Was ist Verantwortung und wie geht man am besten mit ihr um

Was ist eigentlich Verantwortung?

Filiz Scarcella Allgemein 7 Comments

Verantwortung abgeben zu können ist genauso wichtig, wie sie zu übernehmen.

Was hat Verantwortung mit Vertrauen, Kommunikation und Motivation zu tun?

Die Sache mit der Verantwortung ist gar nicht so einfach! Manchmal hast Du sie und willst sie nicht, manchmal willst Du sie, bekommst sie aber nicht. Verantwortung hat eine ganze Menge mit Motivation zu tun.

Wer führen möchte, der sollte darauf natürlich erst einmal Lust haben. Übernimmst Du nicht gern Verantwortung, liegt es einfach nicht in Deiner Natur anderen eine Richtung vorzugeben und hast Du auch kein Bedürfnis Diese Fähigkeiten zu erlernen, dann ist der Posten vielleicht einfach nichts für Dich.

Ob Deine Mitarbeiter gern Verantwortung übernehmen oder nicht, hängt aber auch von der Vertrauens- und Kommunikationskultur im Unternehmen ab.

Ein Beispiel:

Franzi hat eine ganze Woche lang an einem Projekt gearbeitet und konnte trotzdem den zeitlich vorgegebenen Rahmen nicht einhalten. Sie ist frustriert und fürchtet sich davor, ihrem Manager zu gestehen, dass ihr vor zwei Tagen ein Fehler widerfahren ist, der die Erfüllung der kommenden Aufgaben aufhielt. Sie hat Angst in der Zukunft nicht wieder gefragt zu werden, ob sie neue Projekte übernehmen möchte. Aber eigentlich war es ja gar nicht ihre Schuld. Hätte sie vorher eine ordentliche Schulung gehabt, wäre das sicher nicht passiert!

Ein großer Teil von Verantwortung ist die Eigenverantwortung.

Wer motiviert ist und eine Sinnhaftigkeit in der eigenen Arbeit empfindet, übernimmt gern Verantwortung. Wer zu seinem Wort steht, der schafft Vertrauen.

Wer den Kollegen und der Führungskraft vertraut, der kann Fehler eingestehen und somit Verantwortung für Geschehenes übernehmen. Wer in der Lage ist, Verantwortung anzunehmen und Ergebnisse sieht, der ist motivierter.

Übernimmst Du Verantwortung? Oder hast Du vielleicht zu viel Verantwortung? Was sind Deine Erfahrungen?

Selten beginnt einer die eigene Karriere in einer Führungsposition. Viele von uns fangen ganz unten an. Wir kochen erst einmal Kaffee, kopieren Berichte, waschen Teller (natürlich spreche ich in Klischees). Tun wir dies besonders gut, klettern wir die Leiter so ganz langsam nach oben. Irgendwann ergibt sich dann für den ein oder anderen die Chance, ein Team zu führen. Dann gilt es für viele von uns erst einmal zu lernen, was es denn überhaupt heisst, so richtig Verantwortung zu übernehmen. Oder wissen wir das vielleicht schon? Ist die Sache mit der Verantwortung nicht vielleicht schon eine Herausforderung seit Kindheitstagen? Schliesslich ist jeder erst einmal verantwortlich für sich selbst.

Was ist Verantwortung?

Prinzipiell ist sie eine Art Aufgabe. Du sollst in Deinem oder einem entsprechendem Rahmen dafür sorgen, dass etwas einen guten/richtigen Verlauf nimmt oder kein Schaden entsteht. Den Ausgang einer Situation bestimmt hierbei nicht nur Dein Verhalten, also Dein Handeln oder Nichthandeln sondern auch Deine Entscheidungen und Deine Kommunikation.

Diese Definition ist sinngemäss dem Duden entnommen, in dem auch von einem zweiten Teil der Begriffserklärung die Rede ist:

Verantwortung ist…
die Verpflichtung, für etwas Geschehenes einzustehen.

Verantwortung ist also nicht nur etwas, dass uns von aussen – von jemandem, etwas, einem Zustand – zugeteilt wird, sondern etwas, dass wir bereits besitzen. Wir wissen in der Regel, warum wir uns für oder gegen etwas entschieden haben und würde uns jemand danach fragen, könnten wir ihm antworten. Wir könnten unsere Entscheidung verantworten.

