Wie funktioniert Selbstmarketing für Introvertierte?

Selbstmarketing für Introvertierte – Leise zum Erfolg

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Können introvertierte Menschen erfolgreich Selbstmarketing betreiben?

Vor jedem Auftritt, jedem Coaching und jedem Workshop durchlaufe ich mein kleines Power-Ritual. Ich nehme mir Zeit, mache mich komplett “leer”, nur um mich dann wieder so richtig aufzuladen. Allen Mut zusammennehmen, der Vorhang öffnet sich, das Licht geht an und ich bin da: “Hallo Welt, ich bin die Filiz. Ich bin genial anders.”

Nun, wenn Du mein Ritual nicht kennst und mich nur dort auf der Bühne oder in den sozialen Medien siehst, wirst Du Dir wahrscheinlich denken: “Wow, die ist aber laut. Die muss ein Mega-Selbstbewusstsein haben.” Das zumindest wird mir so häufig gesagt und irgendwie ist diese Power mittlerweile zu einem festen Bestandteil meiner eigenen Personal Brand, meines Selbstmarketing geworden. Auch, oder gerade weil, es nicht überall auf Gegenliebe stösst. 

Dabei habe ich auch eine ganze andere Seite: still, zurückgezogen, in mich gekehrt. Niemand ist “nur” schwarz oder weiss. Niemand gehört in nur eine Schublade. Und genauso hat jeder extrovertierte und introvertierte Tendenzen, möglicherweise auch ganz situationsabhängig. Trotzdem tendieren wir mehr in die eine oder andere Richtung. 

Selbstmarketing Eigenschaften von introvertierten Menschen

In diesem Beitrag soll es mir heute darum gehen, wie Du als introvertierter Mensch in einer extrovertierten Welt erfolgreich und sichtbar werden kannst. Kann auch eine introvertierte Person Selbstvermarktung betreiben? Und wenn ja, wie?

Die Sache mit dem Selbstmarketing 

Ein kurzer Recap: Warum fällt es vielen von uns – den Extro- und Introvertierten – so schwer, Self Promotion zu betreiben? Weil es uns von klein auf so mitgegeben wird, dass wir nicht herausstechen sollen.

“Sei nicht so arrogant!”

“Fall nicht so auf! Kopf runter!”

“Hör auf so anzugeben!”

Hallen diese Aufforderungen in Dir nach? Irgendwo da ganz tief drinnen? Es ist kein Wunder, dass es uns (oder den meisten von uns) schwer fällt, positiv über uns selbst zu sprechen. Es ist nicht für jeden einfach, sich selbst ins beste Licht zu rücken. Allein beim Gedanken daran, grummelt es uns im Magen: “Ich will ja nicht aufdringlich sein. Ich will ja nicht, dass mich andere für eine Grossmaul halten. Ich bin schliesslich nicht Donald Trump.”

Tatsächlich hat Selbstvermarktung aber überhaupt nichts mit Prahlerei, Protzerei oder gar Aufdringlichkeit zu tun. Es geht im ersten Schritt immer darum, Dich selbst anzuerkennen und zu wissen – ganz tief in Deinem Herzen – was Dich wirklich bemerkenswert macht. 

Schön und gut! Dir in Deinem stillen Kämmerlein vorzusprechen, warum Du genial bist, bringt Dich aber (leider) nicht wirklich weiter. Das ist noch kein Selbstmarketing. Die Welt muss es hören! 

Was aber, wenn Du eher introvertiert bist? Was, wenn es Dir schwerfällt, Dein Stimmchen so laut werden zu lassen, dass es jeder versteht? Was, wenn Dir einfach der Mut fehlt, um aufzustehen und zu sagen: “Hier bin ich. Schaut mich alle an”?

Der Unterschied zwischen Introvertiertheit und Schüchternheit

Oft werden die Begriffe “Introvertiertheit” und “Schüchternheit” in einen Hut geworfen. Dabei sind sie zwei verschiedene Dinge. 

Was ist der Unterschied zwischen Introversion und Schüchternheit?

