Verletzlichkeit ist Stärke und keine Schwäche

Verletzlichkeit – Perfectly imperfect

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Verletzlichkeit? Das ist etwas Schlechtes, etwas Schwaches. Moment! Lass mich Dir von meiner Erfahrung erzählen. 

Seit fast zwei Jahren bin ich nun bereits auf LinkedIn „unterwegs“. Erst war ich der Meinung, die Plattform könne lediglich meine Erfahrungen und Kenntnisse aufzeigen – wie ein Lebenslauf, auf dem alle Zertifikate, Abschlüsse und Projekte fein säuberlich aufgelistet sind, ein aufpoliertes Abbild meiner selbst. Nach kurzer Zeit und dem Vernetzen mit den ersten Personen begann ich das Potential von LinkedIn für mein Business zu erkennen und noch viel wichtiger: Ich begann Spass zu haben. Fast forward – heute darf ich mich zweimalige LinkedIn Top Voice nennen, bin im täglichen Austausch mit meinem Netzwerk und habe viele, viele grossartige neue Menschen kennengelernt. Aus virtuellen Kaffees wurden reale Cocktails bei Barcamps und auf Messen. Aus Fremden wurden Freunde. 

Nun, wollen wir uns nichts vormachen, nach einer solch langen Zeit, weiss ich natürlich, was bei meinem Netzwerk „gut ankommt“. Trommelwirbel! Es ist Authentizität. Diese Erkenntnis überrascht Dich sicher nicht. 

Mein Echtsein kommt allerdings mit einer ganzen Menge Verletzlichkeit. Ich habe all meinen Mut zusammengenommen und über Themen und Erfahrungen geschrieben, die ich eigentlich viel lieber ganz hinten in einer Schublade verstecken möchte. Ich habe mich nackig gemacht, bis hinunter auf die Knochen. Ich trug mein Herz auf der Zunge … und es kam gut an. 

Verletzlichkeit heisst sich selbst zu kennen

Verletzlichkeit kommt gut an … bei anderen. 

Brené Brown, eine Wissenschaftlerin der Universität von Houston hat 2010 einen TED Talk gehalten, in dem sie ihre Untersuchungsergebnisse zu den Themen Verletzlichkeit und Scham vorstellte. Heute wurde dessen Aufzeichnung  48 Millionen mal angeschaut. Wow! Warum trifft ihre Rede einen solchen Nerv bei uns? 

Wir sitzen ganz anonym hinter unseren Bildschirmen und hängen an Brené’s Lippen, so geht es mir zumindest. Eine Frau aus Texas, die von einer Sinnkrise erzählt und davon, wie ihre eigenen Werte vorerst nicht mit ihren Forschungsergebnissen übereinstimmten. Die Verletzlichkeit anderer empfinden wir als mutig, als inspirierend, als authentisch. Wir hören gern von ihr, weil wir sie selbst erfahren und weil wir uns in dem Gesagten wiedererkennen. Müssen wir sie allerdings selbst zugeben sieht die ganze Sache plötzlich anders aus. Während wir Verletzlichkeit als Stärke in anderen sehen, empfinden wir sie als Schwäche in uns selbst. Wir haben Angst uns wirklich, wirklich zu öffnen und anderen zu zeigen. Wer will schon verletzlich sein? Schliesslich bin ich eine eigenständige, unabhängige und starke Frau! Vulnerabilität passt nicht zu meinem Selbstbild. 

Warum ist es so schwer, sich verletzlich zu zeigen?

Jeder ist verletzlich. Ja, auch Du! Und was macht uns verletzlich? Die Angst abgelehnt zu werden, die Sorge nicht „zu genügen“, nicht perfekt zu sein, die Befürchtung nicht gemocht zu werden, wenn die anderen nur wüssten, wie es wirklich in unserem Inneren aussieht. 

Wir brauchen uns gegenseitig, sind aufeinander angewiesen. Die Beziehung zu anderen, Verbundenheit, geben unserem Leben erst wirklich Bedeutung. So sind wir nun mal neurobiologisch verdrahtet. Um es mit Brené’s Worten zu sagen:

„The ability to connect is why we are here.“

Mit dem Verlangen nach Gemeinschaft kommt auch die Furcht, diese Verbindungen könnten gekappt werden – durch unser eigenes Handeln. Wir fürchten uns vor Scham, vor dem Ausschluss aus der Gruppe und sorgen uns, evolutionär gesehen, um unser blankes Überleben. 

