Psychological Safety für erfolgreiche Teams

Psychological Safety – Wenn Du Dich sicher fühlst

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Ich bin eine Frau. Ich bin 1,57 m gross. Ich trage pinke Kleider. UND ich habe lange Zeit in der IT-Branche gearbeitet, umgeben von Männern. Testosteron in der Luft, Macho-Gehabe an jeder Ecke. „Filiz, das ist Männersache, davon verstehst Du nichts“, glaube mir, nicht jedes Vorurteil wurde so offen ausgesprochen wie dieses. Oft reichte auch eine hochgezogene Augenbraue, ein herablassendes Schmunzeln, einmal zu oft mitten im Satz unterbrochen zu werden. 

Wie habe ich reagiert? Ich bin weiterhin mit einem Grinsen durchs Büro spaziert, ich habe weiterhin meine pinken Kleider getragen und versucht „meinen Mann“ zu stehen. Aber ich sagte nicht mehr, was ich dachte und fühlte. Ich stellte keine Fragen mehr. Jedes Wort war wohl überlegt. Jede Geste hatte eine Absicht. Ich spielte eine Rolle und ich spielte sie gut. Hauptsache niemand sieht, was unter der dicken Schale steckt. 

Die Atmosphäre in diesem Unternehmen, die Situation, die ich gerade beschrieben habe, ist das Gegenteil von psychological Safety. 

Psychological Safety als Erfolgsfaktor für Teams

Was ist Psychological Safety?

Dr. Amy Edmondson, eine Professorin an der Harvard Business-Universität sprach 2014 in einem ihrer TEDx Talks über die Dynamik in Teams und darüber, was uns wirklich erfolgreich macht. Sie definiert den Begriff „Psychological Safety“ wie folgt:

Psychologische Sicherheit ist der Glaube und das Gefühl, nicht bestraft oder gedemütigt zu werden, wenn wir Fragen stellen, Fehler begehen oder uns mit Kritik, Bedenken und Kommentaren zu Wort melden.

Ihren Talk leitet sie mit einem bewegenden Beispiel ein. Sie spricht über eine junge Krankenschwester, die in ihrer Nachtschicht feststellt, dass die Medikamentendosierung eines Patienten sehr hoch ist. Sie überlegt den Arzt anzurufen, der die Tabletten so verschrieben hat, will den Vorgesetzten aber nicht in seinem Feierabend stören. Ausserdem wurde sie erst kürzlich für einen Fehltritt gerügt und hat das Gefühl der Arzt würde ihre Fähigkeiten nur weiter anzweifeln. Sie entscheidet sich, ihn nicht anzurufen … 

Lass uns über ein weiteres Beispiel nachdenken. Die folgende Situation dürfte Dir bekannt vorkommen: Du sitzt in einem Meeting. Es werden oh so wichtige Dinge diskutiert und die Buzzwords fliegen nur so von rechts nach links. Du hast eine Frage. Du siehst Dich im Raum um, schaust nach rechts, schaust nach links. Manche Kollegen tippen auf dem Laptop, andere starren auf die Powerpoint-Präsentation. Niemand anderes scheint eine Frage zu haben. Vielleicht ist es ja etwas, dass Du bereits wissen solltest. Vielleicht hast Du irgendwie, irgendwo nicht aufgepasst. Vielleicht bist Du einfach nicht so clever, wie die anderen. Du schluckst die Frage runter. 

Psychological Safety in Meetings - Sage, was Du denkst

Solche und ähnliche Situationen gibt es immer wieder. Doch warum verhalten wir uns so? Warum stehen wir nicht einfach auf und stellen unsere Frage? Warum ist es uns so wichtig, was andere über uns denken?

Niemand will inkompetent wirken

Meine Selbstsicherheit bekam während meiner Ausbildung ihren ersten grossen Dämpfer. Achtzig Mädels, wie im Hühnerstall – Gegicker, Gegacker und ständiges aufeinander Einhacken. Keiner wollte ganz unten in der Pickordnung stehen. 

Niemand will inkompetent wirken, niemand will „nerven“ und negativ auffallen. Da gibt es eine ganz simple Lösung: Sag nichts! Frag nichts! Bring Dich nicht ein und behalte Deine Ideen für Dich! Kritisiere nicht, was schon immer SO war! Halte Dich ganz einfach zurück! 

Uns ist so wichtig, was andere von uns denken, dass wir in Kauf nehmen selbst zurückstecken zu müssen. Wir wollen dazu gehören, wollen gemocht werden und passen uns darum an. 

