Was ist Glaubwürdigkeit?

Wie wichtig ist Glaubwürdigkeit?

Filiz Scarcella Allgemein Leave a Comment

Hier ein paar Zahlen verdreht, dort ein paar falsche Angaben gemacht – heute weiss wohl jeder, wovon ich spreche, wenn ich den VW-Abgasskandal erwähne. Der Geschichte einer deutschen Traditionsmarke, wenn nicht sogar der weltweiten Automobilindustrie wurde fast über Nacht ein neues Kapitel hinzugefügt, welches wir auch heute noch schreiben. Denn mit der einfachen Behebung des Problems, wie auch immer das aussieht, ist es nicht getan. Der Diesel Skandal hatte erhebliche Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit von Volkswagen und der Konzern hat damit das Vertrauen der Verbraucher verloren. 

Einer meiner Freunde überlegt derzeit, sich ein neues Auto anzuschaffen. „Warum kaufst Du Dir nicht einen kleinen, Flitze-Golf?“, frage ich ihn. „VW? Neee, da weiss ich ja nie, was ich mir in die Garage hole“, scherzt er und lacht. Klar, vielleicht hat er ein wenig überspitzt reagiert, vielleicht meinte er seine Aussage nicht erst, aber er hat damit auf jeden Fall mein Gedankenkarussell angeschoben. 

Was bedeutet das genau … Glaubwürdigkeit? Woher wissen wir, wem wir glauben können und wem nicht? Und ist Glaubwürdigkeit einmal verloren, kann sie wiedergewonnen werden? 

Was bedeutet „Glaubwürdigkeit“ eigentlich?

Glaubwürdigkeit ist einer dieser Alltagsbegriffe. Jeder weiss, was damit gemeint ist, aber eine simple Definition niederzuschreiben, fällt mir schwer. Daniel Dagan, ein israelischer Journalist, fand die Worte, nach denen ich viel zu lange suchte: „Glaubwürdigkeit ist doch eine einfache Sache: Man sagt, was man tut und man tut, was man sagt.“

Wir leben in einer komplexen Welt, in der Informationen über die verschiedensten Kanäle nur so auf uns einprasseln. Du kennst das sicherlich. Du öffnest Facebook, Instagram, LinkedIn & Co. und wirst von Content nur so überflutet. Was ist wahr? Was sind Fake-News? 

Natürlich können wir selbst nicht ALLES wissen und haben zum Wahrheitsgehalt vieler Aussagen nicht gleich Zugang. Was machen wir also, wenn wir uns eine Meinung bilden wollen, aber dies mit unserem eigenen Wissen nicht können? Wir entscheiden, ob wir der externen Informationsquelle vertrauen können oder nicht. Wir entscheiden, ob eine Organisation oder eine Person und deren Aussagen glaubwürdig sind. 

Glaubwürdigkeit ist demnach ein Attribut, das wir einem anderen Menschen zuschreiben. Worauf basieren wir aber die Entscheidung: glaubwürdig oder nicht? 

Was macht einen Menschen glaubwürdig?

Kennen wir unseren Gesprächspartner, ist diese Frage recht simpel. Wir vertrauen einer Person basierend auf unseren Erfahrungen mit ihr oder ihm. War sie immer ehrlich zu uns oder hat sie uns zuvor belogen? Vielleicht sogar mehrfach? Ist letzteres der Fall, werden wir jede Aussage mit Skepsis betrachten. 

Was bedeutet Glaubwürdigkeit?

Kennen wir unser Gegenüber nicht, basieren wir unsere Einschätzung trotzdem auf unsere eigenen Erfahrungen, welche sich durch unser Bauchgefühl und unsere innere Stimme bemerkbar machen. Du kennst das sicher? Beim Treffen mancher Menschen grummelt es uns schwer im Magen. Etwas fühlt sich nicht richtig an und was immer diese Person nun sagen wird, wir werden nicht bedingungslos darauf vertrauen oder uns von ihrer Sichtweise überzeugen lassen. 

Unser Bauchgefühl stützt sich hierbei ganz unbewusst auf die Körpersprache unseres Gesprächspartners, auf dessen Worte und was wir über die Person wissen. Läuft ihr Kopf rot an? Widerspricht sie sich? Wissen wir, dass diejenige Erfahrung in einem Bereich hat?

Warum spielt Glaubwürdigkeit eine solch grosse Rolle?

