfach hingezogen.

Nun stell Dir aber einmal vor, Du stehst zwei Personen gegenüber, die sich äusserlich sehr ähneln. Eine von beiden lacht, die andere schaut mies gelaunt und düster drein. Wen empfindest Du als schöner und anziehender? Es kommt also auf mehr als nur das Aussehen und die Kleidung an.

Positive Ausstrahlung - Unterschied zu negativer Ausstrahlung

Mehr als nur eine Hülle

Wir Menschen kommunizieren immer, nicht nur mit unserer Sprache, sondern auch unserem Körper. Der Ton unserer Stimme ist entscheidend, ob wir Blickkontakt suchen, ob wir lächeln oder die Mundwinkel nach unten ziehen. All diese Verhaltensweisen und Eigenschaften formen die Ausstrahlung einer Person.

Unser Gehirn ist schnell. Die Ausstrahlung unseres Gegenübers nehmen wir in nur wenigen Augenblicken wahr und ganz von selbst entwickeln wir ein Gefühl für die andere Person – eine Intuition. Diese kann für die gesamte Beziehung ausschlaggebend sein, denn nur selten verändern wir diese Einschätzung, also diesen ersten Eindruck, im Nachhinein.

Positive Ausstrahlung – Das gewisse Etwas

Ich habe da eine Freundin. Sie heisst Franka, ist Frisörin und 35 Jahre jung. Franka hat es einfach: Charisma, Ausstrahlung, das gewisse Etwas, den Wow-Effekt. Franka hat immer Freunde um sich, ein grosses Netzwerk auf das sie vertrauen kann und das ihr unter die Arme greift, wenn sie Unterstützung braucht. Wenn sie in den Raum kommt, dann drehen sich alle Köpfe zu ihr um und wenn sie spricht, nimmt sie einen mit auf die Reise. So eine ist die Franka, eine mit einer positiven Ausstrahlung und die hat nicht jeder von uns.

Eine positive Ausstrahlung wirkt wie ein Magnet.

Ganz genau lassen sich die Begriffe Ausstrahlung und Charisma nicht definieren. Sie können leicht wahrgenommen aber nur schwer erklärt werden. Zudem gibt es zwischen beiden Unterschiede.

Ausstrahlung und Charisma – Wo liegt der Unterschied?

Eine Ausstrahlung hat grundsätzlich jeder, denn wir alle transportieren, was wir fühlen nach aussen. Das bedeutet also, dass es auch Menschen mit einer unsympathischen, mit einer negativen und unangenehmen Ausstrahlung geben kann. Triffst Du zum Beispiel auf einen Fremden, dem Du von Grund auf nicht vertraust, so kann das mit dessen Ausstrahlung zu tun haben.

Der Begriff Charisma stammt aus der griechischen Geschichte und bedeutet soviel wie „Gnadengabe“. Wer charismatisch ist, der hat etwas Besonderes, eine ganz besondere Ausstrahlung, die andere begeistert und in den Bann zieht. Diese Fähigkeiten werden dem Charismatiker von aussen zugeschrieben und können mit einer Portion Inszenierung noch unterstützt werden.

Unsere Ausstrahlung basiert auf unserer Grundeinstellung zum Leben, auf unserer Selbstwahrnehmung und unserer Authentizität. Brechen wir es herunter, beruht unsere Ausstrahlung also auf unseren Gefühlen und Gedanken. Selbst unsere Kleidung und wie wir uns pflegen kann doch irgendwie darauf zurückgeführt werden, oder?

Entscheidend für eine positive Ausstrahlung sind dann die Eigenschaften und Verhaltensweisen, die auf diesem positiven Mindset aufbauen – die Körpersprache, die Stimme, die Selbstsicherheit, die Energie.

