Klare Aussagen und Klartext kann erlernt werden.

Sprichst Du Klartext?

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Bevor ich Dich diese Frage beantworten lasse, möchte ich Dir zwei kurze Geschichten erzählen. Eine davon, hat sich genauso zugetragen, die andere ist frei erfunden.

Es ist soweit: Der Moment der Wahrheit. Der Moment, auf den Du in den letzten Monaten hingearbeitet hast. Du stehst vor’m Büro Deines Teamleaders und hoffst auf gute Neuigkeiten; dass sich Deine Arbeit ausgezahlt hat und Du befördert wirst. Als Dich Dein Teamleader reinbittet merkst Du schon, es ist dicke Luft; er sieht nicht gerade happy aus. Du bleibst positiv, setzt Dich auf den Stuhl gegenüber und wartest sehnlichst auf die Worte, wie Du sie Dir seit Wochen vorgestellt hast.

Klartext und klare Aussagen können erlernt werden.

Klartext ist nicht gleich Klartext

Szenario 1:

„Ah, Du bist’s. Ich hab‘ Dich komplett vergessen. Hör zu, ich hab‘ grad viel um die Ohren und jetzt nicht viel Zeit. Tut mir leid, aber das wird nix mit Dir und der Stelle. Wir haben sie intern schon längst belegt. Jetzt weisst Du’s ja. Mach einfach weiter, wie bisher, wird sich schon was ergeben. Sorry nochmal. Mach bitte die Tür hinter Dir zu!“

Szenario 2:

„Ah stimmt! Wir hatten den Termin. Gib mir grad `ne Minute zum Durchschnaufen – okay, jetzt passt’s. Also. Es tut mir wirklich sehr leid, Dir zu sagen, dass ich Dir die Stelle nicht geben kann. Zumindest noch nicht. Du hast in den vergangenen Wochen anhand Deiner neuen Aufgaben in die Stelle reinschnuppern können. Die meisten Aufgaben hast Du auch gut gemeistert, aber wie Du selbst gemerkt hast, fehlt es Dir noch an ein paar essenziellen Skills, die für das Projekt unabdinglich und für die Position ausschlaggebend sind. Deswegen hab ich mich dazu entschieden, die Stelle intern an jemanden zu geben, der sich den Aufgaben realistischer stellen kann. ABER ich sehe sehr viel Potential in Dir und habe Dich zu unserer nächsten internen halbjährlichen Trainingseinheit eingetragen. Dort wirst Du alles lernen und auch gleich umsetzen, was Du brauchst. Wenn Du das meisterst, sollte Dir nichts mehr im Weg stehen. Wir haben bereits einige Projekte in naher Zukunft in Planung, deswegen wird auch garantiert eine gleiche Position wieder zu vergeben sein. Ich denke, es ist auch in Deinem Interesse, wenn wir diesen Weg gehen und Dich zusätzlich schulen.“

Welche dieser Geschichten sich nun in Wirklichkeit zugetragen hat, ist nicht wichtig. Wichtig ist hier die Art und Weise, wie der Teamleader seinem wartenden Mitarbeiter die Neuigkeiten übermittelt hat.

Welche Version wäre Dir lieber gewesen?

Zweifelsohne Szenario 2. Es sei denn, Du stehst auf unsensiblen Tacheles und siehst in Szenario 1 Deinen eigenen Kommunikationsstil wieder – was ich nicht hoffe.

Vergleichen wir also mal die beiden Optionen und werfen einen Blick darauf, wie man effektiv Klartext spricht, ohne seinen gegenüber im Fahrstuhl mit den Tränen kämpfen zu lassen.

Fokus

Wenn Du Klartext sprechen sollst und möchtest, darfst Du eines nicht vergessen: Das Hier und Jetzt. Atme einmal tief ein und aus und fokussiere Dich auf den Moment und die Person gegenüber; nicht die tausend anderen Dinge, die Dir im Kopf herumschwirren. Wenn Du Klartext reden möchtest, musst Du auch klar sein. Anders wird es Dir nicht nur schwer fallen, die nachfolgenden Punkte einzuhalten, sondern auch den von Dir gewünschten Gesprächsausgang zu erzielen. Nimm Dir also ein paar Sekunden oder Minuten, zähme den Sturm in Dir und bereite Dich mental auf Dein Gespräch vor.