Verantwortung heisst für die eigenen Entscheidungen sowohl in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft einzustehen.

Wie wir sehen, gibt es zwei zeitliche Richtungen, in die Verantwortung reicht:

  • In die ZukunftWir haben die Verantwortung den zukünftigen Generationen einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen.
  • In die Vergangenheit / In der GegenwartIch bin oder war in einer schwierigen Situation und ich weiss warum. Meine eigenen Entscheidungen haben mich dorthin gebracht.

Was ist eigentlich Eigenverantwortung?

Nun ist aber auch oft die Rede von Eigenverantwortung. Unterscheidet sich dieser Begriff von dem der Verantwortung? Du kannst es als Art Erweiterung sehen!

Mit Eigenverantwortung übernimmst nur Du die Verantwortung für Deine Handlungen - ohne Ausreden.

Kommen Dir irgendwelche dieser Ausreden und Schuldzuweisungen bekannt vor? Viele glauben, sie hätten ihr Leben nicht komplett unter Kontrolle und es gäbe da etwas, dass immer wieder dazwischen spukt, sobald sie die Nase aus ihrem Schneckenhaus stecken.

Der Staat ist schuld, das Schicksal hat es einfach nicht gewollt oder vielleicht meinst Du, vieles geht schief oder Du kannst etwas nicht, weil Du einfach das “falsche” Geschlecht hast. Erkennen sich hier so einige Frauen wieder? Wir nutzen diese “Ausrede” gern.

Es wird Zeit, dass wir Eigenverantwortung übernehmen!

Übernimmst Du bereits Verantwortung?

Wir erklären uns bereit das Abendessen zu kochen, den Hund auszuführen, die Wäsche zu waschen – jeder von uns übernimmt täglich Verantwortung,

So auch im Arbeitsleben, zum Beispiel wenn…

  • Dir eine neue Aufgabe übertragen wird,
  • Du Dich bereit erklärst, das nächste Meeting vorzubereiten,
  • Du einen Kundentermin übernimmst,
  • Du Dich um eine neue Software kümmerst, die die Kommunikation im Team verbessert,
  • Du eine Entscheidung triffst (!),

aber auch wenn…

  • Du einen Fehler eingestehst,,
  • Du Deinem Kollegen versprichst, ihm bei einer Aufgabe zu unterstützen und zu Deinem Wort stehst,
  • Du schon jetzt nach positiven Lösungsansätzen für eine Herausforderung suchst,
  • Du zugibst, nicht perfekt zu sein.

Verantwortung ist kein Gegenstand und trotzdem, kann sie angenommen und weitergegeben werden. Eine gute Führungskraft kann beides.

Verantwortung muss immer erst einmal angenommen werden.

Nun ist es aber so, dass Du nur Verantwortung für die Dinge übernehmen kannst, die Du auch beeinflussen kannst, richtig? Wie sieht das bei Führungskräften aus? Wird ihnen Verantwortung für Dinge aufgetragen, die ausserhalb ihres Einflussbereiches liegen?

Welche Verantwortung haben Führungskräfte?

Eine Führungskraft hat in der Regel eine Menge an Verantwortung. Ganz klar! Immer den Überblick behalten, die Zeit der Mitarbeiter und ihre Prioritäten managen, Ziele setzen, Bedürfnisse von Kunden und den Kollegen erkennen und handeln, wo Handlungsbedarf besteht … Die Liste kann noch eine ganze Weile so fortgeführt werden. Ganz schön viel!

Frage ich Führungskräfte nach Ihren Verantwortungsbereichen so zählen sie mir in der Regel all diese Beispiele auf. Sie sagen, sie wären für die Zufriedenheit der Kollegen, die Kommunikation im Team, die Lösung von Konflikten verantwortlich. Was oft vergessen wird, ist die Eigenverantwortung, also für das eigene Handeln und die eigenen Entscheidungen!

Alles beginnt immer bei Dir selbst! Eigenverantwortung hat zum Beispiel viel mit Selbstvertrauen zu tun, welches wiederum auf einer gesunden Selbstwahrnehmung basiert. Traust Du Dir nicht zu, eine Aufgabe zu bewältigen oder ein Team zu führen, dann wird es Dir schwer fallen, dieser Verantwortung tatsächlich gerecht zu werden. In diesem Fall, solltest Du Dir genau das eingestehen! Niemand von uns ist perfekt, niemand von uns kann alles!

