Manipulation - Wirst Du manipuliert?

Wirst Du manipuliert?

Filiz Scarcella Allgemein 2 Comments

„Wenn Du meinen Newsletter abonnierst, wirst Du keinen meiner Blogbeiträge mehr verpassen. Dank meiner Artikel wirst Du herausfinden, was Dir wirklich wichtig ist und wie Du zur verantwortungsvollen Führungspersönlichkeit wirst.“ – Na, klingt doch ganz gut, oder? Dies war ein Manipulationsversuch. Ist er mir gelungen?

„Mensch, Filiz! Das will ich aber nicht! Ich treffe meine eigenen, objektiven Entscheidungen. Ich lass mich nicht so einfach manipulieren.“, magst Du Dir nun naserümpfend denken. Dabei ist Dir möglicherweise gar nicht bewusst, dass wir alle manipulieren und manipuliert werden – Ständig, täglich, als wir ein Baby waren, wenn wir mit unserem Partner zusammen oder aber bei der Arbeit sind. Manipulation ist Teil unserer menschlichen Kommunikation. Nicht immer sind wir uns dessen bewusst, nicht immer haben wir böse Absichten aber immer beeinflussen wir andere mit einer gewissen Kalkulation, einem Motiv. Nun magst Du Dich selbst von dieser These ausschliessen. „Die anderen machen das vielleicht aber ich nicht. Niemals.“, denkst Du Dir. Sorry, da bist Du leider im Unrecht.

Manipulation wird sehr negativ assoziiert.

Das ist aber vollkommen Ok. Manipulation muss nicht immer negativ sein, ganz im Gegenteil. Sie ist für unser Zusammenleben sogar ziemlich wichtig.

Was ist Manipulation?

Sprechen wir von „Manipulation” kommen uns zuerst negative Synonyme in den Sinn: Betrug, Verführung, Verhetzung, Täuschung Machenschaften, List.

Der Begriff ist ursprünglich die Zusammensetzung aus den beiden lateinischen Wörtern manus (Hand) und plere (füllen). Übertragen bedeutet er also etwas in der Hand zu haben oder Handhabung. In der Psychologie und im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen wir unter Manipulation Einflussnahme. Nur wenn wir also davon ausgehen, dass jegliche Einflussnahme negativ ist, ist auch Manipulation etwas Schlechtes.

Wenn ich manipuliere, beeinflusse ich eine andere Person – wie auch immer das aussieht – um ein Ziel zu erreichen. Damit schade ich meinem Gegenüber aber nicht unbedingt. Manipulation kann durchaus auch zu beiderseitigem Nutzen geschehen.

Kann Manipulation auch positiv sein?

Wenn ich zum Beispiel einkaufen gehe und Hilfe brauche, um etwas auf dem obersten Regal zu erreichen (ich bin nicht die Grösste), dann wende ich mich ganz nett an einen der Supermarktmitarbeiter. Ich sage „bitte“ und „danke“ und schwupps ist was ich wollte, in meinem Einkaufskorb. Freundlichkeit kann eine Art der Manipulation sein, ohne die unser Zusammenleben doch ganz schön traurig wäre.

Das es mir so schwer gemacht wird, das oberste Regal zu erreichen hat allerdings auch seinen Grund. Die Produkte mit der höchsten Gewinnspanne für den Supermarkt werden immer ganz geschickt auf Augenhöhe platziert. An der Kasse angekommen, greife ich dann während des Wartens noch zum Schokoriegel.

Manipulation ist Teil jeder menschlichen Interaktion.

Ein weiteres Beispiel: Meine Kollegin Franzi kommt zu mir und bittet mich um einen Gefallen. Sie hätte heute nicht alles geschafft, müsse jetzt aber zum Zahnarzt und ob ich nicht den letzten Bericht fertig schreiben könnte. „Klar!“, sage ich und erinnere mich gleichzeitig daran, dass ich ja selbst nächste Woche einen Termin habe und sie mir den Gefallen dann sicherlich erwidern wird. Ausserdem freue ich mich, dass mir Franzi diese Aufgabe anvertraut und ich hoffe, mit meinem Zustimmen bei ihr Sympathiepunkte sammeln zu können.

Positive Beeinflussung vs. fiese Psycho-Tricks

Zur Manipulation gehören immer zwei Seiten: Derjenige, der manipuliert und derjenige, der sich manipulieren lässt. Im Berufsleben könnte dies die Führungskraft und der Mitarbeiter sein. Wie gut oder schlecht Manipulation wirklich ist, das hängt von den Zielen ab, die verfolgt werden.

Manipulation kann in negative und positive Beeinflussung unterschieden werden.

Der Vorgesetzte hat den Auftrag, das Team so zu führen, das jeder sein Bestes gibt, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Er soll seine Mitarbeiter inspirieren, ihnen Werte vermitteln, sie schulen – sie beeinflussen.
Wie macht er das? Genau hier scheidet sich die Spreu vom Weizen.

Viele Führungskräfte glauben sich Respekt verschaffen zu können, indem sie ihre Kollegen klein halten, indem sie ihnen drohen und ihnen Befehle erteilen. Der autoritäre Führungsstil, bei dem Druck als Mittel zur Leistungssteigerung eingesetzt wird, ist auch heute noch in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Über einen kurzen Zeitraum hinweg, mag das auch funktionieren. Angst ist eine mächtige Emotion, die sich der ein oder andere zum Nutzen macht. Die meisten werden diesen Stresszustand aber schnell als belastend empfinden und entweder kündigen oder aber ihre Arbeit nur auf „Dienst nach Vorschrift” herunterfahren. So richtig gut kann der autoritäre Führungsstil auf lange Zeit nicht gehen.  