Körpersprache

Schon mal was von der Power-Pose gehört? Kurz erklärt ist es eine Körperhaltung, die Dich bei verschiedenen Emotionen positiv unterstützt; oder eben negativ beeinflusst. Unser Gehirn kann verschiedenen Emotionen, die Du bei verschiedenen Körperhaltungen empfindest, nicht nur abspeichern, sondern bei entsprechender Körperhaltung auch hervorrufen.

Wenn Du bei einem wichtigen Gespräch eine Körperhaltung an den Tag legst, die in Dir tendenziell Stress, Angespanntheit und Nervosität provoziert, solltest Du schleunigst Deine Haltung ändern.

Finde heraus, welche Position Dir am meisten hilft. Die Power-Pose von Sozialpsychologin Amy Cuddy wirkt stressreduzierend und bringt Fokus. Was Du dafür machen musst? Richte Dich auf, zieh den Bauch ein, richte Dein Rückgrat aus, ziehe die Schultern nach hinten und drücke die Brust raus. Am besten funktioniert diese Position stehend, in dem Du zusätzlich die Hände entweder auf Deine Hüfte stemmst oder nach oben zu einem breiten V reckst.

Was hat das nun mit Klartext zu tun? Einiges, denn es ist die schnellste Art und Weise, selbstbewusst zu werden, sich auf’s Wesentliche zu fokussieren, Stress binnen Minuten abzubauen und mit Ruhe ein Gespräch zu starten.

Wie viele Sitzungen würden anders verlaufen, wenn sich alle Gesprächsteilnehmer kollektiv erstmal in die Power-Pose schmeissen würden?

Eines noch zum Thema Körpersprache: Auch – und besonders – während des Gesprächs ist es wichtig, Dein Gegenüber zu respektieren und ihm zu signalisieren, dass er / sie im Moment der Fokus ist und Deine ganze Aufmerksamkeit hat. Wie das gehen soll?

Wende Dich Deinem Gegenüber zu und siehe IHN / SIE an; nicht Dein Handy, nicht den Bildschirm Deines Laptops, nicht Deine Schnürsenkel. Halte Blickkontakt, lächle auch mal, relaxe Deine Arme. Sei einfach offen und nicht verkrampft, sonst wird sich Dein Gegenüber ggf. auch verkrampfen. Ein guter Trick ist es, einen Stift in der Hand zu halten, damit die Hände beschäftigt sind und Dich nicht beim Denken stören.

Empathie

Bedenke immer und immer wieder, dass die Person, die Dir gegenübersitzt, genauso ein lebender und fühlender Mensch ist, wie Du, und der sich schlichtweg in einer anderen Position befindet. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen, Emotionen, Gedankenwege und Reaktionen und seine eigene Vorstellung von ‚Normal‘.

Entsprechend ist es sehr wahrscheinlich, dass alles, was Du kennst und Deiner Norm entspricht, für Dein Gegenüber nicht greifbar oder verständlich ist.

Empathie und emotionale Intelligenz sind von daher zwei Skills, die bei jedem Gespräch die Richtung angeben können – und ob bergauf oder bergab wird letztendlich daran liegen, wie gut Du auf Deinen Gegenüber eingehen, ihn lesen und auf seine Emotionen mit Worten reagieren kannst.

Ein „Ah, Du bist’s. Ich hab‘ Dich komplett vergessen!“ leitet ein Gespräch nicht gerade stimmig ein. Es signalisiert, dass der Teamleiter sich nicht auf das Gespräch vorbereitet hat und emotional gerade bei ganz anderen Themen ist. Wie soll so ein Gespräch verlaufen?