Indem Du Verantwortung an andere übergibst, also Aufgaben delegierst, schaffst Du Dir Zeit für das Wesentliche, motivierst Deine Mitarbeiter und zeigst, dass Du ihnen vertraust.

 

Positive Leadership Coaching für Führungskräfte, Unternehmer und Projektleiter

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Comments 7

  1. Verantwortung ist ja zunächst einmal – schon vom Wort her – was sehr einfaches: Verantwortung haben, bzw. übernehmen bedeutet lediglich, antworten zu geben. Antworten sind eine Reaktion auf eine Frage, die mir mein Gegenüber stellt, oder die ich mir selbst stelle. Gleichwohl scheint Verantwortung doch etwas sehr gewichtiges, bedeutendes, teils quälendes und bedrückendes zu sein. Woran liegt das? Es liegt daran, dass es zwei Formen der Verantwortung gibt: 1. Rechenschaftsverantwortung. Die klassischen Fragen hierbei sind: “was war los?” und warum hast du das gemacht. Diese Fragen zielen in die Vergangenheit und m.E. ist nur ein Richter, bzw. Staatsanwalt von Amts wegen befugt, diese Fragen zu stellen. 2. Aufgabenverantwortung: Die klassischen Fragen hierbei sind: “Wie löse ich die mir gestellte Aufgabe?” und “wie löst du diese Aufgabe?”. Diese Frage zielen in die Zukunft. Führung nun ist eine Tätigkeit, die auf ein Ziel ausgerichtet ist. Ziele liegen in der Zukunft. D.h. Führungskräfte müsste von Amts wegen Aufgabenverantwortungsfragen stellen (v.a. in Kritikgesprächen). Worunter nun viele, viele Unternehmenskulturen leiden ist, dass sehr sehr viele Führungskräfte ihre Chefrolle permanent mit der Richterrolle verwechseln. D.h. Kritikgespräche gleichen richterlichen Vernehmungen. Mitarbeiter werden zu Angeklagten gemacht und verhalten sich wie Angeklagte. D.h. sie werden sehr oft auf “Unschuld” plädieren, weil in unserem Rechtssystem Unschuld nur mit Freispruch sanktioniert wird. Diese vergangensheitsorientierte richterlichen Vernehmungen durch Chefs lösen Angst vor Strafe und Scham aus. Deswegen “verstecken” so viele Mitarbeiter (auch solche mit höchsten Führungsaufgaben) hinter Ausreden. Der Vorstand versteckt sich hinter Konkurrenz- und Kostendruck, der Mitarbeiter versteckt sich hinter Nicht-Wissen”. Die Verwechslung der Chef- mit der Richterrolle vergiftet Unternehmenskulturen und kostet jährlich viele, viele Millionen Euro. Wie kommt es zu dieser Verwechslung: Die meisten von uns kennen das von frühester Kindheit an nicht anders. Angefangen von den Eltern, über Lehre, Ausbilder, Dozenten, eigene Vorgesetzte erleben wir immer wieder diese richterlichen Vernehmungsfragen.

    1. Hallo Klaus,

      ja vielen DANK für Deine Gedanken und Kommentar. Du hast es schön auseinander gedröselt. Ich selbst hatte früher auch die richterliche Vernehmung zu spüren bekommen. Immer und immer wieder und musste mich ständig nach dem Sinn und den Wert fragen (niemand konnte mir Antwort geben). Heute nach 20 Jahren kontinuierlicher Selbstdisziplin und Akzeptanz, dass die Verantwortung ganz alleine bei mir liegt, bin ich so frei und lösungsverbunden, wie ich nur sein kann. Dieses Gefühl der Verantwortung und dem positiven Gefühl dahinter vermittle ich nur zu gerne. Weil es noch immer die meissten Menschen schockiert und weil sie eben nur die richterliche und schwere Bürde der Verantwortung kennen oder eben auch nicht kennen. Wenn wir von unserer Kindheit sprechen ist es so, dass wir gar nicht gelernt haben (nur sehr wenige von uns.. es kommt auf die Generationen an) tatsächlich Verantwortung für unser eigenes Handeln zu übernehmen. Für unsere Gedanken und unsere Ergebnisse… Es waren fast immer die Anderen schuld.. oder wir hörten auch oft.. Du kannst das nicht, ich mache das… Viele unserer Kinder lernen bis zum 18 Lebensjahr kein Fünkchen Eigenverantwortung. Sie wissen nicht wie es geht und werden darauf auch nicht sensibilisiert. Dann ab 18 sind sie volljährig und voll verantwortlich… ups… jetzt passiert es.. oder auch nicht.

