Austausch ist wichtig, um Vertrauen und Beziehungen aufzubauen.

Starte den Austausch!

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

KĂŒrzlich habe ich einen dieser Online-StĂ€rkentests gemacht. Zwar bin ich der Überzeugung recht genau zu wissen, worin ich gut bin aber es schadet nie, die eigene Selbstwahrnehmung immer mal wieder auf den PrĂŒfstand zu stellen.

Unsere FÀhigkeiten sind nichts Statisches. Wer, wie ich, mit einem Growth Mindset durchs Leben geht, der strebt danach sich stets weiterzuentwickeln, sich zu verÀndern und Feedback zu erhalten.

Die Auswertung des Online-StĂ€rkentests kam zurĂŒck: „Frau Scarcella, eine Ihrer besonderen StĂ€rken ist Austausch.” Super! Als Coach und Unternehmerin ist Austausch schliesslich irgendwie fast schon eine Grundvorraussetzung. Zufrieden legte ich das Dokument beiseite.

5 Sterne in Sachen Austausch - Austausch ist eine meiner StÀrken

SpĂ€ter am Abend, gemĂŒtlich auf der Couch. Ich erzĂ€hle meinem Partner von meinem Tag und der Auswertung des StĂ€rkenprofils. Er lacht laut auf, prustet ein wenig und kichert dann leise vor sich hin, wĂ€hrend er in die KĂŒche geht. „Moment mal!”, rufe ich verwirrt, „Du glaubst nicht, dass Austausch eine meiner StĂ€rken ist?” „Also mir hörst Du nicht immer zu.”, neckt er und legt seinen Arm um meine Schulter. Es begann in meinem Kopf zu rattern. Was genau verstehen wir denn eigentlich unter Austausch? Und was sind die Herausforderungen dabei?

Was ist ein Austausch?

Eigentlich beschreibt der Begriff Austausch erst einmal nur eine Handlung: Ich habe etwas, dass ich Dir geben werde, wenn Du mir dafĂŒr etwas gibst, das Du hast. Das „etwas” kann ein physisches Objekt sein, Wissen, Ideen


Ein Austausch ist ein Geben und Nehmen zwischen Menschen.

Googelst Du den Begriff, wirst Du zahlreiche Informationen zu SchĂŒler- und Studentenaustauch-Programmen finden. Ein Kind verlĂ€sst die Heimat fĂŒr eine kurze Weile, um in der grossen, weiten Welt neue Erfahrungen zu machen, eine andere Sprache zu lernen und neue Kontakte zu knĂŒpfen.

Ist das, woran Du zuerst denkst, wenn Du Austausch hörst? Mir schoss zuerst ein anderer grosser Oberbegriff in den Kopf: Kommunikation. Wer kommuniziert, der tauscht sich aus und stellt so eine Beziehung her. Mindestens zwei GesprÀchspartner sind an einer Interaktion beteiligt. Verbal oder non-verbal senden und erhalten wir Botschaften

FrĂŒher, im Mittelalter, zogen HĂ€ndler von Markt zu Markt. Sie verkauften ihre Waren, GewĂŒrze, Obst und GemĂŒse, brachten aber auch Nachrichten und den neusten Klatsch und Tratsch aus der Ferne mit sich.

Der Austausch von Informationen war ĂŒberlebenswichtig und bestimmt seit Anbeginn der Zeit den Lauf der Geschichte. Durch Austausch kann Frieden geschlossen oder Krieg erklĂ€rt werden. Durch Austausch können wir nĂ€her zusammenrĂŒcken, uns gegenseitig unterstĂŒtzen und Orientierung finden. Austausch kann den Zusammenhalt stĂ€rken und uns toleranter werden lassen.

„Communicare” – Etwas gemeinsam tun

Das Verb „kommunizieren” findet seinen Ursprung im lateinischen „commuicare”, was wiederum soviel bedeutet wie „teilen, gemeinsam machen und mitteilen”. Von dieser ursprĂŒnglichen Bedeutung lĂ€sst sich ableiten, warum Kommunikation fĂŒr uns Menschen so wichtig ist.

Austausch ist eine StÀrke, die Menschen zusammen bringt.

Wir leben in einem sozialen System, welches auf Gemeinschaft aufbaut. Damit bestimmte AblĂ€ufe funktionieren und nicht zuletzt, damit wir glĂŒcklich sind, brauchen wir zwischenmenschliche Beziehungen. Wir mĂŒssen etwas gemeinsam tun - communicare. Dort wo Kommunikation, also Austausch, stattfindet, kommen Menschen zusammen.