Nun, da gibt es nur ein kleines Problem: Jedes Mal, wenn Du Dich nicht traust Deine Frage zu stellen, beraubst Du Dich selbst der Chance etwas geniales zu lernen. Jedes Mal, wenn Du Deine Ideen und Deine Bedenken nicht äusserst, beraubst Du Dich selbst und die Welt mit einem Stück Innovation. Jeden Tag, an dem Du „nur“ Dienst nach Vorschrift machst, wirst Du ein klein bisschen unglücklicher.

Und genau darum ist Psychological Safety am Arbeitsplatz so, so wichtig. Ohne sie kann es keine gesunde Fehlerkultur geben. Ohne sie fürchten wir uns davor, unsere Komfortzone zu verlassen und kommen keinen Schritt weiter. 

Wie sieht Psychological Safety am Arbeitsplatz aus? 

Nun haben wir eine Vielzahl von Gegen-Beispielen zu Psychological Safety besprochen, schauen wir uns doch einmal an, was mit ihr alles möglich ist. Was zeichnet eine Atmosphäre der psychologischen Sicherheit aus?

  • Du gibst zu, dass eines Deiner Projekte nicht gut lief und teilst, was Du gelernt hast mit dem ganzen Team. Fehler werden als Chance gesehen, sich weiterzuentwickeln und es werden nach Lösungen statt nach Schuldigen gesucht.
  • Du äusserst Deine Bedenken Deinem Chef gegenüber und gemeinsam ändert ihr den Status Quo. Unterschiedliche Meinungen sind absolut willkommen und werden akzeptiert.
  • Du machst während eines Meetings einen Vorschlag, dessen Ausführung risikoreich aber vielversprechend ist. Jeder darf sprechen und jedem wird zugehört. Ideen sind immer willkommen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass immer jeder jedem zustimmt. Konstruktive Kritik ist absolut gewollt, solange stets ein wertschätzender und respektvoller Umgang herrscht.
  • Du erklärst Dich bereit, ein Projekt zu übernehmen, von dem Du bisher keine Ahnung hast, das aber Deinen Stärken entspricht. Die Talente der einzelnen Mitarbeiter werden gefördert und ihr habt den Mut, Experimente einzugehen.
  • Du zeigst Gefühle und gibst zu, dass Du unter Stress stehst und ein Kollege bietet Dir seine Hilfe an. Mitarbeiter sind empathisch und achten auf die Bedürfnisse anderer.
  • Du kommunizierst offen, was der Status Deines Projektes ist, damit das gesamte Team einen Überblick erhält. Vor allem in agilen Unternehmen ist Psychological Safety für den Erfolg ausschlaggebend, denn nur mit ihr sind agile Methoden wie zum Beispiel Scrum und Kanban möglich.

All diese Situationen und Elemente sind keine Wolke-Sieben-Traumvisionen, sondern kommen in vielen Unternehmen, in denen eine offene vertrauensvolle Atmosphäre herrscht, tatsächlich so vor. Psychologische Sicherheit ist so wichtig, da sie Vielfalt und Diversity erst zulässt, die wiederum ausschlaggebend für Kreativität und Innovation ist. Wenn wir uns trauen, unsere Gedanken, Ideen und Bedenken auszusprechen, sind wir in der Lage Probleme eher zu definieren und an deren Lösungen zu arbeiten. Es liegt also auf der Hand: Psychologische Sicherheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg eines Teams. 

Eine Kultur zu schaffen, in der Psychological Safety möglich ist, liegt nicht nur in der Verantwortung der Führungskraft – wir alle, jeder einzelne von uns, kann und sollte seinen Teil beitragen. 

Wie kann Psychological Safety entstehen?

Gleich vorweg: Psychologische Sicherheit kann nicht herbeigezaubert werden. Es handelt sich dabei nicht einfach um ein Produkt, welches ab morgen an jeder Strassenecke erhältlich ist. Psychological Safety ist eine Atmosphäre, eine Art Kultur und ein Gefühl. Und wir können all dies fördern. Wir können Rahmenbedingungen verändern, vertrauen und Vertrauen aufbauen. Wir können an unserer Kommunikation arbeiten und hemmende Faktoren für psychologische Sicherheit abbauen. Wie funktioniert das im Detail? Mit den folgenden fünf Tipps und Ansätzen, kannst Du Dich auf den Weg machen:

  • Beginne immer bei Dir selbst!