  2. Hier mein Kommentar, den ich auch auf LinkedIn schon postete. Ich freue mich immer über alles Mögliche an Kooperations-Bereitschaft, um das Verantwortungs-Thema wirklich nach vorn zu bringen. Als Ergänzung zum Kommentar sei gleich hinzugefügt: Eine Übersicht von mir zu “Kern-Punkten systemischen Wandels” ist hier zu finden: https://dieschenker.wordpress.com/2018/02/01/text-set-system-wandel-9-kurz-thesen-fuer-system-wandel/ Namaste. Öff Öff / global-love.eu

    Mein Kommentar:
    Öff Öff Jürgen Wagner
    Öff Öff Jürgen Wagner founder of Schenkers-(givers- or gift-)Movement, Beirat bei Förderverein der Schenker-Bewegung
    Wieviel Verantwortung ist gegeben bei einem Menschen, der sich nicht um die wissenschaftliche Definition von Persönlichkeits- und Verantwortungs-Reife kümmert bzw. diese sogar aktiv verdrängt? (Siehe “postconventional level” gemäß Lawrence Kohlberg…)
    Meist-tabuisierte Frage bei alledem: Wie weit reicht die Verantwortlichkeit bzw. der Verantwortungs-Rahmen? Bis zu “Global denken, lokal handeln!” – oder nur viel kurzsichtiger (kapitalistisch verkürztes Profit- und Vergeltungs-Denken)?
    Wenn Verantwortung nicht den Blick-Horizont öffnet für “das ganze Feld” der Folgen (des eigenen Handelns, aber auch allen Geschehens, in dem wir stecken bzw. das wir beeinflussen können), sondern nur “um ein paar Ecken vor uns”, und den Rest ausblendet, – ist das echte Verantwortung? Geht es nicht auch außer den tatsächlichen Folgen unseres Verhaltens (wo wir auslösende Entscheidungen trafen), um den ganzen Bereich der möglichen Folgen von uns, also wo wir irgendwie durch unsere Entscheidungen Einfluss drauf nehmen KÖNNTEN (- weil unterlassene Hilfe-Leistung ja auch nichts Tolles ist… -)? Und fängt solches “Einfluss-nehmen-Können” nicht damit schon an, dass wir drüber nachdenken können? Was können wir dann nicht beeinflussen?  — 
    Und bzgl. Vertrauen: Müssten wir nicht die Bereitschaft zu solcher “Verantwortung aufs Ganze” (Gerade-Stehen für die Folgen im Ganzen) bei einem anderen Menschen (bei uns selbst natürlich auch) als Voraussetzung sehen, bevor wir ihm vertrauen könnten, bzw. ihm irgendetwas, schon gar Entscheidungs-Steuerruder, anvertrauen könnten? Oder soll es da “Auto-Lenkräder ohne ausreichend gründliche Führer-Scheine” geben? Wer will das (weiter) verantworten?
    Wer näher interessiert ist, kann sich über mich und meine Vorstellungen eines ausreichenden “systemischen Wandels” gern weiter informieren: z.B. “free prior and informed consent (fpic)” als Grund-Bedeutung korrekter Mitsprache-Rechte…, “Beutelsbacher Konsens” als gesellschaftlich anerkanntes Kriterium für “Demokratie-Reife”…, die Notwendigkeit, eine “Menschheits-(Konsens-)Demokratie” zu entwickeln, wo die Stimmen der “Kinder der Zukunft” die entscheidenden Stimmen sind, und nicht regionale Mehrheiten in einer viel zu sehr auf Augenblicks-Konsum ausgerichteten, privilegierten Luxus-Gesellschaft wie der “BRD”…
    Da ich Deutschlands radikalster und bekanntester (System-)Aussteiger bin, kann man schnell finden, was man braucht bzw. brauchen will…
    Namaste. Öff Öff