Ganz anders ist „Ah stimmt! Wir hatten den Termin. Gib mir grad ne Minute zum Durchschnaufen – okay, jetzt passt’s.“ Der Teamleiter nimmt sich ein paar Sekunden Zeit, um runterzufahren und sich mental auf das Gespräch vorzubereiten.

Entsprechend ist Empathie sehr stark mit dem nächsten Punkt verbunden:

Argumentieren

Wie in den beiden geschilderten Beispielen gibt es verschiedene Varianten, ein Gespräch zu führen. Zweifelsohne wurden in den Szenarien 1 und 2 zwei extreme Gesprächsverläufe (bzw. – zwecks vereinfachender Darstellung – Monologe) vorgestellt.

In Szenario 1 wird nicht gross argumentiert. Der Teamleiter gibt seinem Mitarbeiter lediglich zwei Anhaltspunkte, die er mit sich selbst ausmachen muss:

  1. Du bekommst die Stelle nicht.
  2. Die Stelle wurde intern besetzt.

Das war’s. Keine Information zu warum er die Stelle nicht bekommt, wann und ob sich eine erneute Gelegenheit ergeben wird, was der Mitarbeiter verbessern kann, welche Leistungen nicht gereicht haben etc.

In Szenario zwei hat der Mitarbeiter gleich mehrere Aspekte, mit denen er nicht nur emotional die verpasste Beförderung verarbeiten kann, sondern auch konkret weiss, was die Gründe waren und wie es weiter geht:

  1. Du bekommst die Stelle nicht, weil Deine Ergebnisse noch nicht dort sind, wo sie für eine effektives Arbeiten in der gewünschten Position sein müssen.
  2. Die Stelle wurde intern besetzt, d.h. bereits eingestellte Mitarbeiter werden bevorzugt, was die Möglichkeit zu einer Beförderung erhöht.
  3. Du wirst geschätzt und es wird an Dich geglaubt. Man hat Dich zum internen Training angemeldet, um Dir die fehlenden Skills beizubringen und Dich optimal auf eine Beförderung vorzubereiten.
  4. Es ist bereits eine Stelle in Aussicht und Dein Teamleiter gibt Dir keine vagen Voraussichten.
Auch hier wurde Klartext gesprochen. Der Teamleiter ist jedoch mit seiner Körpersprache, Argumenten und Empathie auf den Mitarbeiter eingegangen.

Fazit

Klartext reden ist eine Sprache, die gelernt sein will. Wir Menschen sind mehr, als nur Nummern in einer Statistik und weitaus mehr, als ein Checkpunkt auf Deiner to-do-Liste, die Du abarbeiten musst. Versetze Dich immer in die Lage Deines gegenüber und wende meine Goldenen-3 an:
#1 Vor dem Gespräch

Durchatmen
Wasser trinken
Fokussieren

#2 Während des Gesprächs

Zeige und fühle Empathie
Achte auf Deine Körpersprache
Höre Deinem Gegenüber zu
Argumentiere im Sinne des Unternehmens mit Rücksicht auf Deinen Gegenüber!
Argumentiere im Sinne deines Gegenübers mit Rücksicht auf das Unternehmen!
Stelle sicher, dass alle Argumente stimmig und verstanden sind!
Lasse Deinem Gegenüber Zeit, Fragen zu stellen!

#3 Nach dem Gespräch

Stelle sicher, dass Deine Nachricht richtig kommuniziert und verstanden wurde!
Halte Dich an Versprechen und verhandelte Abmachungen

Denke immer daran, dass ein Mensch vor Dir sitzt, der genau so ambitioniert ist, wie Du. Der genauso hoch hinauf möchte und unermüdlich an seinen Träumen arbeitet, wie Du. Wenn Du die Goldenen-3 meisterst, kann nur Positives entstehen.

Welche Art der Kommunikation würdest Du Dir wünschen – besonders bei schlechten Neuigkeiten? Baue das in Deinen eigenen Gesprächsstil ein.


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Filiz Scarcella


 

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