    Viel zu häufig schieben wir die Schuld einem anderen in die Schuhe und warten darauf, dass sich eine Situation ändert – ohne aber etwas dafür tun zu wollen. Schluss damit! Hast Du das Gefühl, in Deinem Unternehmen herrsche keine vertrauensvolle Atmosphäre, dann sei Du der Erste, der eine Veränderung herbeiruft. Redest Du mit Deinen Kollegen oder über sie? Wie nehmen Dich Deine Mitarbeiter wahr? Können Sie Dir vertrauen? Wie gehst Du mit Dir selbst im Hinblick auf Fehler um? Sei ein Vorbild, dem andere gern folgen! Erwartest Du eine offene und respektvolle Reaktion auf Deine Ideen, dann solltest Du auch in der Lage sein, anderen Menschen auf gleicher Weise zu begegnen.

  • Bleibe neugierig!

    Die Welt ist bunt, grossartig und so, so spannend. Entdecke! Bleibe neugierig höre aufmerksam zu! Stelle Fragen! Klar, einfacher gesagt als getan. Nagende Unsicherheiten wird es vorerst sicher geben und Du solltest Deine Gefühle ganz bewusst wahrnehmen. Wann traust Du Dich nicht, eine Rückfrage zu stellen? Welche Gedanken kommen in dieser Situation in Dir auf? Veränderung bringt oft unangenehme Emotionen mit sich, aber wir können lernen sie wahrzunehmen, zu identifizieren und mit ihnen umzugehen.

  • Erweitere Deinen Horizont!

    News Flash: Deine Meinung ist nicht die einzig richtige. Deine Glaubenssätze existieren nur in Deinem Kopf! Damit Du anderen offen begegnen kannst, musst Du Deinen Horizont erweitern und ab und zu über den Tellerrand blicken. Teams sollten sich stets Feedback geben und konstruktive Kritik als Lern-Möglichkeit ansehen.

  • Kreiere eine sichere Atmosphäre!

    In einer psychologisch sicheren Umgebung, fühlt sich jeder in der Lage zu sagen, was er denkt, ohne die Angst haben zu müssen, abgestempelt und in eine Schublade gesteckt zu werden. Gewisse Grundregeln können Teams dabei helfen, eine solche Atmosphäre zu schaffen. Zum Beispiel sollten wir uns stets ausreden lassen, wir sollten uns respektvoll und auf Augenhöhe begegnen und Klartext sprechen.

  • Fehler sind Chancen, um zu lernen.

    Klar, wir alle sind Superhelden, aber auch Heroes sind nicht unfehlbar. Keiner von uns ist perfekt. Und das ist auch gut so, denn Fehltritte sind Chancen Neues zu lernen und Innovationen voranzutreiben. Gib ruhig zu, wenn etwas schief lief und fördere eine gesunde Fehlerkultur in Deinem Unternehmen! Nur so werden sich auch andere trauen, kreativ zu werden, Experimente anzugehen und Innovation zu fördern.

  • Sei empathisch!

    Lerne Deine Kollegen kennen, mache Frollegen aus ihnen! Wie geht es den Kindern? Was macht der Hund? Sorge dafür, dass jeder zu Wort kommt und sich gehört fühlt – nicht nur diejenigen, die am lautesten sprechen. Hierzu könnte zum Beispiel zu Beginn jedes Meetings etwas Zeit für ein kurzes „Check In“ eingerichtet werden, in dem auch Feedback gegeben werden darf. Beobachte Deine eigenen Gefühle und nimm auch die der anderen wahr!

  • Organisiere Dich!

    Oft fühlen wir uns unsicher, weil wir der Meinung sind, es einer „höhergestellten“ Person recht machen zu müssen. Wir fühlen uns abhängig. Was hilft hier? Selbstorganisation! Nimm Dein Leben in die Hand, Du hast nur eines. Übernimm Eigenverantwortung, traue Dich Entscheidungen zu treffen und diese offen zu kommunizieren.

Psychological Safety - Infografik - Verantwortung vom Individuum, dem Team und dem Unternehmen

Psychologische Sicherheit – Jeder kann seinen Teil beitragen

Das Geheimnis erfolgreicher Sicherheit: Psychological Safety. Es gibt keine dummen Fragen und keine dummen Ideen. Jeder Fehler ist eine Chance, um zu lernen und es liegt ein ständiger „Brainstorming-Zustand“ in der Luft. Klingt gut, oder? Dann sei Du ein Vorbild! Schaffe ein psychologisch sicheres Umfeld – nicht nur am Arbeitsplatz, sondern überall!  

Wie sieht die Atmosphäre in Deinem Unternehmen aus? Darf jeder Fragen stellen? Kommt jeder zu Wort?

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