Erfolgsfaktor positive Ausstrahlung

Dass Fachkompetenz allein schon lange nicht mehr ausreicht, um erfolgreich zu sein, sollte mittlerweile bekannt sein. So kann es vorkommen, dass ein absolut kompetenter Bewerber ständig im Vorstellungsgespräch scheitert. Es kann passieren, dass der Versicherungsvertreter mit dem grössten Fachwissen kaum Abschlüsse bringt. Und es kann der Fall sein, dass Kunden nach Franka fragen, auch wenn andere Kollegen besser sind.

Charisma ist eine Fähigkeit und eine Fähigkeit kann erlernt werden.

Stimmt das? Können wir uns eine positive Ausstrahlung antrainieren? Ist das nicht eher etwas Angeborenes? Ich bin der Meinung: Ja, wir können lernen, eine positivere Ausstrahlung zu haben! Wie wir uns nach aussen hin zeigen, dass bestimmen wir selbst.

Dies soll hier kein Aufruf für weniger Authentizität sein. Nein, ganz im Gegenteil. Wir können unsere Einstellung zum Leben beeinflussen und somit, was wir denken. Gedanken lassen uns dann wiederum fühlen und entscheiden. Diese Handlungen machen dann unsere Ausstrahlung aus. Klingt doch ganz easy, oder?

Besser ankommen – Ganz einfach?

Erwarte von den folgenden Tipps nicht, dass sie Dir von heute auf morgen zu einer ganz neuen, viel positiven Ausstrahlung verhelfen. Da werde ich Dich enttäuschen müssen. Ich verlange nicht, dass Du Dir die Mundwinkel rechts und links an die Ohren tackerst und ab morgen besonders aufrecht gehst. Du wirst von mir nicht hören, dass Du „mal positiver denken“ sollst. So einfach ist die Sache dann doch nicht. Willst Du Dich aber verändern und zukünftig auch anders auf Menschen zugehen, dann ist es wichtig, dass Du den ersten Schritt machst.

5 Tipps für eine positivere Ausstrahlung

  • Selbstwahrnehmung

    Nicht jeder von uns ist der geborene Entertainer und so manch einer hasst es regelrecht im Mittelpunkt zu stehen. Das ist in Ordnung. Bezeichnest Du Dich eher als introvertiert, dann hast Du bereits den ersten Schritt getan: Dich mit Dir selbst auseinandergesetzt. Du weisst, wo Du jetzt stehst. Eine gesunde Selbstwahrnehmung ist immer die Basis. Nun werde Dir klar, wo Deine Stärken liegen und mache Dich nicht kleiner als Du bist. Das gilt für Dein Selbstbewusstsein genauso wie für Deine Körperhaltung. Besinne Dich auf all die Erfolge, die Du bereits verzeichnen kannst und sei dankbar für all das Gute und Positive in Deinem Leben.

  • Verantwortung

    Wer Verantwortung übernimmt, kommt gut an. Wem vertraust Du mehr: Einer Person, die zu ihren Fehlern steht oder jemanden, der versucht sich aus der Verantwortung zu winden? Ganz klar, wer Verbindlichkeit, Konsequenz und Verlässlichkeit zeigt, der hat bei anderen gute Karten. Richte Deinen Fokus ganz auf Erfolg auf und stecke Dir klare Ziele, die auch ausserhalb Deiner Komfortzone liegen.

  • Emotionale Intelligenz

    Wer gut ankommen will, der muss die eigene emotionale Intelligenz trainieren. Dazu gehört es, genau hinzusehen und hinzuhören und die Gefühle des Gegenübers wahrzunehmen. Ist mein Gesprächspartner sichtlich gestresst oder nervös, dann passe ich entsprechend meine Stimme an. Behandle Deine Mitmenschen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest. Die Grundvoraussetzung: Liebe und respektiere Dich selbst, damit Du diese Gefühle auch an andere weitergeben kannst.

  • Wertschätzung

    Wertschätzung ist das Grundgerüst, auf dem gute, persönliche Beziehungen aufbauen. Zeige aufrichtiges Interesse an Deinen Mitmenschen und wähle Deine Worte weise! Kritik ist erlaubt, Konflikte genauso. Achte ausserdem auf Deine Umgangsformen!