Kommunikation hat allerdings viele Facetten und Funktionsweisen. Sie ist nicht immer, nicht in jeder Situation und nicht im Umgang mit jeder Person gleich. Auch ist sie nicht nur auf uns Menschen beschrÀnkt. Jedes Lebewesen kommuniziert.

Mein Hund freut sich ĂŒber jeden vierbeinigen Freund, den er beim Gassigehen trifft. Schwanzwedelnd wird sich fĂŒr eine kurze Weile beschnuppert, dann kurz gebellt, dann geht es weiter. Da fand gerade Kommunikation statt. Ein weiteres, wiederum ganz anderes Beispiel: Du hast in einem Online-Shop eine neue Bluse bestellt. Nun wartest Du schon zwei Wochen und es kam noch immer kein Paket an. Auf der Webseite des Shops wirst Du zu einem Chat-Bot weitergeleitet, bei dem Du nachfragst und der Dir nach Angabe Deiner Bestellnummer, ein Update gibt. Auch hier fand gerade Kommunikation statt. Sie ist immer und ĂŒberall. Wir können nicht nicht kommunizieren.

Was macht gute Kommunikation aus?

Reden allein fĂŒhrt noch nicht dazu, dass wir uns verstehen. FĂŒr unsere soziale und emotionale Intelligenz ist KommunikationsfĂ€higkeit ausschlaggebend. Dazu gehört auch, dass wir uns an unser GegenĂŒber und die Beziehungsebene, die wir zu dieser Person pflegen, anpassen. Mit Deinem Partner sprichst Du anders als mit Deiner FĂŒhrungskraft, mit Deiner Mutter anders als mit Deinem Kind.

KommunikationsfĂ€higkeit beschrĂ€nkt sich aber nicht nur darauf, wie viel und wie gut wir sprechen. Anderen zuzuhören, Mimik und Gestik wahrzunehmen und Botschaften richtig zu interpretieren, ist fĂŒr einen erfolgreichen Umgang miteinander unverzichtbar. Um zum Beispiel Zielvorgaben in einem Unternehmen zu erreichen, ist ein klarer Informationsfluss zwischen Mitarbeitern und FĂŒhrungskrĂ€ften wichtig. Das bedeutet, dass Erwartungen klar ausgesprochen werden, der andere zuhört und nachfragt, wenn etwas noch offen ist.

Kommunikation ist mehr als zwei klappernde Gebisse - Zitat zum Thema Austausch

Die Regeln der Kommunikation werden uns von Kindesbeinen an eingetrichtert und wie gut wir sie auf die jeweilige Situation und unseren GesprĂ€chspartner anwenden, entscheidet ĂŒber den Ausgang eines GesprĂ€chs. Mit ausgeprĂ€gter KommunikationsfĂ€higkeit können wir uns leichter verstĂ€ndlich machen und somit unsere Interessen besser durchsetzen.

Hat jede Form der Kommunikation ein Ziel? Was glaubst Du? Ist jede Kommunikation gleichzeitig eine Art Manipulation?

Kommunikation bringt eine ganze Menge an Herausforderungen mit sich. Wir können nie davon ausgehen, dass der andere genauso tickt wie wir selbst und dass unsere Worte genauso ankommen, wie wir sie meinen. Zudem kommunizieren wir auch immer unsere Emotionen, sei es verbal oder non-verbal. Wo Menschen und deren Werte und GefĂŒhle involviert sind, da kann es auch zu Konflikten kommen. Was wir oft vergessen: Konflikte sind wichtig, genau wie es Kritik auch ist. Sie bringen uns weiter, wenn effektive Konfliktlösung betrieben wird.

Der Austausch mit einem Netzwerk

Ein Austausch lĂ€sst also eine Beziehung entstehen. Diese kann nur flĂŒchtig sein oder aber vertieft werden und einen ganzen Domino-Effekt an Ereignissen nach sich ziehen. Hierbei spielt Vertrauen eine wichtige Rolle, fĂŒr welches wiederum eine klare und ehrliche Kommunikation die Basis bildet.

Ein Beispiel: Du kommst mit einer Person ins GesprĂ€ch, ihr stellt fest, dass ihr gemeinsame Interessen habt und unternehmt daraufhin etwas. Ihr geht ins Kino, weil ihr beide Filme liebt. Dort triffst Du auf den Freund Deines neuen Freundes, welcher wiederum in der selben Branche arbeitet wie Du. Hieraus ergibt sich wiederum eine Diskussion zu einem neuen Produkt. Ihr tauscht euch ĂŒber Ideen aus und beschliesst zusammen zu arbeiten. Neue Kundenkontakte ergeben sich, Du erhĂ€ltst UnterstĂŒtzung, Du kannst Deine Hilfe anbieten, ein Netzwerk entsteht. Eine solche oder eine Ă€hnliche Situation ist Dir sicher bekannt.