Beziehungen, egal ob im Privat- oder im Arbeitsleben, bauen immer auf Vertrauen auf. Und Vertrauen wiederum setzt Glaubwürdigkeit voraus. Willst Du Deine Mitarbeiter als vorbildlicher Leader erfolgreich führen, müssen sie Dich für glaubwürdig halten. Willst Du Kunden ein Produkt verkaufen, müssen sie darauf vertrauen, dass Deine Aussagen stimmen. Willst Du gute Beziehungen führen, musst Du Verantwortung über Dein Handeln übernehmen

Glaubwürdigkeit spielt tatsächlich in jeder unserer Interaktionen eine grosse Rolle und beeinflusst, wie zum Beispiel im Fall von Volkswagen, das Image und die Reputation einer Marke. Wir wollen Politikern vertrauen, wollen den Nachrichtensendern vertrauen, wollen unseren Nachbarn vertrauen.

Gemäss der Autorin Ute Nawratil, die eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Glaubwürdigkeit in der sozialen Kommunikation“ verfasst hat, gibt es drei Komponenten, die einen Menschen wirklich glaubwürdig machen:

  • Guter Charakter

    Wie authentisch und aufrichtig ist die Person selbst? Welche Charaktereigenschaften hat Dein Gegenüber?

  • Guter Wille

    Was sind die Motive des Redners? Welche Absichten hat er oder sie?

  • Kompetenz

    Weiss die Person, wovon sie spricht?

Der Wiener Universitätsprofessor Konrad Paul Liessmann nennt sogar fünf „Bausteine der Glaubwürdigkeit“:

  • Sei ehrlich!
  • Sei transparent!
  • Bleibe authentisch!
  • Achte darauf, dass Reden und Handeln übereinstimmen!
  • Achte auf konsistentes Verhalten!

Alles Imperative! Absichtlich so formuliert. Irgendwie schon fast furchteinflössend. Und hier liegt auch die Herausforderung …

Können wir wahrlich glaubwürdig sein?

Würde ich fünf Leute auf der Strasse fragen, „Bist Du glaubwürdig?“, würde ich mit grosser Sicherheit fünfmal „Ja, natürlich“ hören. Keiner würde schliesslich etwas anderes über sich selbst sagen. 

Wer ist wirklich glaubwürdig?

Wie glaubwürdig ist aber ein Mensch, der behauptet, nie zu lügen? Jeder von uns flunkert, erfindet Ausreden, verharmlost oder übertreibt manchmal. Wir manipulieren und lassen uns manipulieren. 

Gleiches gilt für „Authentizität“. Keiner von uns ist zu 100 Prozent transparent und das ist auch gut so. Denn würden wir jedem Impuls ohne Nachzudenken folgen, würden wir immer sagen, was wir denken und fühlen, wäre ein soziales Zusammenleben wahrscheinlich nicht möglich. 

Verstehe mich bitte nicht falsch! Wer mich kennt, weiss, dass ich für Authentizität und Ehrlichkeit plädiere. Wie so oft im Leben geht es jedoch darum, emotionale Intelligenz an den Tag zu legen. Wann ist es wichtig und richtig, mich authentisch zu zeigen und wann gilt es, sich selbst zurückzuhalten? Die ganzen Hater und Trolle, die Hass-Kommentare in den sozialen Medien abgeben, sollten sich diese Frage am besten gleich gestern stellen. 

Ein weiterer Punkt, der wie ich finde, nicht zu kleinkariert genommen werden sollte, ist der des konsistenten Verhaltens und der Übereinstimmung von Reden und Handeln. Am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen, keine Roboter und wir sind in unserem Wesen schon widersprüchlich. Pläne ändern sich, Gefühle ändern sich, nicht alles ist nur schwarz oder weiss. Wir können die besten Absichten haben und trotzdem unsere Versprechen nicht einhalten, vielleicht weil wir uns zu viel zugemutet haben, vielleicht weil unsere innere Stimme lauthals protestiert, vielleicht weil wir unser Herz an eine andere Person verlieren. 

Glaubwürdige Menschen sind nicht unbedingt die besseren Menschen

Paradoxerweise sind die Menschen, die sich besonders grosse Mühe geben, glaubwürdig zu wirken, in den seltensten Fällen tatsächlich aufrichtig. Denn wer mit geschwellter Brust behauptet immer authentisch, konsequent und ehrlich zu sein, ist es mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht. Und selbst wenn, dann macht es uns nicht unbedingt zu einem besseren Menschen. 

Stellen wir uns vor, Volkswagen würde bekannt geben, von nun an nur noch die umweltschädlichsten Motoren herzustellen und dies dann auch tatsächlich konsequent tun. Glaubwürdig, ja. Erstrebenswert, nein. 

Wir können uns bemühen ein guter Mensch, mit guten Intentionen zu sein, aber über unsere Glaubwürdigkeit befindet schlussendlich ein anderer. 

Darum: Lebe, wie Du es für richtig hältst! Folge Deinem Herzen, Deinem Bauch und Deinen Werten! Und wenn Dich dieses Leben glücklich macht, ist es schnurzpiepegal, was die anderen denken. 

Nun stelle ich Dir die Frage: Bist Du glaubwürdig? 

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