Wer schüchtern ist, hat Angst vor Ablehnung und Zurückweisung, davor, dass einen andere nicht mögen. Diese Furcht blockiert und erschwert es uns, mit Menschen in Kontakt zu kommen, Beziehungen aufzubauen und Situationen mit anderen Personen zu meistern. Das Ganze ist ungewollt. Schüchterne Menschen wollen zwar gern mehr aus sich herausgehen, können es aber nicht. 

Introvertiertheit ist hingegen eine Veranlagung. Wer introvertiert ist, der zieht seine Kraft aus der Stille und dem eigenen Innenleben. Dort, allein mit einem guten Buch, bei der Meditation oder auf der Couch, lädt er oder sie die eigene Energie wieder auf. Extrovertierte Personen erhalten wiederum Inspiration und Kraft aus ihrem Umfeld, von aussen. 

Wie Du siehst, ist weder die eine noch die andere Veranlagung “falsch”. Extrovertierte und introvertierte Menschen könnten prinzipiell prima zusammenleben, wenn es da nicht einen Haken gäbe, unter dem viele “Stille” leiden… 

Introvertiert in einer extrovertierten Welt

Wir leben in einer extrovertierten Welt. Hier werden die belohnt, die laut sind, die im Vordergrund stehen, diejenigen, die sich sichtbar machen. Sie erhalten die Beförderung, den tollen Job und haben die “cooleren” Freunde. Druck, soziale “Verpflichtungen”, Konkurrenzdenken – introvertierte Menschen fühlen sich da schnell ausgestossen und meinen in eine Rolle schlüpfen und sich “extrovertiert zeigen” zu müssen, um mithalten zu können.

Zudem tendieren Introvertierte dazu, sich mehr Gedanken zu machen, Dinge persönlicher zu nehmen und häufiger an starken Selbstzweifeln zu leiden. Letztere können sich dann wiederum zu eben solchen Blockaden, wie Schüchternheit und ein geringes Selbstvertrauen entwickeln. Es ist ein Teufelskreis: weniger Sichtbarkeit – weniger Bestätigung von aussen – Selbstzweifel und das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben – Rückzug, Klein-machen und weniger Sichtbarkeit. 

Aber Moment mal! Natürlich haben Introvertierte auch eine ganze Menge Charakterzüge, die absolut erstrebenswert sind. Das Ganze, also Du, ich, wir alle sind immer ein Gesamtpaket. Klar, da gibt es die Dinge, die wir nicht so unbedingt an uns mögen, da gibt es aber auch eine ganze Menge genialer Sachen. 

Quiet people have the loudest minds.Stephen Hawking

Anderssein ist genial

Introvertierte Menschen sind oft die besseren Zuhörer. Sie beobachten oft aufmerksamer. In vielen Fällen sind sie gewissenhaft, verantwortungsbewusst, zuverlässig und pünktlich. Wenn sie etwas versprechen, dann machen sie es meist auch. Introvertierte reflektieren oft besser und hinterfragen, statt Informationen einfach nur aufzunehmen. Im Umgang mit anderen, sind introvertierte Person häufig mitfühlend, verständnisvoll und sie gehen vom Guten im Menschen aus. Glaub mir, diese Liste lässt sich noch eine ganze Weile so fortführen. 

Können Introvertierte Selbstmarketing betreiben?

Natürlich trifft nicht jede dieser Eigenschaften auf jeden introvertierten Menschen zu. Deine Introversion kann weniger oder stärker ausgeprägt sein und ausserdem gibt es noch andere Kriterien, die eine Persönlichkeit formen. Aber dem ein oder anderen kann diese kurze Aufführung sicher bewusst machen, dass Introversion eben nichts “Schlechtes” ist. 

Versuch nicht jemand zu sein, der Du nicht bist!

Haben wir das erstmal geklärt, gehen wir also nun zu Self Promotion über. Wenn es um das Thema Selbstmarketing geht, meinen viele Introvertierte, dies sei den Extrovertierten und all denen mit “People Skills” vorbehalten. Die Vorstellung mit Fremden öffentlich zu netzwerken, Small Talk zu führen und in grossen Gruppen das Wort an sich zu reissen, treibt vielen die Schweissperlen auf die Stirn.