Nun versetze Dich einmal in die folgenden Situationen und überlege, ob in Dir ähnliche Gedanken und Gefühle aufkommen:

  • Du hast eine neue, kreative Idee und teilst diese mit Deinen Kollegen
    • Was wenn die anderen meine Idee für dumm halten … und mich gleich mit? Ich werde mich blamieren. 

  • Du sagst das erste Mal „Ich liebe Dich“ zu Deinem Partner
    • Ich bin zu dick. Mein Partner kann meine Gefühle sicher nicht erwidern. Wie auch? Er wird mich bestimmt zurückweisen. Ich habe seine Liebe sowieso nicht verdient.
  • Du äusserst kritisches Feedback im Bezug auf das Projekt eines Kollegen
    • Was nehme ich mir überhaupt heraus? Wer glaube ich eigentlich, wer ich bin?
  • Du vertrittst eine Meinung ohne die Deines Gegenübers zu kennen
    • Was wenn mein Gegenüber anderer Meinung ist und mir Fragen stellt, die ich nicht beantworten kann? Was wenn der andere dann schlecht über mich denkt?

                • Du gibst zu mit einer Aufgabe überfordert zu sein und bittest um Unterstützung
                  • Ich wusste es doch! Ich bin einfach nicht gut genug, nicht schnell genug, nicht schlau genug, einfach nicht genug. 

                Grummeln Dir ähnliche Gefühle durch den Bauch, wenn Du an Erfahrungen denkst, in denen Du Deine Verletzlichkeit zeigen musstest?

                Und warum es sich trotzdem lohnt

                Begegnen wir jemanden, ist Vulnerabilität das Erste, was wir in unserem Gegenüber suchen und das Letzte, was wir selbst offenbaren möchten. Sich verletzlich zu zeigen bedeutet ein Risiko einzugehen. Es bedeutet Unsicherheit und emotionale Exposition. Dann halten wir uns lieber zurück, dann lassen wir die Chance lieber vorbeiziehen, dann bleiben wir lieber professionell statt emotional zu werden. 

                Verletzlichkeit bedeutet Mut zu zeigen und authentisch zu sein.

                Glaub mir, ich weiss wovon ich spreche! Ich bin in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen. Da galt es sich durchzubeissen, weiterzumachen, stark zu bleiben. Die eigene Verletzlichkeit wurde in eine Schublade verfrachtet – dafür gab es keinen Raum im hektischen, durchorganisierten Alltag. Dann begann meine Ausbildung und plötzlich musste ich mich mit den Schattenseiten von Gruppendynamik beschäftigen, mit Mobbing und mit Scham. Wer sich nicht anpasste, war ganz schnell „uncool“ und unten durch. 

                Also versteckte ich mich, bis es mir irgendwann zu eng in meinem dunklen Loch wurde. Ich hatte die unangenehmen Gefühle betäubt, die Scham und all das emotionale Risiko. Dabei war mir aber auch eine grosse Portion meiner Lebensfreude abhanden gekommen. Ich hatte nur wenige, wirklich tiefe zwischenmenschliche Verbindungen, ganz einfach, weil ich nicht zuliess, dass mich jemand wirklich sah. Verletzlichkeit war die Tür, die ich öffnen musste, um aus meinem Loch heraustreten zu können.

                Und genau hierin liegt eine der Kernerkenntnisse Brené Brown’s Studie: Verletzlichkeit ist das Tor zu mehr Freude, zu mehr Liebe, zu Vertrauen und zu einem Gefühl der Zugehörigkeit. Öffnest Du dieses Tor, öffnest Du Dich selbst für andere und für mehr Verbundenheit. Du öffnest Dich der Welt. Auch wenn es vorerst nicht so scheinen mag: Verletzlichkeit lohnt sich. 

                Verletzlichkeit als der beste Massstab von Mut

                Während ihrer Recherche fiel Brené Brown auf, dass die Menschen, die sich selbst als „wertvoll“ erachten auch diejenigen mit den besten zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Sie gab dieser Gruppe einen Namen – die „worthiness people“ – denn sie alle vereinte der Glaube, dass sie selbst die Liebe und Zugehörigkeit anderer wert waren, also ein starkes Selbstwertgefühl. Was macht diese Menschen noch aus? 