Wir alle tun es, ob privat in der Kneipe, auf Seminaren oder online: Netzwerken. Wir suchen aktiv nach Kontakten, die Ă€hnliche Interessen oder Ziele haben wie wir selbst. Wir tauschen uns aus und pflegen diese Kontakte und kommen ĂŒber das Freundesfreunde-Prinzip mit immer mehr Menschen ins GesprĂ€ch. So entsteht ein Geflecht, ein Netzwerk, bei dem jeder Teilnehmer neue, interessante Aspekte einbringen kann.

Wer Netzwerken will, der muss sich austauschen.

Welches Ziel verfolgen wir damit? Klar, wir erhoffen uns durch unsere Netzwerke eine Weiterentwicklung, sei es der nĂ€chste Karriereschritt, neue Auftraggeber oder frische Ideen. Mir persönlich macht es aber auch einfach nur Spass, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Nicht hinter jedem Kontakt und jeder Kommunikation steht fĂŒr mich ein Ziel. Manchmal netzwerke ich ganz einfach, weil mich neue Kontakte glĂŒcklich machen.

5 GrĂŒnde fĂŒr berufliches Netzwerken

  • Austausch

    Nun schliessen wir den Kreis: Austausch → Beziehungen → Netzwerke → Austausch In einem Netzwerk aus Gleichgesinnten kannst Du ĂŒber die Themen diskutieren, die Dich wirklich interessieren. Du kannst von den Erfahrungen anderer lernen und Deine Meinung zum Ausdruck bringen. Weisst Du, wovon Du redest, kannst Du Dich in Deinem Netzwerk als Experte positionieren.

  • Inspiration

    Der Austausch mit Deinem Netzwerk bringt Dich dazu, ĂŒber den Tellerrand zu schauen. Lass Dich von den Ideen anderer inspirieren! Stosse einen Gedanke an und schau einfach, wo die Diskussion euch hintrĂ€gt.

  • Gegenseitige UnterstĂŒtzung

    Networking ist ein Geben und Nehmen. Du kannst Dein Wissen teilen und andere ebenfalls nach ihrer Meinung fragen, oder um UnterstĂŒtzung bitten.

  • Wirtschaftliche Vorteile

    Klar, wir netzwerken auch, weil wir uns neue Auftraggeber, einen neuen Job oder eine profitable Zusammenarbeit mit einer anderen Person erhoffen. Wir alle machen lieber GeschÀfte mit Menschen, die wir kennen und mögen.

  • Verlassen Deiner Komfortzone

    Nicht jeder ist von Natur aus extrovertiert und manch einer scheut sich davor andere anzusprechen. Um ein Netzwerk aufzubauen, braucht es aber diesen ersten Kontakt, der den Austausch ins Rollen bringt. Du kannst vor Deinem Computer hocken und darauf warten, dass Du kontaktiert wirst oder Du kannst die Initiative ergreifen. Los! Mach den ersten Schritt! Beim zweiten wird es dann schon leichter. Netzwerken ist eine FĂ€higkeit, die erlernt werden kann, genau wie alle anderen Verhaltensweisen auch.

Wie kann Austausch eine StÀrke sein

Kommen wir zurĂŒck zu meinem Online-StĂ€rkentest. Mir wurde aufgezeigt, Austausch sei eine meiner besonderen StĂ€rken und mir fiel es schwer, diese Information richtig einzuordnen. Jetzt, nach all diesen Überlegungen, fĂ€llt mir dies leichter.

Ja, Austausch gehört zu einer meiner StĂ€rken. Warum? Weil ich mich fĂŒr Menschen interessiere, weil mir die Bedeutung meiner Kommunikation bewusst ist und weil ich Spass am Netzwerken habe.

Macht Dir Netzwerken Spass? Nimm jetzt an meiner Mini-Umfrage teil: Hier gehts zur anonymen Umfrage

Kommunikation ist ein so wichtiger Teil unseres Lebens, dass sie nicht in einem Beitrag abgehandelt werden kann. In meinen Blog findest Du viele weitere Artikel zu genau diesem Thema, zu Konfliktmanagement, konstruktiver Kritik und darĂŒber, wie wir Klartext sprechen.

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