Da gibt es augenscheinlich nur zwei Möglichkeiten:

  1. Ich überlasse Selbstvermarktung den anderen und bleibe lieber im Hintergrund. 
  2. Ich verstelle mich und spiele unter grösster Anstrengung vor, ein Extrovert zu sein. 

Ich sage, da gibt es noch eine dritte, die beste und einzig nachhaltige Lösung: Sei so, wie Du wirklich bist und lerne, die Intro-Seiten an Dir zu lieben! Um Dich selbst zu verkaufen, musst Du nicht ändern, wer Du bist. 

Zwinge Dich nicht dazu, laut zu sein, wenn Du eigentlich gar nichts zu sagen hast! Höre nicht auf andere, die sagen, Du müsstest “mal mehr aus Dir herauskommen”. Arbeitest Du an Deinen Selbstzweifeln, wirst bewusst Herr über Deine Gedanken und ermutigst Dich selbst an und an Deine Komfortzone zu verlassen, kannst auch Du als introvertierte Person erfolgreich und sichtbar werden. Dafür braucht es, wie so oft, zu Beginn immer erst einmal die Entscheidung. Willst Du etwas verändern oder traust Du Dich (noch) nicht? Willst Du Deine Ziele erreichen und bist Du bereit, hart dafür zu arbeiten?

Doch eines musst Du nicht. Du musst Dich nicht verstellen. Ganz im Gegenteil, über die Zeit hinweg wirst Du lernen, Deine Introvertiertheit zu lieben und sie gar als Dein Steckenpferd einzusetzen. Denn Anderssein ist nichts Schlechtes. Anderssein ist genial. Du kannst Erfolg auf Deine Art haben und Menschen auf Deine Art für Dich gewinnen – egal, ob die eben laut oder eher still ist. 

  • Mache wahrlich interessante Dinge, statt nur über sie zu sprechen! 
  • Sei authentisch, aber fühle Dich nie gezwungen Deine ganze Geschichte zu teilen, wenn Du dies nicht möchtest!
  • Schreibe, wenn Du nicht sprechen möchtest!
  • Nutze die sozialen Medien, um Deine Netzwerke aufzubauen, wenn Dir zum Beispiel Barcamps oder Messen unangenehm sind!
  • Verstehe, dass Du ein guter Zuhörer bist und höre zu! Es gibt genügend Menschen da draussen, die ständig schreien und dabei verpassen, was ihr Gegenüber zu sagen hat. 
  • Sprich über Deine Projekte und Deine Arbeit, wenn Du nicht direkt über Dich selbst sprechen willst!
  • Schaffe Dir Zeit und Raum, um Deine Energie wieder aufzuladen! Plane Deine Termine und sozialen Interaktionen!

Experimentiere hiermit gern und finde die Methode, die sich für Dich angenehm anfühlt, die Dir Spass macht und mit der Du die relevanten Personen ansprichst. 

Selbstmarketing auf Deine Art

Ich werde Dir niemals sagen, dass es da nur diesen EINEN Weg gibt, um richtig Selbstmarketing zu betreiben. Das stimmt nämlich so nicht. Bei der Selbstvermarktung geht es darum, die relevanten Personen wissen zu lassen, wie genial Du bist und wie Du sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen kannst. Irgendwie geht es bei Self Promotion also auch darum anzukommen, “die beste Person für genau die richtige Position zu sein”, das volle, eigene Potenzial zurückgeben zu können und Wissen zu teilen. 

Also mach Dir nicht zu viele Gedanken! Solange Du die Menschen erreichst, denen Du helfen willst und kannst – egal auf welchem Weg, dann betreibst auch Du Selbstmarketing.

Bist Du Introvert, führst vielleicht selbst ein Business und vermarktest Dich selbst? Ich will hören, wie! Hinterlasse mir einen Kommentar! 

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