  • Authentizität

    Warum willst Du an Deiner Ausstrahlung arbeiten? Diese Frage ist wirklich, wirklich wichtig. Willst Du es Dir einfach machen und die Maske „positive Ausstrahlung” nur ab und an überziehen, wird das wohl nichts werden. Wir alle haben ein ganz feines Gespür dafür, ob unser Gegenüber eine Rolle spielt oder authentisch ist und wir können durchaus ein falsches von einem echten Lachen unterscheiden. Je zwanghafter Du versuchst charismatisch zu wirken, desto weniger wird es Dir gelingen.

Fazit – Mit Positivität kommst Du an

Eine positive Ausstrahlung kommt von innen. Wer sie hat, der ist ganz bei sich selbst und weiss (trotzdem), wie er sich komplett auf sein Gegenüber einlassen kann – die perfekte Balance also. Und auf die kommt es an! Eine positive Ausstrahlung ist eine Lebenseinstellung, ein Mindset und einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren überhaupt. Denn wer die Bedürfnisse anderer wahrnimmt, zuverlässig und verantwortungsbewusst ist, der hat den wahren Schlüssel zum Vertrauen des anderen gefunden.

Wer an sich selbst arbeiten und die eigene Fremdwahrnehmung verbessern möchte, der ist deswegen nicht weniger authentisch. Wer allerdings lediglich eine Maske aufsetzt, um bei anderen besser anzukommen, der wird früher oder später entlarvt.

Was meinst Du? Was macht für Dich den ersten Eindruck aus? Welche Rolle spielt hierbei das Äussere eines Menschen?

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Filiz Scarcella ist eine energiegeladene, inspirierende und out of the Box denkende Business Coach|in, Buch-Autor|in und kreative Macherin. Sie zeigt Führungskräfte, Manager, Projektleiter und Unternehmer, wie sie mit ihrer Persönlichkeit punkten, wie sie sich selbst besser vermarkten und wie sie ihre Mitarbeiter zu Mitunternehmer machen.

Dazu hat sie verschiedene Coaching und Mentoringprogramme entwickelt und u.a. das Buch: Vorbildlich Führen geschrieben. Das Ganze wird unterstützt durch Mental-Selfness-Power, was in der Kombination im deutschsprachigen Raum einmalig ist.

Durch ihre Arbeit verhilft sie zu mehr Spass, Erfolg und Sinnhaftigkeit. Stärkenorientiertes Führen ist der Schlüsselfaktor für die neue Arbeitswelt. Filiz hat eine Mission – Sie unterstützt Menschen darin; positiver, selbstbestimmter und leistungsfähiger zu sein und dabei mehr Herz und Mut ins Businessleben zu bringen. Lerne Filiz Scarcella bei einem virtuellen Kaffe kennen. 

Comments 2

  1. Also mir kommt es im Beruf nun wahrlich nicht auf die Ausstrahlung der Kollegin oder des Kollegen an. Mit geht es einzig und allein um die Qualität der Arbeit, die Zuverlässigkeit und Kooperationsfähigkeit. Leider fallen oft die besten Leute gar nicht auf, eben weil sie nicht die optimale Superduper-Ausstrahlung und ständig freudestrahlend durch die Gegend laufen, weil sie ganz besoffen von sich sind. Nein, oft sind die Besten die Unauffälligen, Menschen die etwas gehemmt sind und sich eben nicht absolut selbstoptimiert präsentieren können. Das ist meine Erfahrung.

    1. Lieber Peter,

      schön von Dir zu lesen. Vielen DANK für Deinen Kommentar. Ja es gibt sehr viele gute Menschen die sehr unscheinbar und schüchtern sind. Vielleicht auch sehr introvertiert. Ich glaube, dass diese Menschen ebenso eine Ausstrahlung haben.

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