                Brené fand heraus, dass es drei wichtige Eigenschaften sind, die alle „worthiness people“ eint:

                • Courage

                  Mit Courage ist Mut gemeint, allerdings nicht die Art, die Dich an einem Bungee Seil von einer Brücke springen lässt, sondern die Bereitschaft Dich so genauso zu zeigen, wie Du wirklich bist. Ich nenne diese Eigenschaft gern „Herzmut“. Es braucht Mut, das Hamsterrad zu verlassen, auferlegte, veraltete Glaubenssätze abzulegen und zu akzeptieren, dass Du eben nicht immer nach absoluter „Perfektion“ (was auch immer das ist) streben musst. Nur wenn Du mutig bist, traust Du Dich einen guten, langen Blick in den Spiegel zu wagen. Du bist gut so, wie Du bist. Du bist genug.

                • Compassion

                  Tiefes Mitgefühl und Empathie verbindet. Dabei vergessen wir allerdings oft, gut zu uns selbst zu sein. Nur wenn wir uns selbst gut behandeln, uns verzeihen, selbst-auferlegte Anforderungen vergessen und uns Ruhe gönnen, haben wir überhaupt die Energie anderen mit Empathie zu begegnen. Gleiches gilt auch im Bezug auf Leadership: Erst wenn Du mit Dir selbst im Reinen bist, kannst Du andere gut führen. Erlaube Dir zum Beispiel selbst, Fehler zu machen!

                • Connection

                  Kennst Du das aufregende Knistern, das immer dann zu spüren ist, wenn Du mit inspirierenden Menschen und guten Freunden zusammen bist? Diese Energie – wenn wir uns gegenseitig sehen, uns zuhören und wertschätzen – bezeichnet Brené als Connection. Du wirst dieses Gefühl der Verbindung nur mit den Personen wahrnehmen können, denen gegenüber Du Dich vollkommen öffnest und denen Du Dich so zeigst, wie Du bist. Mit Connection ist also grundsätzlich und zuallererst auch die Verbindung gemeint, die Du mit Dir selbst hast.

                Verletzlichkeit ist die Basis, die Grundlage, die notwendig ist, damit diese drei Aspekte existieren können. Verletzlichkeit und Herzmut gibt es nur im Doppelpack, ohne Herzmut keine Compassion und keine Connection. 

                Zeig Dich! Ab ins kalte Wasser!

                Brené TED Talk ist mutig und so, so inspirierend. Doch sind die zwanzig Minuten vorbei, klappen wir unseren Laptop zu, seufzen tief und gehen unserem Alltag nach. Verletzlichkeit zu zeigen bedeutet für so viele von uns Veränderung. Veränderung bedeutet das Verlassen der eigenen Komfortzone und das ist schlichtweg anstrengend. Schön und gut! Aber vergiss nicht: Verletzlichkeit ist die Tür zu so vielen Möglichkeiten, zu Liebe, zu positiven Gefühlen und zum Endlich-Durchatmen. 

                Was bedeutet das für unsere moderne Arbeitswelt? New Work Konzepte und Selbstorganisation, herausfordernde Entscheidungen, Umstellung auf die Arbeit vom Home Office – keine dieser Dinge geht ohne Vulnerabilität von statten. Mutige Führung kann nur mit Verletzlichkeit funktionieren. Innovation, Kreativität und Vertrauen wird erst durch Verletzlichkeit möglich. Jedes Mal, wenn wir den Status Quo verändern und etwas Neues kreierien, akzeptieren wir das Risiko zu scheitern. Wenn uns die Welt keine Sicherheit geben kann, müssen wir schlichtweg in uns selbst und andere vertrauen. Wollen wir weiterkommen, müssen wir uns zeigen genauso, wie wir sind. 

                Immer häufiger merke ich, dass wir absolut ausgehungert sind. Wir haben ein verdammt starkes Bedürfnis nach Authentizität. Wir wollen diese ganzen Fake-News nicht mehr hören, dieses Getue und Aufgeblase. Wir wollen Menschlichkeit und die gibt es nun einmal nicht ohne Verletzlichkeit. 

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