Auch Lob also das natürliche menschliche Bedürfnis nach Anerkennung, kann zum Durchziehen der eigenen Agenda instrumentalisiert werden. Wirst Du heute für Deine gute Arbeit gelobt, morgen aber nur kritisiert, wirst Du Dir übermorgen besondere Mühe geben, um Dir die Wertschätzung zurück zu holen. Unbewusst findest Du Dich in der Rolle des unmündigen Kindes wieder. Lob kann süchtig machen und die ein oder andere Führungskraft weiss dies auszunutzen.

Wer versucht durch Psycho-Tricks durchzusetzen, was er will, wird früher oder später entlarvt und büsst das Vertrauen seiner Mitarbeiter ein. Eine langfristige Leistungssteigerung der Mitarbeiter kann weder durch Druck noch durch gekünsteltes Lob erzeugt werden.

Wenn es um die Schattenseite des Begriffs „Manipulation” geht, fallen jedem noch eine ganze Menge weiterer Beispiele ein. Wie sieht es aber mit der positiven Beeinflussung aus?

Wie können wir positiv beeinflussen?

Wer sein Umfeld positiv beeinflussen möchte, der muss in der Lage sein, Emotionen positiv zu beeinflussen. Gefühle spielen bei allem, was wir tun, bei allem was wir sagen, eine Rolle und sie entscheiden, aufs Arbeitsumfeld bezogen, auch massgeblich, ob wir produktiv und kreativ sind. Wie also können wir die Emotionen anderer beeinflussen?

Emotionale Knöpfe werden bei der Manipulation gern mal gedrückt.


Nur wer emotionale Intelligenz besitzt, also die eigenen und fremde Gefühle wahrnehmen und verstehen kann, der ist auch in der Lage sie zu beeinflussen. Die Basis bildet also auch hier wieder die gesunde Selbstwahrnehmung und ein Gespür dafür, wie wir auf andere wirken. Bin ich zum Beispiel von einer Sache überzeugt und spüre Leidenschaft für meine Arbeit, so werde ich in der Lage sein, auch meine Mitarbeiter zu inspirieren. Bemerke ich, dass meine Kollegin mit einer Aufgabe überfordert ist, so kann ich Hilfestellung leisten und sie in die richtige Richtung lenken. Ich kann Erfolge feiern und konstruktiv Kritik leisten. Wo wir mit anderen interagieren, da beeinflussen wir.

5 Tipps, um positiv zu beeinflussen

  • Prüfe Deine Selbst- und Deine Fremdwahrnehmung!

    Nur wenn Du weisst, wie Du auf andere wirkst, wirst Du auch in der Lage sein, sie zu beeinflussen. Ist Dir nicht bewusst, dass Deine heruntergezogenen Mundwinkel auf andere furchterregend wirken, wirst Du keine Partylaune im Büro verbreiten können.

  • Aufrichtige Anerkennung statt Lob

    Beeinflussung ist vor allem dann konstruktiv, wenn sie nicht von oben nach unten, sondern auf Augenhöhe geschieht. Das Loben einer Leistung hat oft genau diesen Effekt. Der Gelobte findet sich in der Kinder- und der Lobende in der Elternrolle wieder. Aufrichtige Anerkennung und authentische Freude über das Erreichen eines Ziels motiviert allerdings.

  • Achte auf Deine Worte!

    Wenn es um Kommunikation geht, kommt es nicht nur auf das was, sondern vor allem auch das wie an. Achte auf Deine Sprache – verbal und nonverbal!

  • Zeige Emotionen!

    In vielen Unternehmen herrscht Emotionsverbot. Vor allem wer sich in einer Führungsposition befindet ist der Meinung immer sachlich zu bleiben – sonst wirkt das unprofessionell. Gefühle Fehlanzeige! Traust Du Dich aber doch ab und an Gefühle zu zeigen, wirst Du gleich als menschlicher gelten und andere auch dahin beeinflussen können, Dir zu vertrauen.

  • Auf Ehrlichkeit kommt es an!

    Um nun bei jeglicher Art der Beeinflussung diesen negativen Beigeschmack zu vermeiden, der mit dem Begriff „Manipulation” mitschwingt, braucht es eine gehörige Portion Empathie, vor allem aber Ehrlichkeit. Keiner wird gern hintergangen und keiner will im Nachhinein herausfinden, dass er manipuliert wurde, um die Agenda eines anderen zu erfüllen. Wozu macht er das? Wozu sagt er das? Was passiert, wenn ich mich der Manipulation hingebe? Das Bewusstsein und -machen der Absichten entscheidet.

Fazit

Manipulation ist ein ganz normaler und wichtiger Teil menschlicher Interaktion. Ob sie als gut oder schlecht bewertet werden kann, darüber bestimmt das Ziel desjenigen, der manipuliert. Führungskräfte können ihre Mitarbeiter positiv beeinflussen, wenn sie dies aufrichtig, auf Augenhöhe und mit Wertschätzung tun.

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Deine Filiz Scarcella

 

Comments 2

    1. Vielen Dank, Britta.
      Kontaktiere mich gern bei Fragen persönlich. Freue mich, dass Du hier bist!
      Viele Grüsse
      Filiz

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