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    https://www.linkedin.com/pulse/ist-eigentlich-verantwortung-filiz-scarcella/?trk=eml-email_feed_ecosystem_digest_01-recommended_articles-3-Unknown&midToken=AQFn9p9f8Nll5g&fromEmail=fromEmail&ut=0oxHAWD7i8G8o1
    aufgerufen am 5.9.2018 um 10:03 Uhr

    1. Hallo Öff Öff, wie spannend Dich hier auf meiner Seite zu finden. So treffen sich auch virtuelle Wege, die sich sonst nie treffen würden.
      Du hast ziemlich viele spannende Ansätze. Ich selbst bin der Meinung, auch ganz einfach runter gebrochen, dass wir mehr Bewusstsein schaffen müssen (für uns selbst und andere, doch bei uns selbst sollten wir immer starten) was wir alles tun, sagen und denken. Wie wir an Dinge herangehen und was die Konsequenz aus allem entstehen wird. Warum und wozu wir etwas tun und was der komplette Sinn dahinter ist. Dieses Bewusstsein schafft Verantwortung, bzw. kann es schaffen, wenn man es will. Verantwortung ist nicht nur das was ich gebe, sondern mein komplettes sein. Was strahle ich aus und was gebe ich weiter. Wenn ich mich nur beschwere, dann gebe ich immer Verantwortung ab bzw. nehme diese nie an. Die anderen sind schuld, weil… Wie verantworte ich das, was kommt an und wie geht mein ggü. damit um. Verantwortung ist Eigenverantwortung und wenn man den Sinn dahinter genauer erkunden will, dann kann es enorm Spass machen.

  3. Wir können es kurz machen: bis zum 18. Lebensjahr sind die Eltern verantwortlich, danach gilt es einen Schuldigen zu finden … So auch das Bespiel Franzi …
    Was Verantwortung nicht heisst: Peinlichkeitsvermeidung, durch Schwärme Verantworten unkenntlich zu machen und für das “Daneben” nicht einstehen … das ist aber der derzeitige Weg…
    Verantwortungsvermeidung: QM-Systeme, Agilität, Technologiegläubigkeit und Digitalisierungen sollen es richten. Macht auf einen Arbeitsplatz bis zu 3 Stelleninhaber … also genug Potenzial …

  4. Der bereits gegebene Hinweis auf der Wortstamm „Antworten geben“ ist zunächst vor dem Hintergrund einer aufklärerischen humanistischen Weltanschauung nicht hinreichend – sonst wäre der Googletranslator für das zurückgeben eines übersetzten Textes im Sinne einer „Antwort auf die Übersetzung eines konkreten Textes – aus dem philosophischen Menschenbild, das aus der Aufklärung erwächst, gehört untrennbar der Begriff „Bewusstsein“ (etwas woran Google – derzeit noch – scheitert)…
    Was aber, wenn die ersten Maschinen den Turingtest bestehen – agieren diese dann tatsächlich ebenfalls verantwortlich – was ist beispielsweise mit dem autonomen Autofahren – übernimmt der Programmierer die Verantwortung für den Unfall bzw. für die Entscheidung, die zum Unfall führte, oder irgendwann doch das Auto – die klassische Antwort entspricht obigem Bild und wird normalerweise mit Programmierer (oder bestenfalls mit „Mitfahrer“ beantwortet, (so lange das Auto den Turingtest noch nicht besteht…
    Dis sich dahinter verbergende Frage ist kniffliger als es zunächst vielen erscheint…
    Das hängt zum einen damit zusammen, daß durch die Psychologie, die dem Unbewussten/rein motorischen wieder mehr Gewicht zumaß, sich flächendeckend durchgesetzt hat, daß sehr viel unserer Entscheidungen bauchgesteuert – sprich: unbewusst – ablaufen – zum anderen stellen Hirnscanns inzwischen zumindest in Frage, ob das Bewusstsein tatsächlich vor einer Entscheidung aktiviert wird, oder dieses die bereits gefallene Entscheidung des Zentralnervensystems lediglich im Nachhinein legitimiert, ohne indes auf die Entscheidung maßgeblich Einfluss nehmen zu können – mein Kenntnisstand ist, daß das zum einen nicht so hart gegeneinander abgrenzbar ist, wie ich das hier dargestellt habe, und da das sowieso noch über Jahre Gegenstand von Grundlagenforschung bleiben wird – trotzdem gibt es zumindest Zweifel – und dazu reichen allein schon die inzwischen anerkannten unbewusst ablaufenden Entscheidungsprozesse…
    Hinzu kommt noch, daß der Begriff „Verantwortung“ immer im Kontext eines Wertesystems zu sehen ist – wer also über verantwortliches Entscheiden/Handeln spricht, muß streng genommen immer den Kontext mitliefern, in dem das Entscheiden/Handeln eingebunden ist – die aktuelle Diskussion Arbeitsplätze versus Klimaschutz (sofern das überhaupt tatsächlich ein Widerspruch ist bzw. sein muß) zeigt das in aller Deutlichkeit…
    So stellen die einen beispielsweise die aktuelle Arbeitsmarktsituation in den Fokus der Betrachtung, und können mit Fug und Recht für sich beanspruchen, verantwortungsbewusst entsprechende Gesetze zu Lasten der Umwelt auf den Weg zu bringen um den Manschen eine berufliche Perspektive zu geben – gleichwohl ist die Gegenposition ebenfalls als verantwortungsbewusst anzuerkennen, die vertritt, daß Vollbeschäftigung in dieser Generation nicht dazu führen darf, daß kommende Generationen mit evtl. unlösbaren Aufgaben für ihr weiterleben konfrontiert werden müssen… (alles zugegeben sehr vereinfacht dargestellt)
    Der Verweis, daß sich beide später verantworten/rechtfertigen müssen, ist streng genommen akademischer Natur, weil die hypothetische Alternative auf Grund der getroffenen Entscheidung gar nicht existiert und es völlig unklar ist, ob sie eingetroffen wäre, selbst wenn der/die Entscheidungsträger die Entscheidung anders getroffen hätte…

    Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wird es schwierig, den Begriff “Verantwortung” noch als moralischen Kodex, vor dem aus Entscheidungen resultierende Handlungen zu rechtfertigen sind, aufrecht zu erhalten…

    Ich würde mir wünschen, daß wieder mehr über Verständnis für eine Handlungsmotivation gesprochen würde, als über Begriffe aus der Zeit der Aufklärung, die nach heutigen Wissenstand dermaßen problematisch sind…
    Ich finde es viel interessanter, mich mit Handelnden (vor allem wenn sie Entscheidungen treffen (wollen), die mit meinen Vorstellungen nur bedingt kompatible sind) auszutauschen, wie der dazugehörige Kontext, in dem diese Entscheidung eingebunden ist, aussieht – als die Frage zu erörtern, ob das nun verantwortungsbewusst ist oder nicht…

    Gleiches gilt für die sog. Schuldfrage…
    Schuld impliziert, daß eine Entscheidung wider besseres Wissen bewusst getroffen wurde – das ist natürlich ein gesellschaftlich notwendiges juristisches Konstrukt, um dem aktuellen Wertekanon der Gesellschaft „Nachdruck“ zu verleihen, und darüber hinaus evtl. auch, um den inneren Wertekonstrukt halt zu verschaffen – allerdings zu einem recht hohen Preis der Selbstbestrafung…
    Überdies: das mit dem Bewusstsein ist dabei das erste Problem (s.o.) – das mit dem „wider besseres Wissen“ das andere (ebenfalls s.o.) – damit wird ergo auch der Schuldbegriff sehr problematisch…

    Bedauerlicherweise finde ich zu diesen Aspekten hier wenig.
    Man könnte zwar argumentieren, daß derartige „philosophische Ansätze“ bei der konkreten Weiterbildung/-entwicklung von (Führungs)-Charaktären wenig bis gar keinen Platz haben sollten bzw. zu viel Raum für das „eigentlich wichtige“ wegnehmen. Dafür, diese Ansätze mitzuliefern, spricht allerdings, daß man, wenn man sich durch solche Analysen erst einmal klar gemacht hat, auf welch tönernen Füssen diese vermeindlichen „Grundfeste“ eigentlich stehen, es viel einfacher wird, einen eigenen inneren Kanon zu entwickeln, vor dem ein mutiges Entscheiden/Handeln sehr schnell sehr leicht wird…

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